Der legendär unverständliche Plot dieses Krimiklassikers ist in der wiederentdeckten Fassung, die eine Erklärungsszene mehr und weniger Bogart-Bacall-Schäkern enthält, ein klein bisschen weniger verwirrend geworden, aber das ist ziemlich belanglos. Ein Geniestreich bleibt das in jeder Version: Was zählt, ist wie in Chandlers Roman nicht die generelle Konzeption, sondern die charismatische Bewegung von Szene zu Szene und das Einfangen von Gesten. Keiner macht das so gut wie Hawks, keiner spielt das so gut wie Bogart: Schwitzend im Glashaus bei General Sternwood, lakonisch-erotische Wortwechsel austauschend mit oversexed Buchändlerinnen, Taxlerinnen und natürlich der künftigen Mrs. Bogart, Laureen Bacall: "It´s even better when you help." Dazwischen schreitet Philip Marlowe durch die korrupte Welt, sieht zu wie der unvergleichlich armselige Elisha Cook jr. ein weiteres Mal unvergleichlich stirbt und strahlt Coolness, Eleganz und Effizienz jede Sekunde so selbstverständlich aus, dass die Handlung letztrangig wird in diesem Gefängnis aus Blicken, sexuellem Knistern und nächtlicher Kriminalität. Manny Farber: "One of the best moments of 40s cinema went completely unnoticed: Bogart walks across the street and looks up to a billboard on the other side." Der Titel The Big Sleep bedeutet übrigens auch nichts, aber er klingt saugut. Punktum. |