Gattaca teilt das Schicksal vieler Filme der letzten Jahre, die im Kino nicht die Aufmerksamkeit erhielten, die ihnen eigentlich gebührt hätte (siehe auch
Ein einfacher Plan 
,
Bube, Dame, König, grAS 
oder
Eve und der letzte Gentleman 
).
Das ist insofern besonders schade, als dem Drehbuchautor und Regisseur
Andrew Niccol 
mit
Gattaca einer der optisch schönsten und inhaltlich anspruchsvollsten Science Fiction Filme der letzten Jahre gelungen ist. Das Erstlingswerk des neuseeländischen Newcomers (der mit
"Truman Show" dann endlich seinen verdienten Erfolg hatte), überzeugt in allen Belangen: Die Story ist originell erdacht und vor allem toll umgesetzt. Alle die kleinen Details, die notwendig sind, um Vincents Verwandlung in Jerome möglich zu machen sind wunderbar ausgedacht und akribisch genau umgesetzt.
Besonders aber die tolle Atmosphäre, die durch die surreale Farbwahl, den wunderschönen Soundtrack von
Michael Nyman 
und Franz Schubert und die genialen - nur dezent futuristischen - Sets (v.a. das Weltraumzentrum
"Gattaca" selbst) erzeugt wird, machen einen großen Teil des Reizes dieses eher action-armen SciFi - Thrillers aus. Natürlich hat auch Niccols das Rad nicht neu erfunden. Gattaca reiht sich nahtlos in eine ganze Reihe ähnlicher designter Zukunftsthriller ein, die gekonnt mit Farben und
Retro-Future-Design arbeiten. Als Beispiele seien nur kurz angeführt:
Brazil 
,
Twelve Monkeys 
,
Matrix 
,
Blade Runner,
Alien 3 
usw. Der ehemalige Werbefilmer Niccols macht aber im Gegensatz zu einigen seiner Kollegen, die ebenfalls aus der Werbebranche kamen nicht den Fehler, das Design über den Film zu stellen.
Verglichen mit zB
David Finchers 
mißglücktem 3. Teil der Alien - Saga hat Niccols nämlich genau die richtige Balance zwischen einmaliger Atmosphäre, Story und Charakterentwicklung gefunden.
"Charakterentwicklung" ist gleich das nächste Stichwort. Gattaca kann nämlich mit einer Besetzung der Superlative aufwarten. Neben dem leider viel zu selten in größeren Produktionen eingesetzten
Ethan Hawke 
(
Überleben ! 
,
Before Sunrise,
Reality Bites) brillieren noch Uma Thurman (
Pulp Fiction 
) und
Jude Law 
in den Nebenrollen. Aber auch
Ernest Borgnine 
ist in einer kleinen Nebenrolle zu bewundern.
Das einzige, was man dem Film vorwerfen könnte sind gelegentlich auftretende Längen, die aber durch die trotzdem während des gesamten Filmes vorherrschende dichte Stimmung mehr als ausgeglichen werden. Aber
Gattaca versteht sich auch nicht als reines Unterhaltungskino, sondern als atmosphärisch dichter Thriller mit Science Fiction Komponenten, der es versteht, den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln und auch ein wenig zum Denken anzuregen.
Und das gelingt ihm. Mission erfüllt!