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Heat
Original-Titel: Heat
Land/Jahr: USA / 1995
Genre: Thriller, Action
Mit: Al Pacino .... Vincent Hanna
Robert De Niro .... Neil McCauley
Val Kilmer .... Chris Shiherlis
Jon Voight .... Nate
Tom Sizemore .... Michael Cheritto
Regie: Michael Mann
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    Unterwegs in den Straßen von L. A., ein klassischer Räuber und Gendarm-Film spannend bis zur letzten Minute

    Eine Kritik von Ingo Brune, 01.07.2000
 
Inhalt
 
 
Die Gang von Berufsverbrecher Neil McCauly (Robert De Niro ) verübt einen Raubüberfall auf einen Geldtransporter und gerät dabei ins Visier des Polizisten Vincent Hannah (Al Pacino ) und seiner Leute.
Der psychopathische Waingro (Kevin Gage ) erschießt während des Jobs jedoch ohne Anlaß einen der Wachmänner. Um keine Zeugen zurückzulassen erschießen die Gangster auch die beiden anderen Wachleute. Ein in der Nähe versteckter Obdachloser hat jedoch ein kurzes Gespräch zwischen den Bandenmitgliedern mitgehört in dem ein Spitzname erwähnt wurde. Die Mordkommission nimmt die Fährte auf. Nach der erfolgreichen Flucht wollen Neil und die anderen Waingro erschießen, doch dieser kann im letzten Augenblick entkommen. Ein fataler Fehler wie sich zum Schluß herausstellen wird. Anfangs schaffen es Neil und seine Kumpane der Polizei ein Schnippchen nach dem anderen zu schlagen doch letztendlich ist es wieder einmal Verrat der die Polizei zu Siegern macht.
 
