Wie ein Turbo-Power-Rangers-Auftritt wird zu Beginn ein Konzert von "Cham" gestartet. Auch wenn sich
Perfect Blue als Manga auf die Spuren von
De Palma 
und
Hitchcock 
begibt, nimmt er alles nicht so ernst, dass er jemals ins Traumatische abgleiten würde. Stattdessen zeigt sich der Erstling von
Satoshi Kon 
(der zuvor an Designs für
Akira und
Roujin Z mitarbeitete) als niedliche, wenn auch nicht unintelligente Version eines B-Film-Verwirrspiels. "Wenn
Alfred Hitchcock 
mit
Walt Disney 
zusammengearbeitet hätte, wäre
Perfect Blue dabei herausgekommen", sagte ein enthusiasmierter
Roger Corman 
nach Ansicht diese Films und man kann ihn verstehen. Zwar baut sich
Perfect Blue rund um seinen hübschen Bubblegum-Soundtrack als allen Mangaerwartungen (blecherne Dialoge, gemäßigte Beschleunigung, schlenkernder Plot) gerecht werdende Fingerübung trotz seiner angenehm blickwinkelsprengenden Handlungssprünge, aber dahinter lauert doch ein abgründiger Blick auf die Vermarktungserscheinungen der Popkultur. Besessene Idolisierung, Persönlichkeitsnivellierung im Showgeschäft und eine grundlegend verwirrte Erfahrung der Glamourwelt formen den Boden dieses guten, aber nicht bahnbrechenden Psychothrilers.
Die größte Leistung von
Perfect Blue besteht eher darin, Genreidiome aus Hitchcock-Filmen über die beschleunigten Bildflächen des Pop-Kinos in die Welt der Animation zu übertragen. Der Film schreitet dabei stets unterhaltsam voran, kann aber nicht ganz die Abhängigkeit von seinen Vorbildern verleugnen. Kein neuer
Ghost in the shell 
also, der auch weiterhin als einziger Manga von hohem Bekanntheitsrad Genregrenzen erweitern konnte, aber eine durchwegs erfreuliche Angelegenheit an der Bruchstelle von Thriller, Geschlechterverwirrung und Fantasy, die nicht nur Genrefreunde ansprechen sollte. Der Titel bleibt trotzdem rätselhaft:
Perfect Blue malt seine amüsante, kleine Welt eher in blassem Grün und Rot, der Farbe von Blut.