Arnie als alkoholkranker, resignierter Leibwächter. Es ist schon ein starkes Stück, was uns der Regisseur
Peter Hyams 
da präsentiert. In einer dreckigen Wohnung sitzt ein Mann im Sessel und hält sich eine Handfeuerwaffe an die Stirn. Doch es klopft an der Tür und sein Partner und Freund (
Kevin Pollack 
), der ihn zur Arbeit abholen will erscheint. In der nun folgenden Szene testet der Regisseur kurz die Ekelgrenze auf sehr skurrile Art und Weise. Anders als in Horrorfilmen üblich, werden aber keine schleimigen Monster, Eingeweide oder Ähnliches gezeigt, sondern nur Jerichos Frühstück, das es aber in sich hat.
Der anschließende Einsatz führt Jericho und seinen Widersacher das erste Mal zusammen. Denn ein Heckenschütze versucht den Satan (
Gabriel Byrne 
) in der Gestalt des Börsenmaklers zu erschießen. Hier weist das Drehbuch eine kleine Schwäche auf, denn die ganze Situation wirkt auf den aufmerksamen Zuschauer doch arg konstruiert. Wieso sollte der Teufel mit seiner ganzen Machtfülle Leibwächter benötigen, wenn er Wunden, die durch Kugeln geschlagen wurden, sofort wieder schließen kann? Nach einer actionreichen Verfolgungsjagd gelingt es Jericho jedoch in einem U-Bahn Tunnel den Attentäter zu stellen.
Durch die Recherchen zum Fall werden die beiden Partner immer weiter in den mysteriösen Fall hineingezogen. Doch die entscheidende Wende tritt erst ein, als sie auf eine junge Frau stoßen die augenscheinlich von mehreren Seiten bedroht wird. Gerade noch rechtzeitig können sie zu Hilfe eilen, als diese von den Rittern des Vatikan getötet werden soll, um die Vermählung mit dem Fürsten der Hölle zu verhindern.
Bis auf kleinere Ausrutscher im logischen Aufbau wird die Geschichte von
End of Days recht unterhaltsam und flüssig erzählt. Die Actioneinlagen sind dem Film entsprechend angemessen inszeniert, dem Thema dienlich herrschen düstere, erdige Farben vor und auch die Musik unterstützt die morbide Grundstimmung eines drohenden
Weltuntergangs.
Einige humorvolle Einlagen tragen zum insgesamt leicht positiven Gesamteindruck bei. Die schauspielerische Leistung von
Arnold Schwarzenegger wird meiner Meinung nach zu Unrecht in einigen Kritiken zum Film bemängelt. Die Lebenssituation eines Mannes, dem Frau und Kind genommen wurde, kann er gut rüberbringen. Ihn an den Leistungen des wie immer guten
Gabriel Byrne zu messen, wird ihm nicht gerecht. Erstklassig ist neben Byrne aber auch noch
Kevin Pollack, der den Kumpel von Jericho Cane wirklich überzeugend verkörpert. Nicht unerwähnt bleiben dürfen die recht gut in Szene gesetzten Tricks aus der Hexenküche der Computermagier.
Stan Winstons gefallener Engel in voller Größe setzt wieder einmal neue Maßstäbe. Leider versuchte man allzu offensichtlich von der
Millenniumsangst zu
profitieren, aber eine durchschnittliche Folge der Mysterie Serie Millennium verbreitet mehr Grusel als dieser Film. Viel überzeugender in dieser Hinsicht:
"Im Auftrag des Teufels" 
mit
Al Pacino 
und
Keanu Reeves 
!
End of Days ist einfach zu sehr auf vordergründige Action angelegt. Mit großem finanziellen Spielraum im Rücken sind die für
Arnold -Filme so typischen Sequenzen routiniert abgedreht. Aber der Story fehlt es leider an Substanz. Die Figuren bleiben bis auf die Hauptakteure nur Staffage, und es ist alles ziemlich offensichtlich vorhersehbar. Der Regisseur schafft es nicht, ein Gefühl der Bedrohung zu erzeugen, wie es z. B.
Carpenter 
in
Fürsten der Finsternis meisterhaft zu tun verstand.
Zurück bleibt ein zwiespältiges Gefühl. Der Film ist sicherlich nicht schlecht, aber auch nicht besonders herausragend; irgendwie hat man immer den Eindruck, als ob etwas fehlen würde. Schon nach kurzer Zeit hat man einfach vergessen, dass es ihn gibt. Allenfalls die für den Österreicher völlig untypische Schlußszene bleibt etwas länger haften.
Alles in allem nicht mehr als 2 Stunden Unterhaltung.
Fazit: Für
Arnie-Fans und Freunde des Actionkinos kann man sicherlich eine vorsichtige Empfehlung aussprechen. Man sollte nur keine großen Erwartungen hinsichtlich der Story hegen !