Kritik
 
 
Der Überfall zu Beginn entpupt sich als der Anfang vom Ende. Waingro der neu in die verschworene Gemeinschaft kommt ist ein Psychopath und bringt durch den Mord alle in Schwierigkeiten. Außerdem ist er ein Serienmörder der zum Vergnügen junge Frauen bestialisch ermordet.
Der Thriller Spezialist Michael Mann  schafft es den Zuschauer von Anfang an in Atem zu halten. Hierbei wird er nicht zuletzt durch die eingängige Musik unterstützt die zusammen mit stellenweise wunderschönen Bildern für die einzigartige Atmosphäre des Films verantwortlich ist. Bis in die letzte Nebenrolle mit hervorragenden Schauspielern besetzt, schafft es der Film über bloße Unterhaltung hinaus eine mehr als interessante Geschichte zu erzählen die unter die Haut geht. War Pacino am Anfang seiner Karriere noch auf der anderen Seite des Gesetzes zu sehen, in dem nach wie vor unerreichten Film über das Milieu der kleinen Junkies und Dealer: Panik im Needle-Park , so überzeugt er hier als Workaholic - Cop . Ebenso de Niro der den eiskalten Profi in Vollendung rüberbringt, der nicht mal Möbel in seiner Wohnung hat, weil er vor lauter "Arbeit" keine Zeit findet sich welche zu kaufen.
Doch auch Neil hat Sehnsüchte die er sich erfüllen möchte. So kommt es, daß es am Ende wieder wie so oft in diesem Genre um das ganz große Ding geht. Die Bande will es wissen, obwohl die Polizei ihnen dicht auf den Fersen ist. Alles wird planmäßig in die Wege geleitet und während die Verfolger rätseln wo sich die Gejagten befinden, programmieren diese in aller Ruhe die Alarmanlage der Bank für den Coup am nächsten Tag um. Doch wie zu Beginn geht auch jetzt etwas schief, einer der Gang, Trejo (Danny Trejo ) kann seine Jäger nicht abschütteln. Neil erkennt zufällig einen Knastkollegen wieder und heuert ihn kurzerhand an. Breedan (Dennis Haysbert ) schmeißt seinen Job nach kurzem Abwägen hin und fährt das Fluchtauto. Der Bankjob rollt ab wie ein Uhrwerk und die Spannung wird fast unerträglich. Doch damit nicht genug, die nun einsetzende Musik treibt das Ganze auf die Spitze. Man kann die Aufregung körperlich nachempfinden. Wäre diese Musik eine pflanzliche Substanz so würde sie mit Sicherheit verboten. Einmalig diese: Das -Herz -schlägt -im -Hals -und -gleich -haben -wir -12 Millionen -wenn -wir -es -schaffen -jetzt -nur -noch -raus -Musik ! Daran anschließend folgt die extremste realistisch wirkende Schiesserei die es in der Filmgeschichte bis dato gegeben hat. Um es präziser zu formulieren: So könnte es aussehen wenn solche Menschen in die Enge getrieben werden ! Da stellt sich hinterher die Frage warum so viel Blut fließen muß, um Papier mit Nummern drauf zu schützen? Eine Frage die der Regisseur vielleicht auch hervorrufen wollte. Aber das bleibt reine Spekulation.
Die Personen dieses Films sind in der Mehrzahl mehr oder weniger sympathisch. Das Böse wird von Waingro und dem Finanzhai Van Zant (William Fichtner ) der Drogengelder auf den Caymaninseln wäscht verkörpert. Alle anderen Protagonisten haben Frau oder Freundin, manche auch Kinder. Die Bandenmitglieder gehen zusammen aus und sogar der Einzelgänger Neil fühlt sich so zu Eady (Amy Brenneman ) hingezogen das er schließlich die immer wieder zitierte 30 Sekunden -Regel außer acht lässt. Chris (Val Kilmer ) will auch als er schwerverletzt ist, seine Frau Charlene (Ashley Judd ) und den Jungen nicht zurück lassen. Auf der anderen Seite bei den Mitgliedern der Homicide LAPD Truppe sieht es wohl ähnlich aus, aber Einzelheiten erfahren wir nur über Vincents Hannas Beziehungstress.
Waingro fällt aus diesem Raster. Er tötet ohne Logik, er hat keine Familie und er ist ein Angeber und Schwätzer. Er hat ebenso wie Van Zant keine Ganovenehre, er ist Abschaum. Bezeichnenderweise sitzt Van Zant in der einen Szene die ihn privat zeigt allein vor dem Fernseher und schaut sich ein Eishockeyspiel an.
Heat zeigt keine gesichtslosen Ganoven und "die Guten" sondern vermeidet Schwarz-Weiß Schemata. Er zeigt die ganzen Menschen mit all ihren Vorzügen und ihren Schwächen. Darüber hinaus ist es ein Action-Thriller der Extraklasse. Die filmische Umsetzung ist exzellent, die Kameraführung an einigen Stellen spektakulär. Manche der Szenen hätte es so vor der Erfindung der Steadicam mit Sicherheit nicht gegeben. Ein besonderes Lob gebührt außerdem der phantastischen Musik von Elliot Goldenthal . Durch die wirklich gelungene Untermalung werden einige Szenen so eindringlich, das man es kaum aushalten mag.Thrillertypisch neigt man als Zuschauer dazu sich quasi gedanklich gegen das sich abzeichnende Schicksal der Figuren zu stemmen. So als könne man verhindern was in Wirklichkeit fest steht. So auch hier. Man ahnt das Verhängnis, sieht die Figuren in ihr Verderben rennen und möchte sie doch davor bewahren.Das macht einen guten Thriller aus. Es zieht sich von Beginn an ein Grundthema durch den Film das einen nur schwer wieder los läßt. Die Musik vermittelt an machen Stellen ein Gefühl, als ob man dem Leben selbst den Puls gefühlt hätte. Besonders in der von echten Pathos getragenen ergreifenden Schlusszene.

Ein Beispiel dafür wie ein gutes Drehbuch, fähige Akteure und der richtige Regisseur zusammen einen erstklassigen Film in Hollywood hervorbringen können und mit einem scheinbar ausgereizten Thema mehr als nur reines Entertainment zu Stande bringen. Obwohl auch Mann mit Klischees arbeitet schafft er es der Trivialität des Genres zu entfliehen. Ein Höhepunkt des Kinos der neunziger Jahre!

Fazit: Absolute Spitzenklasse ! Besetzung, Story, und Musik sind hervorragend. Der Film überzeugt auf der ganzen Linie.


Heat
Wer zahlt denn jetzt den Kaffee ?

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 7/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 6.3076923076923

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 Bewertung: /7
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von TylerDurden2000



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