Suche:      myDB       Filmlisten & Filmblogs       Foren       Schreiben Sie uns eine Mail!          Anmelden       Log In       Zugangsdaten vergessen ?   
Filmstreifen unten
Hauptseite von 25frames.org  Home
Film-Bereich  Film
   Datenbank
   Neu im Kino
   Leser-Kritiken
   Kritiken-Archiv
   TV-Serien
   Awards
DVD-Bereich  DVD
   Datenbank
   Neu auf DVD
   Leser-Kritiken
   TVonDVD
Blu-Ray Medien Datenbank  Blu-Ray
   Blu-Ray-Liste
   Blu-Ray-Starts
HD-DVD Datenbank  HD-DVD
   HD-DVD-Liste
   HD-DVD-Starts
Ihre persönliche DVD-Datenbank auf 25frames.org  mydb
   MitgliederAlben
   DVDs verwalten
   Flohmarkt
   DVDVorschlag
   Buddies
Stellen Sie persönliche Filmlisten zusammen...  myMovieLists
   MitgliederListen
   Listen bearbeiten
Dier 25frames.org Community  Community
   Foren
   Anmelden
Besser einkaufen mit 25frames.org  Shopping
   Shop-DB
   Schnäppchen
 Mehr...
   Magazin
   News-Archiv
   Impressum








 Kritik    Cast&Crew    Redaktion    Leser    Forum    DVD    Soundtrack  
Lost Highway
Original-Titel: Lost Highway
Land/Jahr: USA / 1997
Genre: Thriller, Krimi
Mit: Robert Loggia .... Mr. Eddy/Dick Laurent
Bill Pullman .... Fred Madison
Patricia Arquette .... Renee Madison/Alice Wakefield
Balthazar Getty .... Pete Dayton
Regie: David Lynch
Community Klicken Sie hier um eine Inhaltsangabe zu diesem Film zu erstellen !
Klicken Sie hier um eine Leserkritik zu diesem Film zu erstellen !
Hier gelangen Sie zu den bisher eingetragenen Leser-Kritiken
Mehr zu Daten zu Cast&Crew finden Sie hier
Erwirb alle Produkte zum Titel
Erhältlich: DVD VHS Soundtrack DVD
Bei: Amazon (D) Amazon (D) Amazon (D) Froeschl
    Erschreckender Horror-Suspense von David Lynch, bei dem sich ein wegen Mordes Verurteilter im Gefängnis in einen jungen Automechaniker transformiert. Verwirrend. Schockierend. Genial.

