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Taxi Driver
Original-Titel: Taxi Driver
Land/Jahr: USA / 1976
Genre: Drama
Mit: Robert De Niro .... Travis Bickle
Jodie Foster .... Iris
Albert Brooks .... Tom
Cybill Shepherd .... Betsy
Harvey Keitel .... Sport
Regie: Martin Scorsese
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    Der labile Travis Bickle fährt des Nachts durch New York. Getrieben von den Zuständen und und seinen sozialen und psychischen Schieflagen ist er unfähig, seine Isolation zu durchbrechen. Zunehmend auf eine Psychose zutaumelnd will Travis mit dem "Unrat" in seinem Leben aufräumen.

    Eine Kritik von Stefan Oswald, 09.04.2000
 
Inhalt
 
 
Der labile und isolierte 26-jährige Travis Bickle (Robert de Niro ) kann des Nachts nicht schlafen. Deshalb heuert er als Nachtchauffeur in einem New Yorker Taxiunternehmen an.
So fährt er durch die Nacht und sieht eine Menge von dem, was er als unerträglich empfindet:
Zuhälter, Drogen, Prostituierte, Verkommenheit und vor allem seine Einsamkeit.
Die einzigen Kontakte, die Travis halbherzig aufrechterhält, sind die nächtlichen Zusammentreffen mit seinen Kollegen, die aber nicht die geringste Sensibilität für seine Situation aufbringen wollen und können.
Als Travis die Wahlkampfmanagerin Betsy (Cybill Shepherd) sieht, scheint ein Licht in seinem Leben aufzugehen. Er erkennt in Ihr jemanden, der sein Schicksal und seine Leiden, die Einsamkeit und das Gefühl des Beschmutzseins teilt.
Überraschenderweise gelingt es ihm auch Betsy zu beeindrucken.
Als Travis Betsy allerdings nach dem ersten Treffen in ein Pornokino verschleppen will, ändert sich die Lage. Betsy will fortan von dem eigenartigen Typen nichts mehr wissen.
Eine Zeitlang versucht Travis noch Kontakt zu erhalten, bis es ihm schließlich aufgeht:
Betsy ist auch eine von "denen".
An diesem Punkt kippt Travis "Extravaganz" in eine echte Psychose.
Er beschließt, daß etwas passieren muß.
Er beginnt zu trainieren und sich Waffen zu besorgen: Er hat das Ziel, den von Betsy unterstützen Wahlkandidaten ermorden.
Während er sich für den Anschlag vorbereitet, gerät die Kinderprostituierte Iris (Jodie Foster ) immer mehr ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit.
Erst zwölf Jahre alt, wird sie von Ihrem Zuhälter "Sport" (Harvey Keitel ) dazu getrieben, ihren Körper zu verkaufen.
Travis nimmt Kontakt mit dem Mädchen auf und bietet ihr an, sie aus den Fängen ihres Zuhälters zu befreien. Iris ist aber zu sehr in der Mischung aus Gewalt, Drogen und Verführung gefangen, als daß sie auf das gutgemeinte Angebot eingehen kann.
So beschließt Travis seine Anschlagspläne in die Tat umzusetzen. Martialisch bewaffnet betritt er die Szenerie einer Wahlkampfveranstaltung. Als ihn eine Sicherheitsmann allerdings verfrüht bemerkt, muß er flüchten.
Er sucht "Sport" auf und jagt ihm eine Kugel in den Bauch. Anschließend metzelt er noch einen Stundenhotelportier und den aktuellen Kunden von Iris nieder.
Als die Polizei kommt trifft sie den offensichtlich übergeschnappten, blutüberströmten Travis vor, der keine Kugel mehr hatte, um sich selbst zu richten.
Die Reaktion der Öffentlichkeit überrascht: Travis wird von den Medien zum Helden hochstilisiert und auf freien Fuß gesetzt. Die Schlußszene zeigt Travis, der zufälligerweise Betsy fährt. Als sie aussteigt, sieht er noch einmal in den Rückspiegel. Sein Blick erstarrt, die Augen zeigen noch einmal das Leid und den Irrsinn, der in Travis´ Inneres bestimmt..
 
