Hört sich das für Sie nicht wie eine Mischung aus
Das Fenster zum Hof 
und
The Sixth Sense 
an? Bingo, das ist es auch.
Robert Zemeckis 
stöpselt hier aus allen mögliche Versatzstücken seinen übersinnlichen Gruselthriller zusammen. Damit begibt er sich eigentlich auf ein neues Spielfilmterrain, denn bisher hatte er seine Erfolgserlebnisse eher mit Familienunterhaltung wie
Zurück in die Zukunft 
,
Falsches Spiel mit Roger Rabbit 
oder
Forrest Gump 
. Sein letzter Film war der stark gefloppte Contact mit
Jodie Foster 
. Was die Erfahrung in Sachen Gruselfilm betrifft, so ist dieses Genre für Zemeckis jedoch nicht völliges Neuland. Er ist nämlich einer der Executive Producer der Serie Tales from the Crypt, der auch der Spielfilm Ritter der Dämonen entsprungen ist.
What lies beneath beginnt ohne Vorspann, was auf einen flotten Anfang hoffen lässt. Wenn der Regisseur sich nicht lange mit den Anfangstiteln beschäftigt, dann will er doch wohl gleich zur Sache kommen. Das tut Zemeckis aber nicht. Er beginnt seine Story sehr langsam und baut lieber seine Charaktere ein bisschen auf, bevor er ihnen die Geister ins Haus schickt. Da mag ja eine gute Absicht dahinter stecken, wenn man als Zuschauer jedoch eine Stunde mit billigen Schreckszenen á la "Die Tür geht von selbst auf, es ist jedoch nur der Hund" abgespeist wird, dann kommt man schon ins Grübeln. So zieht der Film sein Tempo an, um es gleich nach besagten Szenen wieder zu zügeln. Es gibt einfach zu viele Erholungsphasen, die eher langweilig als passend sind.
Zemeckis baut in
What lies beneath mehrere Handlungsstränge auf. Er will den Zuschauer im Ungewissen lassen, ob sie zusammenhängen, oder ob sie einfach nur ins Leere laufen. Dabei gibt es auch einige Szenen, die so was von nebensächlich daherkommen, in denen der Zuseher aber sofort bemerkt, dass es damit etwas auf sich hat (oder auf sich haben wird). Wenn Claire Norman im Labor besucht und an einer Ratte ein Mittel ausprobiert wird, dass sie lähmt, ihre Wahrnehmung jedoch aufrecht erhält, dann weiß man, dass dieses Serum im Laufe des Filmes noch seine Anwendung finden wird. Wer die Tales from the Crypt Serien kennt, dem wird das Ganze auch bekannt vorkommen. In einer dieser Folgen spielt nämlich so eine Art Serum eine ganz wichtige Rolle. Da hat Zemeckis von sich selbst geklaut. Was die Nachbarn betrifft, so ist dieser Handlungsstrang eine perfekte Kopie von Das Fenster zum Hof. Claire beobachtet den Nachbarn mit dem Fernglas und geht dann schließlich hinüber, um nach Beweisen zu suchen. Da hat Zemeckis bei anderen geklaut. Schließlich ist da noch der Teil mit dem Geist, in den die Geschichte nach einer Stunde ganz über geht. Das hatten wir ja wohl schon in The Sixth Sense. Da hat Zemeckis schon wieder geklaut. Höchstwahrscheinlich hat er dieses Skript schon lange in der Schublade gehabt (das sagen sie nämlich alle), um dann auf den Geisterzug aufzuspringen, der durch The Sixth Sense und Echoes ausgelöst wurde.
Das ist alles aber nicht so schlimm, da man ja auch mit geklauten Ideen einen guten Film machen kann. Zemeckis macht aber den Fehler, seinen Film auf 129 Minuten auszudehnen und dabei extreme Langeweile (wie schon in Contact) aufkommen zu lassen. Dabei spielt er immer wieder das alte Spiel, in dem die Frau etwas Schreckliches sieht, das jedoch verschwunden ist, als sie es ihrem Mann zeigen will. Keiner glaubt ihr und deshalb muss sie zum Psychiater (gähn). In 1 ½ Stunden wäre es auch möglich gewesen, die anfänglich komplexe, später jedoch ins Banale abdriftende Story zu erzählen. Relativ gut gemacht ist aber der Showdown, der fast vollständig auf Gruselszenen á la Poltergeist verzichtet und die zarter besaiteten unter uns zum Fingernägelkauen anregen wird. Für die geübteren und erfahreneren Gruselfilmfreunde ist das alles jedoch reine Routine, die keinen mehr wirklich vom Hocker haut.
What lies beneath könnte man als One-Woman-Show von Michelle Pfeiffer betrachten. Sie glänzt als labile Ehefrau, die nach Aufgabe ihres Jobs und nach dem Flügge werden der Tochter keine richtige Aufgabe mehr hat und in ein Depressionsloch fällt. In den Geisterszenen spielt sie gekonnt mit den Augen und Lippen, um die Angst darzustellen, die den Filmcharakter überfällt. Auch als laszive Verführerin überzeugt sie auf allen Linien. Eine wirklich ambitionierte Schauspielerleistung von Michelle Pfeiffer. Harrison Ford sieht man in den ersten 1 ½ Stunden kaum, und wenn, dann haut er die üblichen Standardsätze hinaus, die ein Mann seine verrückte Frau hören lässt. Erst zum Ende hin bekommt auch seine Rolle mehr Bildschirmpräsenz, was ihr jedoch nicht viel mehr Tiefe verleiht. Fast schon typisch Ford.
Fazit: Keine neue Attraktion in der Geisterbahn, jedoch für Fans des Genres und für zartere Gemüter durchaus unterhaltsam.