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Das Grauen von Lake Placid
Original-Titel: Lake Placid
Land/Jahr: USA / 1999
Genre: Komödie, Horror
Mit: Bridget Fonda .... Kelly Scott
Bill Pullman .... Jack Wells
Oliver Platt .... Hector Cyr
Regie: Steve Miner
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    In einem See in Nordamerika lebt ein riesiges Krokodil, das von Einheimischen und von außen kommenden Behörden und Wissenschaftlern gejagt wird.

    Eine Kritik von Markus Steiger, 03.08.2000
 
Inhalt
 
 
In einem See bei einer amerikanischen Kleinstadt scheint sich ein großes Krokodil niedergelassen zu haben, welches schon einen Taucher auf dem Gewissen hat. Dies interessiert jedoch nicht nur den hiesigen Sheriff Hank Keough (Brendan Gleeson ) und den Wildtieraufseher Jack Wells (Bill Pullman ), sondern auch den Krokodilsforscher Hector Cyr (Oliver Platt ). Hinzu kommt noch die Paläontologin Kelly Scott (Bridget Fonda ), die eigentlich nur aufgrund ihres Verhältnisses mit ihrem Boss in die Einöde geschickt wird. Während Keough und Wells das Vieh tot sehen wollen, hätten es die anderen beiden lieber lebend für Forschungszwecke. So machen sich die vier mit verschiedenen Motiven auf die Jagd, welche nicht gerade ungefährlich sein wird.
 
Kritik
 
 
Lake Placid ist ein weiterer Vertreter der für die letzten Jahre typischen B-Horrormonstermovies wie Anaconda oder Octalus. Jedoch darf man sich vom äußeren Anschein dieses Filmes nicht täuschen lassen. Der Plot ist eigentlich nur Fassade und dient als Grundlage für die spitzen Dialoge der Hauptdarsteller. Besonders zwischen Sheriff Keough und Hector Cyr entstehen Wortgefechte, die für den Kinogänger ein Hochgenuss sind.
Verantwortlich für das Drehbuch ist David E. Kelley , der Erfinder der Serie Ally McBeal. Und gleich wie dort stehen Sexismus, Arroganz und alle anderen Klischees auf dem Speiseplan der Eitelkeiten. Der Regisseur Steve Miner  hat in diesem Genre schon Erfahrung mit Halloween H20  gemacht. War dieser Film jedoch frei von jeglicher Ironie, so strotzt Lake Placid nur vor solcher.
Bridget Fonda und Bill Pullman spielen die beiden vom Liebesleben enttäuschten Standardcharaktere, die sich im Filmverlauf näherkommen. Dabei können sie nicht wirklich glänzen, da das Drehbuch voll auf die Rollen des Sheriffs (Gleeson) und des Krokodilsforschers (Platt) ausgelegt ist. Man freut sich schon jedes Mal, wenn Keough in eine der Krokodilfallen von Hector tappt und daraufhin ein Verarschungs- und Beschimpfungsgewitter losbricht. Cyr hält den Sheriff für einen Hinterwäldler, dieser wiederum mag Cyrs arrogante Art nicht, und keiner scheut sich, seine Abneigung dem anderen zu zeigen. So sagt der Forscher kurz vor einem Tauchgang zum Sheriff, er könne ihm nachher den Seetang vom Ruder schlecken. Dieser fragt darauf hin verwirrt Kelly Scott, ob das nun eine homosexuelle Anspielung gewesen sei.
Platt spielt hier wieder einmal den eigenartigen, aber sympathischen Kauz (wie schon in Ein Herz und eine Kanone ) und Brendan Gleeson, bekannt aus den Filmen "Der General" und Mission Impossible 2  verkörpert den konservativen Sheriff als perfekten Gegenpart. Besonders Gleesons komödiantisches Talent sollte uns auf weitere Rollen dieser Art hoffen lassen. Oliver Platts Performance ist mitreißend wie immer. Kaum kommt er ins Bild, reißt er einen schon zu Lachstürmen hin.
Nebenbei gibt es ein Wiedersehen mit Betty White , der Rose aus der Serie Golden Girls, die hier eine zwar kleine, aber umso bedeutendere Rolle spielt. Was die anderen Nebendarsteller betrifft, so gilt das Raumschiff-Enterprise-Prinzip. Jeder, den man nicht beim Namen kennt, und der mit auf die Suche nach dem Krokodil geht, wird sterben. So ist der Plot bis auf die eine oder andere kleine Überraschung ziemlich offensichtlich. Wenn mit einem Boot gefahren wird, erscheint das Krokodil (alle fliegen natürlich ins Wasser), wenn getaucht wird, erscheint das Krokodil und wenn jemand zu nah am Wasser steht,.... na ja. Sie wissen schon.
Für die Creature Effects ist wieder einmal Stan Winston zuständig, der das Krokodil auf eine gigantische Größe anwachsen lässt, die sogar dem Kinogeher Ehrfurcht einflößt. Die Computeranimationen sind für die Qualität des Filmes voll in Ordnung, werden aber durch die vielen Nahaufnahmen sowieso nicht arg strapaziert. Deshalb wirkt das Kroko auch erstaunlich echt.
Leider kann der Film das Dialogtempo nicht bis zum Schluss halten, und so häufen sich die Szenen, in denen Pullman und Fonda näher zueinander finden. Das ist zwar nicht kitschig oder schlecht, aber unnötig, da ihr Zusammenkommen von Anfang an klar ist. Scheinbar sind David E. Kelly da ein bisschen die Ideen ausgegangen und deshalb musste Miner den Film mit solchen Szenen über die Zeit retten. Jedoch kann man sich Lake Placid getrost anschauen. Ein paar kultige Ansagen sind garantiert.

Fazit: Wer mal Lust auf witziges und spannendes Popcornkino mit peppigen Dialogen hat, der kommt um diesen Film nicht herum.


Das Grauen von Lake Placid

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 5/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 5.5

Schnellwertung:


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