Frank Darabont 
verfilmte mit The Green Mile schon zum zweiten Mal einen
Stephen King 
-Roman, welcher wieder in einem Gefängnis spielt. Dieser Film war auch in unseren Landen sehr populär, da er mit Tom Hanks ein prominentes Zugpferd hatte. Darabont benutzte diesmal eine Geschichte, die im Gegensatz zu
Die Verurteilten 
nicht ohne Phantasieelemente auskommt.
Wie schneidet dieser Film also im Gegensatz zu seinem Vorgänger ab? Ich finde, dass er um einige Klassen schwächer ist, und das hat nichts mit Darabonts Handwerk zu tun. Die Bilder von
David Tattersall 
sind gestochen scharf und an Perfektion nicht zu überbieten. Auch den Szenen selbst scheint es an nichts zu mangeln. Wo schleichen sich also die Fehler ein?
Das erste Problem ist die Länge des Filmes. Wer kann schon über drei Stunden in einem Kinosessel sitzen, ohne seine Backen nachher nicht mehr zu spüren? Am Ende konzentriert man sich schon mehr auf seine Sitzposition als auf den Film. Auch die Story scheint künstlich in die Länge gezogen zu sein. Knastalltag und private Probleme sind ja ganz toll, jedoch kann man sich das nicht hundertmal hintereinander anschauen. Verschiedene Nebenhandlungen scheinen nicht die Story selbst voranzutreiben, sondern nur die Zeit zum Showdown zu überbrücken. Dabei sind eben diese Nebenhandlungen interessanter, als die Haupthandlung selbst.
Die Geschichte verliert nämlich an Spannung, sobald man weiß, wozu Coffey in der Lage ist. Seine Heulerei und seine kitschigen Heilungen (besonders bei der Direktorsfrau) stören mit der Zeit sogar ein bisschen. Das liegt auch an der weinerlich nervigen Art, die Michael Clarke Duncan seiner Figur verleiht. Spannung kommt nur auf, wenn Percy die Bühne betritt. Selten hat man gegen einen Filmfigur eine derartige Aggression entwickelt wie gegen ihn. Besonders im Englischen gibt Hutchinson seiner Rolle einen leichten Südstaaten-Touch mit einer Prise Arroganz und Schwülstigkeit. Damit trifft er seine Figur ganz genau.
Somit gehört dieser Film ausschließlich Doug Hutchinson als sadistischer Wärter. In seinen Augen spiegelt sich das pure Böse wieder. Ihm nimmt man die Rolle des Mannes, der einen Häftling (Michael Jeter) gnadenlos durch Nichtbefolgen der Anweisungen zu Tode quält, sofort ab. Auch der zweite Bösewicht, der durchgedrehte Wild Bill (Sam Rockwell) besticht durch seine wahnsinnigen Aktionen, welche nicht nur schockierend, sondern auch amüsant sind. Er ist die zweite schillernde Figur des Filmes. Hanks, Morse und Pepper spielen brav ihre Rollen herunter, wobei sie nie wirklich glänzen. Warum Michael Clarke Duncan für diese Rolle für den Nebenrollen-Oscar nominiert wurde, ist mir bis heute nicht klar.
Fazit: The Green Mile ist ein wahrhaftig langer Film. Zu lang, um wirklich gut zu sein.