"Filme waren seine Leidenschaft, Frauen waren seine Inspiration, Angorapullis waren seine Schwäche!" - so die offizielle Kurzbeschreibung des Filmes "Ed Wood" von
Tim Burton 
. Zum Glück verbirgt sich hinter diesem Motto eine anspruchsvollere Story, als man zu vermuten geneigt ist.
Bei jedem Film, der sich als Biographie ausgibt, drängt sich natürlich die Frage auf: Wie realistisch ist das Ganze? Ich rate jedem, sich bei der ersten Gelegenheit auch einen Film von Ed Wood anzusehen, denn dann erkennt man, dass Tim Burton wirklich nicht übertrieben hat. Wenn zum Beispiel der Schauspieler in einer Einstellung die Tür verfehlt und gegen die Kulisse knallt, die bedenklich zu wackeln beginnt, denkt Wood nicht daran, die Szene zu wiederholen, mit der Begründung, es sei auf diese Weise doch viel lebensnaher. In den Filmen selbst jedoch wirken solche Missgeschicke leider unfreiwillig komisch.
Doch abgesehen davon, dass die Szenen von Burton sehr naturgetreu nachgestellt wurden, ist es natürlich schwer zu sagen, ob sich die Geschichte wirklich so abgespielt hat, wobei Woods Privatleben in groben Zügen wohl ähnlich verlaufen sein mag. Seine enge Freundschaft mit Lugosi, die sich mehr und mehr zu einer Vater-Sohn-Beziehung enwickelt, der Bruch mit seiner Freundin Dolores Fuller (
Sarah-Jessica Parker 
), die das chaotische Leben nicht erträgt und schließlich die Bekanntschaft mit Kathy O´Hara (
Patricia Arquette 
), seiner zukünftigen Ehefrau, die seine Bekleidungsvorlieben sofort akzeptiert.
In diesem speziellen Fall verliert die Frage, wie authentisch die Einzelheiten des Filmes sind, jedoch ihre Bedeutung, weil die Geschichte, die erzählt wird, einfach faszinierend ist. Die Figur Ed Wood, die zwar kein Genie, aber ein wunderbarer Mensch ist, hat den Mut besessen, allen Hindernissen zum Trotz mit einem beneidenswerten Optimismus seine Träume zu verwirklichen.
Orson Welles 
hat dasselbe mit mehr Talent und Erfolg getan, und der Zuschauer kommt nicht umhin, sich die Frage zustellen, wie sehr es zu empfehlen ist, seine Träume um jeden Preis wahr machen zu wollen. Denn an Utopien kann man auch zerbrechen.
Der Film verspricht also viel Spaß beim Ansehen, doch er lässt den Zuschauer dann ein bisschen nachdenklich zurück - kein Klamauk, sondern eine Komödie mit Tiefgang.