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Sieben
Original-Titel: Se7en
Land/Jahr: USA / 1995
Genre: Thriller, Krimi
Mit: Morgan Freeman .... Detective William Somerset
Brad Pitt .... Detective David Mills
Gwyneth Paltrow .... Tracy Mills
Richard Roundtree .... Martin Talbot
Kevin Spacey .... John Doe
Regie: David Fincher
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    Zwei Polizisten jagen einen wahnsinnigen Serienkiller, der immer einen Schritt voraus zu sein scheint.

    Eine Kritik von Markus Steiger, 29.06.2000
 
Inhalt
 
 
Lt. William Somerset (Morgan Freeman ) steht kurz vor seiner Pensionierung. Nur noch knapp eine Woche und er kann endlich all diesen sinnlosen und brutalen Morden entfliehen, die Tag für Tag in dieser Stadt passieren. Er hat keine Perspektiven mehr. Die Welt ist für ihn ein sich immer weiter verschlimmernder Sündenpool, für den es keine Hoffnung mehr gibt.
Sein Nachfolger, Det. Davis Mills (Brad Pitt ) ist dagegen noch ein naiver Frischling, der darauf brennt endlich richtige Mordfälle zu bearbeiten. Seine Versetzung in die Großstadt war sein eigener Wunsch, der ihm nun endlich erfüllt wurde. So bewohnt er mit seiner Frau Tracy (Gwyneth Paltrow) und seinen beiden Hunden ein Appartement neben der Bahn.
Just am Beginn ihrer ersten und letzten gemeinsamen Woche müssen beide einen Mord untersuchen, der sie vor ein Rätsel stellt. Ein Mann von enormen körperlichen Ausmaßen wurde an einem Sessel festgebunden und gezwungen, Unmengen zu Essen. Erst bei der Obduktion stellt sich heraus, dass sein Magen durch die unheimliche Anstrengung platzte. Im Mageninhalt werden kleine Plastikschnitzel gefunden, die sich als Stücke aus dem Boden vor dem Kühlschrank des Opfers herausstellen. Somerset begibt sich zum Tatort zurück und findet an der Wand hinter dem Kühlschrank das Wort TRÄGHEIT (engl. Gluttony).
Schon bei ihrem ersten Zusammentreffen kommt es zwischen den beiden Polizisten zu Reibereien. Mills, in seiner lauten und arroganten Art will sich vom ruhigen, nachdenklichen Somerset nicht bevormunden lassen. Außerdem will Somerset so kurz vor seiner Pensionierung keinen Fall mehr übernehmen. Jedoch kann ihn der Captain (R. Lee Ermey ) überzeugen, diesen Fall nicht allein dem blutjungen Mills zu überlassen, der jedoch kein Problem damit hätte, im Alleingang zu arbeiten.
Kurz darauf passiert ein zweiter Mord, bei dem ein Anwalt brutalst verstümmelt aufgefunden wird. Auf dem Teppichboden findet man das Wort HABSUCHT (Greed) mit Blut geschrieben. Somerset findet heraus, dass es 7 Todsünden gibt, unter ihnen auch Trägheit und Habsucht. Sollte der Täter also nach diesem Schema vorgehen, haben sie noch weitere 5 Morde zu erwarten (Zorn, Wollust, Neid, Hochmut, Maßlosigkeit)...
 
Kritik
 
 
"Wieder einmal das Serienkiller-Thema". Das dachten sich wohl viele, als Sieben 1995 in die Kinos kam. Jedoch belehrte uns David Fincher  eines Besseren. Zeigte er schon im (eher schwachen) dritten Teil der Alien-Saga  eine Vorliebe für düstere Bilder, so verband er diese in Sieben mit einer von Andrew Kevin Walker  hervorragend konstruierten Geschichte. Wie der Killer die beiden Polizisten mit Hinweisen zu den nächsten Opfern führt, hat man bis dato noch nicht gesehen.
Zurück zur Optik. Der Regen in Sieben fällt unaufhörlich. Die Straßen sind dreckig und es scheint immer eine gewisse Dunkelheit über der Stadt zu liegen, sodass man als Zuseher mit Lt. Somerset sehr gut mitfühlen kann. Paralellen zu Filmen wie "Blade Runner" oder "Alien" sind unverkennbar.

Was die schauspielerischen Leistungen betrifft, so muss man sagen, dass sich Brad Pitt mit diesem Film etwas von seinem Sexsymbol-Image entfernt hat. Witzigerweise scheint er in eher kranken Filmen wie "12 Monkeys " oder "Fight Club " (auch von Fincher) erst so richtig aufzublühen. In Sieben sieht man den zunehmenden geistigen und körperlichen Verfall seiner Figur, die von der Abscheulichkeit der Morde zwar fasziniert ist, jedoch mehr in den Fall hineingezogen wird, als ihr lieb ist.

Morgan Freeman ist der eigentliche Star des Films. Er spielt mit sehr viel Understatement, was perfekt die Erfahrung und gleichzeitig die Gebrochenheit seiner Figur hervorhebt. Freeman ist ein Schauspieler, der nur mit einem Blick alles ausdrücken kann, was gerade durch seinen Kopf geht. Dies hat er auch schon in "The Shawshank Redemption"  (Frank Darabont ) bewiesen, wo er einen Langzeithäftling an der Seite von Tim Robbins  spielt. Später hat er mit "Kiss the Girls" wieder gegen eine Serienkiller ermittelt, jedoch hatte dieser Film die Klasse einer schlechten Schulaufführung.

Für Gwyneth Paltrow war dieser Film der Start zu ihrer Karriere. Sie spielt die verzweifelte Ehefrau von Mills, die mit der harten Großstadt die gleichen Probleme hat wie Somerset. Man mag sie hassen oder lieben, in diesem Film ist sie wirklich gut, da sie die Verzweiflung von Tracy sehr gut herüberbringt und somit für den Zuseher sympathisch wird.

Abschließend ist noch zu sagen, dass jeder, der diesen Film noch nicht gesehen hat das schiere Grauen verpasst. Fincher schafft es, die Spannungsschraube schon von der ersten Minute an immer fester zu schrauben. Schließlich kulminiert der Film in einem Showdown, der seinesgleichen sucht.. Der Serienkiller wird zu einem übernatürlichen Wesen stilisiert, bevor man ihn überhaupt zu Gesicht bekommen hat. Und wenn er dann auftaucht, erwartet man wirklich, so wie es Somerset sagt, ..."dass sein Kopf sich öffnet und ein UFO herausfliegt."
Summa summarum: Ich wüsste nicht, wie man es besser macht.


Sieben
Wunderbäume gehören ins Auto

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 7/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 6.1666666666667

Schnellwertung:


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von TylerDurden2000



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