Im Zweijahrestakt beehren uns die Farrelly Brüder (
Bobby 
und
Peter Farrelly 
), die ja wie die Coens (
Joel 
und
Ethan Coen 
) immer gemeinsam ihre Filme drehen, mit immer wieder neuen Geschmackstestern. Dabei lassen sie von Exkrementen, über Behindertenbeleidigung bis zu Tierquälerei wieder einmal nichts aus. Schon in
Verrückt nach Mary 
haben sie Sperma im Film salonfähig gemacht und kleine Hunde gequält, was zu vielen Nachahmungen geführt hat. Ihren Humor liebt man, oder man hasst ihn abgrundtief. Ihr neuer Film bringt in Sachen Spaßeinlagen allerdings nicht viel neues.
Die Handlung von Ich, beide und sie ist wieder einmal nur ein Grund, bitterböse Scherze unter der Gürtellinie an die Frau bzw. den Mann zu bringen. Dabei zünden einige wie verrückt, manche sind in Ordnung und ein paar gehen in die Hose. Dabei gibt es jedoch wieder Kultszenen, die einen im Kinosessel laut auflachen lassen.
Wenn Charlie die auf der Straße liegende Kuh durch mehrere Gnadenschüsse in den Kopf töten will, die aber partout nicht stirbt, worauf er dann niedergeht, um sie zu erwürgen, dann weiß man, dass man in einem Farrelly-Film ist. Jim Carreys Slapstickeinlagen sind wieder einmal spitze (wenn man sie mag). Keiner kann solche Grimassen schneiden wie er. Auch sein körperlicher Einsatz, wenn er am Ende gegen sich selbst im
Fight Club 
Stil kämpft, ist genial. Besonders böse (und leider auch gut) ist der Film jedoch, wenn es um Beleidigungen geht, die anders aussehende betreffen. Wenn Casper (der blonde Albino-Kellner mit Vollbart) an den Tisch kommt und Carrey als rüpelhafter Hank laut aufschreit "Oh God. A giant Q-Tip", dann biegt man sich vor lachen. Auch der später folgende Dialog, in dem sich Hank mit den Worten entschuldigt: "I don´t want to call you Milky anymore. What´s your real name?" und Casper antwortet: "My real name is Casper, but my friends call me Whitey." Ist bezeichnend für den Farrelly Humor.
Da wird nicht nur auf Kleinwüchsige losgegangen, sondern auch noch auf kleinwüchsige Schwarze. Klischees werden strapaziert, wenn Charlies drei Söhne sich in der ärgsten Ghettosprache miteinander über Physik und Biologie unterhalten. Tief wird es bei Witzen, in denen sich Hank auf dem Nachbarsrasen groß erleichtert und der nächste Schnitt Schokoladeneis aus einem Automaten hervorbringt, welches sich der Colonel (
Robert Forster 
) herunterlässt. Auch das im Hintern eines Deputy steckende Huhn ist mM nach schon zuviel des Guten. Hier ist das Humorverständnis des Zusehers schon ein bisschen abgenutzt.
Ein weiteres Problem des Filmes sind seine Längen. Immer wieder bauen die Farrelly Brüder Passagen ein, in denen eine Szene mit einem Popsong beginnt. Das ist uns aus ihren früheren Filmen, sowie aus Teenagerkomödien aus der letzten Zeit zwar schon bekannt, jedoch übertreiben es die beiden. Alle zwei Minuten beginnt der Anfang eines Liedes, um dann sofort wieder abgewürgt zu werden. Auf diesem Soundtrack müssten, wenn es nach dem Film geht, 30 Lieder sein.
Jim Carrey legt wieder einmal einen Talentprobe als Spaßmacher ab, wobei er nach
Dumm und Dümmer (auch von den Farrellys),
Ace Ventura und
Die Maske auch schon im ernsteren Fach unterwegs war. Dieser Film scheint für ihn wie eine Entspannung zu sein. Er macht das, was er am besten kann, nämlich wie ein wilder herumhampeln, bis die anderen Schauspieler ganz ins filmische Abseits gedrängt sind.
Renée Zellweger dagegen muss gar nicht viel machen, damit ihr die Männerherzen zufliegen. Sie hat eine unschuldige und süße Art, die in jedem Mann den Beschützer wach werden lässt. Dieses Gefühl muss auch Carrey gehabt haben, da die beiden durch diesen Film auch privat ein Paar wurden.
Auch zu erwähnen ist der Charakter des Casper (
Michael Bowman 
), der einige Lacher auf seiner Seite hat, da er durch sein Aussehen und durch sein eigenartiges Wesen extrem sympathisch wirkt.
In einer Nebenrolle sieht man auch die Legende Robert Forster, der ja mit
Jackie Brown 
sein Comeback schaffte.
Fazit: Nicht so gut wie seine Vorgänger, da Tempo und Witz manchmal auf der Strecke bleiben. Für Fans jedoch ein MUSS.