Shinji Aoyama  , Meister der vielen Zwischentöne in Genrefilmen, geht dem Horrorthriller an den Kragen: Ein mysteriöser Mord führt eine Einbalsamierungsexpertin auf ein rätselhaftes Dreieck zwischen Sekten, pathologischer Liebe und eigener Vergangenheit. Sozusagen das Gegenstück zu Kollegen und Konkurrent Kiyoshi Kurosawas Seance: Beide ehemaligen Kritiker werfen sich in eiskalten, hinterfotzig arrangierten Thrillerstücken die Genreelemente um den Kopf, um (gewissermaßen vor dem Anderen) etwas Neues daraus zu formen. In Enbalming weidet Aoyama das Auge an detailliert gestalteten Sequenzen rund um die Konservierung des Körpers, deren stilisierte Qualität ihnen das Echte raubt und zugleich umso stärker auf die Verstümmelungsqualitäten des Horrorfilms verweist. Die Story dazwischen absolviert ihre trockenen Wendungen mit so tollem Witz, dass das untergründige Unbehagen auf der Strecke bleibt - der Showdown ist eine Anhäufung der Absurdität, die auf einen punktgenau absolvierten Schlussknaller zusteuert - und ihn mit eleganter Knappheit erledigt. |