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Gattaca
Original-Titel: Gattaca
Land/Jahr: USA / 1997
Genre: Thriller, Science Fiction, Drama
Mit: Uma Thurman .... Irene Cassini
Jude Law .... Jerome Eugene Morrow
Ethan Hawke .... Vincent Freeman
Regie: Andrew Niccol
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    Gattaca erzählt von einer Welt, in der die Genetik bei der Zeugung eines Kindes "als Dritter mit im Bett liegt". Vincent aber ist ein Kind Gottes, ein auf natürliche Art gezeugtes Kind. Deshalb hat Vincent schlechte Karten sich seinen Traum zu erfüllen, den Flug zu den Sternen. Aber etwas kann nicht genetisch vorherbestimmt und berechnet werden: Der menschliche Wille und das Schicksal.

    Eine Kritik von Hermann Withalm, 11.04.2000
 
Inhalt
 
 
Amerika in nicht allzu ferner Zukunft. Die Fortschritte in der Gentechnik sind enorm: Bei der Geburt kann innerhalb von Sekunden genau vorhergesagt werden, an welchen Krankheiten das Neugeborene leiden wird, welche charakterliche Veranlagung vorliegt und ebenso binnen Sekunden kann aus allen diesen Werten die genaue Lebenserwartung prognostiziert werden. Das Risiko einer nicht gen-technisch überwachten Geburt will kaum mehr jemand auf sich nehmen und so können im "Gentechnik - Labor von nebenan" Wunschkinder bestellt werden. In einem solchen Verfahren werden die auf natürliche Art befruchteten Eizellen auf ihre "Verwendbarkeit" überprüft. Der/die "glückliche Gewinner(in)" erhält die Chance zu leben. Aber nicht nur das. Gegen einen entsprechenden Aufschlag kann - wenn die vorhandene Erbmasse nicht für ein Genie ausreicht - auch mit fremden Genen nachgeholfen werden.
Vincent (Ethan Hawke ) ist einer der letzten auf natürliche Art - und ohne gen-technische Konsultation/Mithilfe - geboren wird. Die Folge dieses "Leichtsinns" ist, daß Vincent unter vielen potentiellen Krankheiten vor allem aber an einem 99% igen Risiko eines Herzversagens leidet. Die Ärzte geben ihm 30 Jahre.
Mit solchen genetischen Voraussetzungen schaut Vincents Zukunft in einer Welt, in der Vorstellungsgespräche obsolet geworden sind - Harnprobe genügt - natürlich sehr düster aus.
Vincent, der schon als kleines Kind nur von den Sternen und einer Reise dorthin geträumt hat, hat aber trotz seiner genetischen Veranlagung große Träume. Und eines Tages scheinen sich diese zu erfüllen. Denn für etwas gibt es kein Gen: das Schicksal. Und so gibt es auch genetisch "hochwertige" Menschen, die durch ein Unglück daran gehindert werden, ihren "rechtmäßigen" Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Und auch in einer scheinbar "perfekten" Welt, gibt es immer noch Mittel und Wege auf nicht ganz legale Art und Weise seine persönliche Situation zu verbessern.
Um sich seine großen Träume zu erfüllen, nimmt Vincent die Identität eines gewissen Jerome (Jude Law ) an, der durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist.
Die beiden werden ein Team. Jerome spendet Blut, Harn, Haare und Hautpartikel, die es Vincent ermöglichen, einen Job im "Gattaca" zu bekommen, der ihn als Navigator auf einen Raumflug zum Titan bringen soll. Im Gegenzug finanziert Vincent durch seinen gut bezahlten Job Jeromes immer noch aufwendigen Lebensstil.
Alles scheint gut zu gehen. Bis eines Tages - 5 Tage vor dem Start der Titan-Mission - der Missionsleiter ermordet wird. Dieses Ereignis und die damit verbundenen polizeilichen Untersuchungen könnten Vincents mühsam verborgene wahre Identität enthüllen und damit seinen großen Traum von der Reise zu den Sternen wie eine Seifenblase platzen lassen...
 
Kritik
 
 
Gattaca teilt das Schicksal vieler Filme der letzten Jahre, die im Kino nicht die Aufmerksamkeit erhielten, die ihnen eigentlich gebührt hätte (siehe auch Ein einfacher Plan , Bube, Dame, König, grAS  oder Eve und der letzte Gentleman ).
Das ist insofern besonders schade, als dem Drehbuchautor und Regisseur Andrew Niccol  mit Gattaca einer der optisch schönsten und inhaltlich anspruchsvollsten Science Fiction Filme der letzten Jahre gelungen ist. Das Erstlingswerk des neuseeländischen Newcomers (der mit "Truman Show" dann endlich seinen verdienten Erfolg hatte), überzeugt in allen Belangen: Die Story ist originell erdacht und vor allem toll umgesetzt. Alle die kleinen Details, die notwendig sind, um Vincents Verwandlung in Jerome möglich zu machen sind wunderbar ausgedacht und akribisch genau umgesetzt.
Besonders aber die tolle Atmosphäre, die durch die surreale Farbwahl, den wunderschönen Soundtrack von Michael Nyman  und Franz Schubert und die genialen - nur dezent futuristischen - Sets (v.a. das Weltraumzentrum "Gattaca" selbst) erzeugt wird, machen einen großen Teil des Reizes dieses eher action-armen SciFi - Thrillers aus. Natürlich hat auch Niccols das Rad nicht neu erfunden. Gattaca reiht sich nahtlos in eine ganze Reihe ähnlicher designter Zukunftsthriller ein, die gekonnt mit Farben und Retro-Future-Design arbeiten. Als Beispiele seien nur kurz angeführt: Brazil , Twelve Monkeys , Matrix , Blade Runner, Alien 3  usw. Der ehemalige Werbefilmer Niccols macht aber im Gegensatz zu einigen seiner Kollegen, die ebenfalls aus der Werbebranche kamen nicht den Fehler, das Design über den Film zu stellen.
Verglichen mit zB David Finchers  mißglücktem 3. Teil der Alien - Saga hat Niccols nämlich genau die richtige Balance zwischen einmaliger Atmosphäre, Story und Charakterentwicklung gefunden.
"Charakterentwicklung" ist gleich das nächste Stichwort. Gattaca kann nämlich mit einer Besetzung der Superlative aufwarten. Neben dem leider viel zu selten in größeren Produktionen eingesetzten Ethan Hawke  (Überleben ! , Before Sunrise, Reality Bites) brillieren noch Uma Thurman (Pulp Fiction ) und Jude Law  in den Nebenrollen. Aber auch Ernest Borgnine  ist in einer kleinen Nebenrolle zu bewundern.

Das einzige, was man dem Film vorwerfen könnte sind gelegentlich auftretende Längen, die aber durch die trotzdem während des gesamten Filmes vorherrschende dichte Stimmung mehr als ausgeglichen werden. Aber Gattaca versteht sich auch nicht als reines Unterhaltungskino, sondern als atmosphärisch dichter Thriller mit Science Fiction Komponenten, der es versteht, den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln und auch ein wenig zum Denken anzuregen.
Und das gelingt ihm. Mission erfüllt!


Gattaca
Genetisch kompatibel ?

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 5/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 5.6382978723404

Schnellwertung:


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