"Wieder einmal das Serienkiller-Thema". Das dachten sich wohl viele, als Sieben 1995 in die Kinos kam. Jedoch belehrte uns
David Fincher 
eines Besseren. Zeigte er schon im (eher schwachen)
dritten Teil der Alien-Saga 
eine Vorliebe für düstere Bilder, so verband er diese in Sieben mit einer von
Andrew Kevin Walker 
hervorragend konstruierten Geschichte. Wie der Killer die beiden Polizisten mit Hinweisen zu den nächsten Opfern führt, hat man bis dato noch nicht gesehen.
Zurück zur Optik. Der Regen in
Sieben fällt unaufhörlich. Die Straßen sind dreckig und es scheint immer eine gewisse Dunkelheit über der Stadt zu liegen, sodass man als Zuseher mit Lt. Somerset sehr gut mitfühlen kann. Paralellen zu Filmen wie
"Blade Runner" oder "Alien" sind unverkennbar.
Was die schauspielerischen Leistungen betrifft, so muss man sagen, dass sich Brad Pitt mit diesem Film etwas von seinem Sexsymbol-Image entfernt hat. Witzigerweise scheint er in eher kranken Filmen wie "
12 Monkeys 
" oder "
Fight Club 
" (auch von Fincher) erst so richtig aufzublühen. In Sieben sieht man den zunehmenden geistigen und körperlichen Verfall seiner Figur, die von der Abscheulichkeit der Morde zwar fasziniert ist, jedoch mehr in den Fall hineingezogen wird, als ihr lieb ist.
Morgan Freeman ist der eigentliche Star des Films. Er spielt mit sehr viel Understatement, was perfekt die Erfahrung und gleichzeitig die Gebrochenheit seiner Figur hervorhebt. Freeman ist ein Schauspieler, der nur mit einem Blick alles ausdrücken kann, was gerade durch seinen Kopf geht. Dies hat er auch schon in
"The Shawshank Redemption" 
(
Frank Darabont 
) bewiesen, wo er einen Langzeithäftling an der Seite von
Tim Robbins 
spielt. Später hat er mit
"Kiss the Girls" wieder gegen eine Serienkiller ermittelt, jedoch hatte dieser Film die Klasse einer schlechten Schulaufführung.
Für Gwyneth Paltrow war dieser Film der Start zu ihrer Karriere. Sie spielt die verzweifelte Ehefrau von Mills, die mit der harten Großstadt die gleichen Probleme hat wie Somerset. Man mag sie hassen oder lieben, in diesem Film ist sie wirklich gut, da sie die Verzweiflung von Tracy sehr gut herüberbringt und somit für den Zuseher sympathisch wird.
Abschließend ist noch zu sagen, dass jeder, der diesen Film noch nicht gesehen hat das schiere Grauen verpasst. Fincher schafft es, die Spannungsschraube schon von der ersten Minute an immer fester zu schrauben. Schließlich kulminiert der Film in einem Showdown, der seinesgleichen sucht.. Der Serienkiller wird zu einem übernatürlichen Wesen stilisiert, bevor man ihn überhaupt zu Gesicht bekommen hat. Und wenn er dann auftaucht, erwartet man wirklich, so wie es Somerset sagt, ..."dass sein Kopf sich öffnet und ein UFO herausfliegt."
Summa summarum: Ich wüsste nicht, wie man es besser macht.