    Eine Kritik von Reinhard Bradatsch, 11.07.2000
 
Inhalt
 
 
Fred Madison (Bill Pullman ), Jazzmusiker, findet eines Tages ein Videoband vor seinem Haus. Gemeinsam mit seiner Frau Renee (Patricia Arquette ) - beider Beziehung ist durch Eifersucht und Mißtrauen gekennzeichnet - muss er entdecken, dass irgendjemand ihn beobachtet, als er eine mysteriöse Nachricht über die Gegensprechanlage erhält: "Dick Laurent ist tot".
Vor der Haustür findet er ein Videoband, auf dem sein Haus von außen abgebildet ist. Auch ein zweites Band zeigt dasselbe. Schließlich erhalten sie ein Video, welches das Haus von innen zeigt; der Verdacht liegt nahe, dass jemand eingedrungen sein muss. Also rufen sie die Polizei, aber auch die kann nichts Verdächtiges finden. Auf der Party eines Freundes begegnet Fred einem geheimnisvollen, weißgeschminkten Mann (Robert Blake ), der behauptet, in diesem Moment in Freds Haus zu sein und dies auch durch einen Telefonanruf beweisen kann.
Das letzte Video, das Fred vor der Haustür findet, zeigt die Ermordung seiner Frau. Er wird verhaftet, des Mordes verurteilt und eingesperrt. Im Gefängnis quälen ihn schreckliche Kopfschmerzen...
Tags darauf machen die Gefängniswärter eine schreckliche Entdeckung: Fred Madison ist verschwunden, statt dessen sitzt der junge Automechaniker Pete Dayton (Balthazar Getty ) in der Zelle. Pete kann sich an nichts mehr erinnern. Verwirrt nimmt er seine Arbeit in der Autowerkstätte "Arnie’s Garage" wieder auf. Die Beziehung zu seiner Freundin Sheila (Natasha Gregson Wagner) ist gestört und besteht nur noch auf sexueller Ebene. Eines Tages bringt Petes Kunde, Mr. Eddy (Robert Loggia ), seines Zeichens krimineller Pornoproduzent, seinen Caddilac zur Reparatur. Darin seine bezaubernde Freundin Alice Wakefield (Patricia Arquette, diesmal blond). Pete und Alice verabreden sich heimlich und es beginnt eine heisse Affäre zwischen den beiden. Als Mr. Eddy etwas zu ahnen beginnt, hat Alice einen Plan: Sie erzählt Pete von einem Bekannten Mr Eddys, Andy (Michael Massee), für und mit dem sie mehrere Pornos gedreht hat und der in seinem Haus eine große Summe Geld versteckt hält. Dieses Geld soll Pete sich holen, während Alice Andy ablenkt und die Hintertür für Pete öffnet. Der Einbruch hat fatale Folgen: Als Pete von Andy überrascht wird und Pete ihn überwältigt, stößt Andy mit dem Kopf auf die Tischkante auf und ist tot.
Pete flüchtet daraufhin mit Alice in die Wüste, wo sie sich mit einem Hehler treffen sollen. Bei der dortigen kleinen Hütte geht in Pete neuerlich eine Verwandlung vor. Er mutiert wieder zu Fred. Als er im "Lost Highway Hotel" Mr Eddy im Bett mit Renée sieht, bringt er den Gangster, die Wurzel allen Übels, um.
Am nächsten Morgen steht Fred vor der Tür seines Hauses und sagt in die Sprechanlage: "Dick Laurent ist tot."
 
Kritik
 
 
Es ist nicht leicht, den Inhalt eines Filmes von David Lynch  wiederzugeben. Bei "Lost Highway" ist es fast unmöglich. Es handelt sich eigentlich um 2 Teile, um 2 Schicksale, die am Ende wieder miteinander verbunden werden (oder auch nicht?). Auch diese Verbindung ergibt kein logisches Bild für den Betrachter. Wie ein Puzzle, das am Ende doch nicht zusammen passt, obwohl es zusammengehört, präsentiert sich dieser Film.
Verstört lässt man den Kopf während des Abspanns zur Musik von David Bowie  immer und wieder ablaufen...
Versucht man sich doch an einer Interpretation, so ist es am einfachsten, von einem schizophrenen Mörder (Fred Madison) auszugehen, der in Pete sein junges alter ego wiederfindet und sich seine Frau so ersinnt, wie er sie immer haben wollte: Betörend, verrucht, erotisch.
Patricia Arquette wiederum, die Darstellerin beider Charaktere, Rene und Alice, ging davon aus, dass Pete in Wahrheit nur in Freds Fantasie existiert, die letztlich zu Alpträumen ausarten und in der Ermordung des geheimnisumwitterten Dick Laurents gipfeln. Aber auch diese meiner Meinung durchaus logische Denkfolge führt zu keinem befriedigendem Ergebnis. Kann man ohne filmischen Beweis überhaupt davon ausgehen, dass Fred Madison seine Frau umgebracht hat? Wen soll der "Mystery Man" verkörpern? Wodurch ist bewiesen, dass es sich bei Renee und Alice um ein und dieselbe Person handelt? Und wer um alles in der Welt ist Dick Laurent?
David Lynch himself gibt zu all diesen Fragen keine Antworten. Wahrscheinlich weiss er sie selbst nicht.