Kritik
 
 
Der Film hat zur Zeit seiner Veröffentlichung einen "Nerv" getroffen.
Der unerwartete Erfolg an den Kassen überraschte selbst die Macher. Daran mag wohl auch die, für das damalige Publikum eher ungewohnte Gewaltdarstellung gegen Ende des Filmes Schuld haben.
Was für das damalige Publikum aber "neu" war, ist für ein von "Graphical Violence" und Splatter-Filmen gelangweiltes Publikum höchstens filmhistorisch interessant.
Der Film schockiert auch mehr bezüglich der ambivalenten Postionierung, die er in der Diskussion der Gewaltbegründung einnimmt. Der Film wird zum größten Teil aus der Sicht von Travis erzählt, wobei trotz der offensichtlichen Psychose des Protagonisten, verständniserweckende Szenen für dessen Gewaltausbruch gezeigt werden.
Den Machern war dies klar. Sie wollten die Diskussion um Gewaltanwendung dahingehend enttabuisieren, daß Gewalt nicht immer das Werk von vollkommen ausserhalb der Gesellschaft stehender Individuen ist, sondern vielmehr gilt:
Gewalt und deren Anwendung ist immanenter Bestandteil unserer Kultur, sichtbar etwa beim Gewaltmonopol des Staates oder im Krieg.
Indem Travis im Vietnamkrieg sozialisiert wurde, ist Gewalt für ihn bei ausreichender Begründung und bei Verlust gewisser sozialer Wahrnehmung ein legitimes Mittel.
So erlebt Travis auch während seiner Taxifahrten ständig Gewalt aus der Zuseherposition.
Die subjektive Sympathie, die der Film für Travis scheinbar aufbringt, befreit so die alltägliche Gewalt und ihrer Begründung ihres Denkmäntelchens.
In einem Land, in dem die Todesstrafe immer noch als normales Mittel gesehen wird, erscheint dies noch viel plausibler.
Unterstrichen wird das auch durch das Ende des Filmes: Jeder heute in Amerika produzierte Film würde bei der Szene enden, wo Travis seine blutüberlaufene Hand zu einer Pistole formt.
Dass die Handlung trotz der Überschreiten des Spannungsbogens weitergeführt wird, ergibt so nicht nur Sinn sondern spricht für das überaus kreative Handwerk von Scorcese.
Das passt manchen Filmkennern zuweilen nicht ganz ins Konzept:
Der Verfasser dieser Kritik erinnert sich in diesem Zusammenhang an eine Diskussionsveranstaltung mit dem Regisseur im Wiener Filmmuseum:
Ein vorwitziger Filmstudent hatte Scorcese logische Bildfehler und Schnittungenauigkeiten "nachgewiesen".
Das milde Lächeln des New Yorkers über diesen Dilletantismus strafte den, wohl nicht ganz sattelfesten Diskutanten ausreichend.
Bei genauerer Betrachtung entdeckt man auch in "Taxi Driver" jede Menger scheinbarer Ungenauigkeiten, die einem sehr experimentellen aber ungemein kreativen Schnitt- und Regiestil zu eigen sind.
Es gibt eben Filme, denen Vordergründigkeit fremd ist.
Zweites großes Thema ist die Einsamkeit und ihre Auswirkungen, oder wie es der Autor des Drehbuches ausdrückt, die selbstgewollte Einsamkeit.
Haben Sie das Glück, über eine DVD-Abspielgelegenheit zu verfügen, so ist der Kauf der DVD  anzuraten, weil eine sehr geglückte und lange Dokumentation des Filmes Licht auf Punkte wirft, die vielleicht beim erstmaligen Ansehen des Filmes nicht ganz klar werden.
Hinzu kommen natürlich die hervorragenden Darsteller, die zudem hier einen Höhepunkt ihrer Karriere erleben.
Insgesamt kann ich den Film nur empfehlen. Dieser Film macht eindrucksvoll klar, daß neben Unterhaltung und Emotion auch Diskussion und Denkanregung durch das Medium Film möglich und eindrucksvoll umzusetzen sind.
Ein Punkt, den ich persönlich, obwohl ich mich im Kino zuweilen auch einfach nur gerne unterhalte, des öfteren vermisse.


Taxi Driver
De Niro völlig außer sich

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 8/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 4.2212389380531

Schnellwertung:


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