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Das Fenster zum Hof
Original-Titel: Rear Window
Land/Jahr: USA / 1954
Genre: Thriller
Mit: James Stewart .... L.B. "Jeff" Jefferies
Grace Kelly .... Lisa Carol Fremont
Regie: Alfred Hitchcock
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    Pressefotograf bricht sich ein Bein, ist ans Bett bzw. an den Rollstuhl gefesselt und wird aus Langeweile zum Voyeur. Tag und Nacht sitzt er am Fenster und beobachtet, was in den Wohnungen ringsum passiert. Dabei deckt er einen Mord in der Nachbarschaft auf.

    Eine Kritik von Iris Träutner, 15.08.2000
 
Inhalt
 
 
L. B. Jeffries (James Stewart ), ein ehrgeiziger Pressefotograf, hat zuviel riskiert und sich bei der Arbeit das Bein gebrochen. Sieben Wochen ist er nun dazu verdammt, in seiner Wohnung zu bleiben. Also sitzt er am Fenster und beobachtet alle Menschen, in deren Wohnung sich ihm ein Einblick bietet.
Da wäre zum Beispiel "Miss Lonelyhearts", die alternde Jungfer, die verzweifelt versucht, ihre Einsamkeit zu bekämpfen.
Oder "Miss Torso", die Balletttänzerin, die sich der Männer kaum erwehren kann.
Außerdem der erfolglose Musiker, der den ganzen Hof mit seinem Klavierspiel erfüllt.
Und dann gibt es noch das Ehepaar Thorwald, ein Vetreter für Modeschmuck und seine behinderte Frau. "Jeff", wie Jeffries genannt wird, kann durchs Fenster beobachten, dass man bei den beiden nicht gerade von einer harmonischen Ehe sprechen kann.
Eines Nachts verlässt Mr. Thorwald trotz strömenden Regens dreimal die Wohnung, in der Hand seinen Musterkoffer, um kurze Zeit später wiederzukommen.
Und nach dieser Nacht ist seine Frau verschwunden.
Jeff wittert ein Verbrechen und erzählt die Geschichte seiner jungen Freundin Lisa (Grace Kelly ), die er nach kurzer Zeit überzeugen kann.
Er ruft seinen ehemaligen Arbeitskollegen Doyle zu Hilfe, der nun Polizist ist, wird aber nicht richtig ernstgenommen. Doyle recherchiert zwar, doch kann er nichts Belastendes über Thorwald herausfinden.
Jeff ist trotzdem überzeugt, dass Mrs. Thorwald umgebracht wurde und lässt keinen noch so riskanten Trick aus, um den mutmaßlichen Mörder aus der Reserve zu locken.
 
Kritik
 
 
"Eine Inhaltsbeschreibung von Rear Window kann kaum die völlige Neuheit und die nicht wiederzugebende Komplexität des ganzen Unternehmens verdeutlichen. Die Konstruktion des Films ist rein musikalisch, mehrere Themen greifen ineinander oder antworten aufeinander: Ehe, Selbstmord, Verkommenheit, Tod, das Ganze im Licht einer raffinierten Erotik. Doch vor einem so fremdartigen und neuen Film vergißt man leicht diese atemberaubende Virtuosität; jede Einstellung für sich ist eine erfolgreich bestandene Prüfung, eine gewonnene Wette" (François Truffaut , 1954).
Tatsächlich ist die Ehe eines der Hauptthemen des Filmes: Jeff selbst ist überzeugter Junggeselle, der aber von seiner Freundin bedrängt wird. Gegenüber ist gerade ein frisch verheiratetes Paar eingezogen, Mrs. Thorwald wird ihre Ehe zum Verhängnis.
Voyeurismus ist ein weiteres Thema: Natürlich spielt die Frage nach der Moral eine Rolle, einfach fremde Leben zu beobachten. Andererseits wird die Ohnmacht des Beobachters deutlich spürbar, wobei ja der Betrachter des Films schon auf eine Metaebene gehoben wird, indem er zum Beobachter des Beobachtenden wird.
Der Aufbau des Filmes ist einfach und genial: Wie so oft bei Hitchcock , man denke nur an "Cocktail für eine Leiche ", kommt der Film ohne Ortswechsel aus. Ort des Geschehens ist das kleine Zimmer, in dem Jeff in seinem Rollstuhl sitzt.
Auch die sogenannte "Einheit der Zeit" wird ziemlich gut bewahrt, die Geschichte spielt sich innerhalb von wenigen Tagen ab.
Was die Handlung betrifft, so gibt es neben der Haupthandlung noch viele kleine Nebengeschichten, etwa das Schicksal von Miss Lonelyhearts oder die problematische Liebesbeziehung von Jeff und Lisa: Sie die erfolgreiche Powerfrau aus gutem Hause, er der Abenteurer, der von der Hand in den Mund lebt.
Durch diese Nebenhandlungen werden die Leerläufe der Haupthandlung überbrückt, also die Zeit, in der Jeff Thorwalds Wohnung beobachtet, aber nichts passiert.
Doch diese filmischen Mittel erscheinen dem Zuschauer ganz natürlich und organisch und so wird anhand von Einzelexemplaren die Gesamtheit der Menschen dargestellt, die Tür an Tür leben und dennoch nichts voneinander wissen. Und doch kommt es manchmal vor, dass man zusammenkommt, wie bei Miss Lonelyhearts, die durch die Musik, die im Hof ertönt, wieder zum Leben und zum Pianisten über ihr findet.
Wer weiß, ob neben Ihnen nicht Ihre große Liebe wohnt? Oder vielleicht Ihr Mörder...


Das Fenster zum Hof
Mal ganz ehrlich: Steckt nicht in jedem von uns ein kleiner Spanner?

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 7/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 6.6538461538462

Schnellwertung:


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