Wie in anderen Lynch-Filmen muss sich der Zuschauer auch in "Lost highway" wohl von dem Gedanken lösen, einen Film verstehen zu müssen. War es noch in der Fernsehserie "Twin Peaks" so, dass bestimmte Geheimnisse im Laufe der Serie gelüftet wurden, so ging der Regisseur in "Twin Peaks-Der Film" von diesem Weg ab und begab sich völlig auf eine metaphorische Ebene.
In "Lost highway" verweigert er sich zudem fast zur Gänze dem narrativen System und schmückt seine "Bilder" nur mehr mit den typischen Lynchismen.
Das Böse, Dunkle, Unheimliche beherrscht den Film zur Gänze. Im Gegensatz etwa zu "Blue Velvet" , bei dem Lynch noch die (scheinbar) perfekte, makellose Oberfläche den tiefen, finsteren Abgründen gegenüberstellt, befinden wir uns in "Lost highway" von Anfang an unter der Oberfläche. Das Grauen ist gleichsam Alltag geworden. Die Wohnung der Madisons mit ihren langen, endlosen Gängen, ihren dunklen Räumen, kann als schwarze Hütte von "Twin Peaks" gesehen werden, in der das Böse zuhause ist. Ein brummender, unangenehmer Ton begleitet die Einstellungen im Haus der Madisons; der Zuschauer merkt, etwas Schlimmes wird passieren, etwas, das die Welt der Madisons aus dem Gleichgewicht bringt (sofern es hier ein solches überhaupt gibt). Auch die Szenen zwischen Pete und Alice spielen zu einem Großteil in der Dunkelheit oder der Nacht. Die brennende Hütte legt den Vergleich mit der Hölle nahe.
Sein und Schein, Realität und Traum verschwimmen hier in einer Dimension, die weit über die früheren Werke Lynchs hinausgeht. Bereits im Traum wird Fred zu Reneés Mörder; auf dem letzten Videoband, das er erhält, sieht er den Mord an seiner Frau. Weiss Fred denn gar nicht, dass er Renée umgebracht hat?
Im Haus der Madisons sind überall Videokameras installiert, Sinnbild der Überwachung, Sinnbild aber auch der Objektivität. Doch scheinen auch Kameras lügen zu können, denn vielleicht ist der Mord an Renée in Wahrheit gar nicht oder zumindest nicht auf diese Weise geschehen. Fred sagt ja selbst, "ich möchte die Dinge auf meine eigene Art erinnern". Am Ende sehen wir Fred in seine eigene Gegensprechanlage sprechen: "Dick Laurent ist tot." Sind die Sequenzen in Freds Haus zu Beginn vielleicht alles nur Traum?
Fred, gleichsam die Weiterentwicklung des Henrys aus "Eraserhead" und des Jeffreys aus "Blue Velvet ", ist die Verkörperung dieser aus Überlappung der verschiedenen Ebenen resultierenden Verwirrung und Unsicherheit, die nicht nur Akteure, sondern auch den Zuschauer befällt.
Lynch spielt in Teil I mit Raum, Ton und Licht. Draussen weisse Häuser, gleissend im Licht der grellen Sonne, drinnen die düstere, nur von Lichtflackern durchzogene Wohnung der Madisons, die einem kafkaähnlichen Schloss gleicht. Langsame Kameraeinstellungen, die meist in sekundenlangen Totalen verharrt, nur angetrieben durch die düstere Musik Badalamentis .

