Der brutalste und blutigste Film aller Zeiten. In Deutschland verboten. Bereits der Besitz ist eine strafbare Handlung. Wer ihn gesehen und überlebt oder sich während des Films nicht ständig übergeben hat, ist ein Held.
So oder so ähnlich hörten sich Gespräche über „Tanz der Teufel“ in den 80er Jahren an und wir alle haben sie geglaubt. Natürlich wollte auch jeder diese auf Zelluloid gebannte Reinkarnation des Bösen mit eigenen Augen gesehen haben… um im Endeffekt eines Besseren belehrt zu werden.
„The Evil Dead“ ist ein Splatterfilm, keine Frage. Er ist blutig, brutal und purer Horror, kein Zweifel. Was aber den meisten Moralverfechtern von damals scheinbar entgangen ist: Er ist auch unglaublich komisch und ganz gewiss keine Gefährdung des „Guten Geschmacks“.
Gespickt mit zahlreichen witzigen Szenen, die hauptsächlich auf der genialen Mimik und Gestik von Bruce Campbell basieren, kann man herzlich lachen wenn Zombies das Zeitliche segnen und Ash (
Bruce Campbell 
) sich dabei herrlich ungeschickt anstellt. Eigentlich bekommt er immer eins auf den Deckel und entspricht somit auch nicht der Rolle eines klassischen Helden. Er ist vielmehr ein Antiheld ohne die dafür häufig so charakteristische melancholische Art. Ihn scheint die ganze Situation mehr zu nerven als zu schockieren, er lässt sie mehr „über sich ergehen“ als das er beeindruckt wäre. Dieser Coolnessfaktor macht ihn quasi zu den „Three Stooges“ in einer Person und ist klarer Aufhänger des Films. Ohne Bruce kein Evil Dead!
Regisseur
Sam Raimi 
hat nicht nur sich selbst mit „The Evil Dead“ ein Denkmal gesetzt, sondern auch
Bruce Campbell 
zu dem wohl kultigsten B-Movie-Actor unserer Zeit gemacht. Auf eine Frage hin, wie es war, in einem Film mit soviel Blut & Gore mitzuspielen, anwortete Bruce kurz: "Sticky!" -(Klebrig).
Auch heute noch zehren viele Filme vom Potential des Klassikers, denn so banal die Story auch immer sein mag: Sie funktioniert! Hätte Sam Raimi „Evil Dead“
nur als Horrorfilm inszeniert, würde vermutlich heute keiner mehr Notiz von ihm nehmen, aber die One Man Show von Bruce Campbell, die charmanten Slapstickeinlagen und der Fakt, dass sich der Film nie wirklich Ernst nimmt, macht ihn zu einem zeitlosen Klassiker des Genres. Sicherlich kommen einem die Spezialeffekte von damals heute lächerlich vor, aber das schafft eigentlich nur neue Schmunzler, die für den Film nicht wirklich schlecht sind. Erstklassig ist allerdings immer noch die Kameraführung, die Sam Raimi auch in seinen späteren Projekten versucht hat, beizubehalten. Die Kamera fliegt durch den Wald, mitten durch! ein Auto hinein in die kleine Hütte. Vor ihr ein sich immer umdrehender, stolpernder und leidender Ash. Verfolgungsjagd par excellence.
Im Laufe der „Evil-Trilogie“ wurde das Augenmerk von Film zu Film immer weiter weg von reinem Splatter hin zu schwarzen Humor gelegt, so dass
Armee der Finsternis mehr als Komödie denn als Horrorfilm bezeichnet werden muss. Alle Teile passen aber in ein Gesamtkonzept und es bricht keiner aus der Bahn. Eine der wenigen Trilogien, bei der wirklich jeder einzelne Teil gut ist. Und „Evil Dead“ ist der gelungene Auftakt.
Fazit: Der Urvater des Splatstick. Ein witziger Horrortrip mit einem grandiosen Bruce Campbell. Definitiv Kult!