The 13th Floor stammt aus dem
Roland Emmerich 
Team. Emmerich führte jedoch nicht Regie, sondern produzierte diesen Science-Fiction Thriller nur. Für die Regiearbeit engagierte er
Josef Rusnak 
. Die Geschichte basiert auf einem Roman von Daniel F. Galouye. Für das Drehbuch war auch Rusnak zuständig.
The 13th Floor ist ein Genremix aus
eXistenZ 
,
Twelve Monkeys 
und
Dark City 
. Und gar kein schlechter. Kunstwelten beflügelten immer schon den Geist des Menschen. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, ob unsere eigene Welt Realität ist, oder nur ein von einem anderen geschaffenes Computerprogramm. Wie schon Cronenberg in Existenz, spielt Rusnak mit mehreren Ebenen von Realität, wobei der Zuschauer erst am Ende die Auflösung erfährt. Dabei schafft es der Film, bei Weitem intelligenter zu sein als alle Emmerich-Filme zusammen. Rusnak lässt die Schauspieler keine doofen Dialoge aufsagen und auch die Handlung ist frei von irgendwelchem Kitsch. Manchmal ist der Film jedoch etwas zu unspektakulär, was für einen Thriller keine gute Eigenschaft ist..
Der Kameramann
Wedigo von Schultzendorff 
gibt dem Film sein düsteres und pessimistisches Ambiente. In der realen Welt regiert die Dunkelheit, wobei schwarz und blau die Szenen beherrschen. Noch besser sieht jedoch die Kunstwelt aus, welche in tolle, grobkörnige Brauntöne getaucht ist. Im Computerraum arbeitet er mit einer uralten grünen Lasershow, welche aber sehr gut zur Optik des Filmes passt. Sehr endzeitmässig sieht auch das Ende der virtuellen Welt aus. Am Rand geht sie in ein grünes Raster über, welches eine ziemliche Unheimlichkeit ausstrahlt. Da muss man wirklich den Hut ziehen.
Falls Sie sich das Video ausleihen wollen, dann müssen Sie am Anfang etwas vorspulen. Das Lied Join me von der Gruppe H.I.M. war in unseren Landen ein so großer Hit, dass die Verleihfirma diesen Song und sogar die nächste Single vor den Film draufpackte. Das scheint ein neuer Trend zu sein. Vor Hercules trällerte Michael Bolton und vor Taxi Taxi musste man sich so eine bescheuerte Rapnummer anhören. Scheinbar werden die Lieder jetzt schon wichtiger als der Film selbst. Sozusagen der Film zum Merchandising. Ein Weg, den ich nicht gutheißen kann.
Craig Bierko und
Vincent D´Onofrio 
spielen die zwei Computerexperten, welche das Geheimnis um die künstliche Welt lüften. Besonders Bierko überzeugt als Mann, der überraschend in eine Situation gerät, mit der er zurechtkommen muss. D´Onofrio spielt nach
Full Metal Jacket 
und
Strange Days 
wieder einmal einen ausgeflippten Typen. Armin Mueller-Stahl hat keine allzu großen Auftritte, schwebt jedoch wie ein Phantom über der ganzen Geschichte. Der weibliche Part wird von
Gretchen Mol 
gespielt, welche stark an die tolle
Penelope Ann Miller 
erinnert.
Fazit: Kein überragender, aber doch einigermaßen sehenswerter Cyberthriller, der besser ist als der Ruf seines
Produzenten 
.