Konkreter der zweite Teil. Das Tempo der Schnitte und der Kamerafahrten, das in den ersten 50 Minuten teilweise schon zum Stillstand gekommen ist, wird rascher. Auch die Handlung beginnt sich schneller zu entwickeln. Pete - die jüngere Version von Fred, ein typischer Kleinkrimineller, wie er oft bei Lynch vorkommt - begegnet dem Bösewicht Mr. Eddy, Pendant zu Frank Booth in "Blue Velvet" - glänzend dargestellt von Robert Loggia. Es stellt sich heraus, dass er es ist, der sich hinter dem Schicksal von Renée und Alice verbirgt. Alice/Renée hat ihn damals über Andy kennengelernt und wurde von Andy an ihn vermittelt. Mr Eddy ist Pornohändler, der Verdacht liegt nahe, dass er auch mit Mädchen handelt - nicht zuletzt, weil er Alice/Renée in seine Gewalt und Abhängigkeit bringt. Wie Laura Palmers Vater Leland scheint auch er von bösen Geistern, die er nicht loswerden kann, besessen zu sein. Die Ereignisse nehmen ihren Lauf, als auch Pete, wie Fred einen Mord begeht - an Andy, dessen Kopf zur Musik von Rammstein auf der Tischplatte aufschlägt. Nun kann er nur mehr flüchten, es ist eine Flucht vor der Wirklichkeit.

Der "Mystery Man", dieser unheimliche bleiche Zwerg, stellt gewissermaßen das (missing) link zwischen Teil I und Teil II, zwischen Renée und Alice, zwischen Fred und Pete dar: Fred sieht ihn das erste Mal auf der Party von Andy, eines Freundes von Renée, als er ihn mit der Bemerkung verschreckt, er sei gerade jetzt in Freds Haus und das auch noch beweisen kann. Später wird er immer dort auftauchen, wo ein Leben ausgelöscht wird, doch das weiss Fred noch nicht. Als er Andy fragt, wer denn dieser Mann sei, antwortet ihm dieser nur: "Vielleicht ein Freund von Dick Laurent."
In Teil II erfahren wir, fast beiläufig, dass Mister Eddys Nachname Laurent ist. Jener, den Fred am Ende mit Hilfe des "Mystery Man" umbringen soll. Als Mr Eddy bereits hinter das Verhältnis zwischen Pete und Alice gekommen ist, ruft er Pete an und verbindet ihn mit einem "Freund", wie er sagt: Es ist wieder der "Mystery Man", der ihm diesmal mit dem Tod droht.
Bei der brennenden Hütte, als sich Pete wieder in Fred verwandelt, fragt dieser: "Wo ist Alice?" Der "Mystery Man" antwortet ihm, dass es keine Alice, sondern nur eine Renée gebe (ein Zeichen für die - nicht nur körperliche - Identität der beiden Frauen).
Beim Showdown im "Lost highway hotel" schließlich tötet Fred Mr Eddy, der eben noch mit seiner Frau geschlafen hat - mit Hilfe des "Mystery Man". Bis Fred am Ende die Todesnachricht selber an der Türglocke überbringt.
Der Kreis schließt sich gewissermaßen. Der "Mystery Man" kann gleichsam auch als Widerspiegelung des ganzen Filmes gesehen werden: Der ständige Kampf zwischen Gut und Böse, der in Lynchs Filmen nie entschieden wird.

"Lost highway" ist wie eine nicht endend wollende Fahrt mit der Achterbahn. Loopings, Kurven, rasant und langsam zugleich. Danach weiß man nicht mehr, wo Anfang und Ende ist, was Wirklichkeit und was Traum ist.
Zum Schluss des Films sieht man wieder die scheinbar endlosen gelben Streifen auf dem Highway vorbeiziehen. Es gibt kein Vorwärts, aber auch kein Zurück.


Lost Highway
Ist es Renée oder Alice?

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 7/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 5.9358974358974

Schnellwertung:


Amazon.de Top-Hits

Werbung

Hinweise
  DVD-Start: Erhältlich
  Druckversion
  Seite verschicken
  Filmeinladung verschicken
  Die letzten Leserkritiken
  Die Top 10 unserer Leser
  Leserkritik verfassen
  Inhaltsangabe verfassen
  Datenfehler melden