Sie mögen alte Filme nicht, weil Sie nicht dem heutigen Standard entsprechen und die Inszenierung antiquiert ist? Wenn Sie sich vom Gegenteil überzeugen lassen wollen, dann ist
Die Sieben Samurai wohl eine ideale Gelegenheit. Akira Kurosawa, Japans wohl bekanntester Regisseur, zeichnet hier eine Fabel über Gewinner und Verlierer, Heldenmut und über die sozialen Stände Japans in der Vergangenheit. Dabei beeindruckt seine Erzählung durch extrem tiefe Charakterstudien und atemberaubende Kampfszenen.
Sehr bekannt wurde dieser Stoff in unseren Breitengraden durch die amerikanische Version
Die Glorreichen 7 
mit
Yul Brynner 
, welcher sogar eine Fortsetzung folgte.
John Sturges 
drehte mit diesem Film einen der besten Western der Filmgeschichte, obwohl er dem Original nicht das Wasser reichen kann. Das beginnt schon bei der sehr differenzierten Zeichnung der Heldencharaktere. In Kurosawas Werk werden auch die Samurai angeklagt, viele schlechte Dinge getan zu haben. So verstecken die Bauern ihre Töchter, als sie erfahren, dass die Retter des Dorfes bald auf der Bildfläche erscheinen werden. Als man dann im Dorf Rüstungen und Waffen von getöteten Samurai findet und die Gruppe die Bauern beschuldigt, ergreift der wilde Heihachi deren Partei, indem er dem Mitgliedern des Samurai-Standes vorwirft, auch vieles falsch gemacht zu haben. Welcher amerikanische Film würde sich je trauen, auch einmal schlechte Seiten seiner Helden zu zeigen?
Durch diese Menschlichkeit findet der Zuschauer sehr schnell Zugang zu den Charakteren. Man beginnt, ihr Handeln zu verstehen und ihre Launen zu deuten. Das macht die Kämpfe natürlich umso spannender, da man von keinem will, dass er sein Leben lässt. Auch hier beweist Kurosawa als einer der ersten Regisseure Mut, indem er den Großteil der Gruppe zwar in den Heldentod gehen lässt, jedoch der Anführer der Samurai am Schluss des Filmes aufgrund dieser Tode den Sieg nicht als Erfolg, sondern als Niederlage deutet. Dies spiegelt beeindruckend den Niedergang der japanischen Militärkaste wieder. Doch nicht alles in
Die Sieben Samurai ist todernst. Kurosawa hat auch Sinn für Humor, was man einerseits an der Figur des Heihachi, andererseits an geschickt platzierten Seitenhieben auf die stolzen Samurai sieht.
Der zweite entscheidende Punkt für die hohe Qualität dieses Werkes, welches 1954(!) entstanden ist, sind die Kampfszenen. Kurosawa schafft es, trotz einiger Massenszenen und Schauplatzwechsel innerhalb des Dorfes, den Zuschauer nie die Übersicht verlieren zu lassen. Hier verschwinden die Bösen nicht einfach oder vermehren sich auf wundersame Weise. Man kann immer genau mitverfolgen, wie viele Schurken gerade die letzte Reise antreten, was auch auf das perfekte taktische Geschick des Samurai-Anführers zurückzuführen ist. Dadurch wirken die Kampfszenen extrem realistisch. Wenn es regnet, kann es schon passieren, dass jemand ausrutscht. Außerdem streckt ein Samurai mit einem einzigen Hieb nicht Dutzende Gegner nieder. Einen Mann vom Pferd zu holen, wird zur Aufgabe vieler. Also, Realismus pur.
Auch Akira Kurosawas Talent für herrliche Bilder ist beeindruckend. So ist
Die Sieben Samurai zwar "nur" in Schwarz-Weiß, die Bilder entwickeln jedoch eine Intensität, der man sich nicht entziehen kann. Dies, und die hervorragenden Schauspieler, angeführt durch den legendären
Toshirô Mifune 
, machen diesen Film zu einem "echten" Klassiker, der in der Filmgeschichte seinesgleichen sucht.
Fazit: Wollen Sie an Filmgeschichte teilhaben? Dann wissen Sie ja, was zu tun ist: AUSLEIHEN.