Suche:      myDB       Filmlisten & Filmblogs       Foren       Schreiben Sie uns eine Mail!          Anmelden       Log In       Zugangsdaten vergessen ?   
Filmstreifen unten
Hauptseite von 25frames.org  Home
Film-Bereich  Film
   Datenbank
   Neu im Kino
   Leser-Kritiken
   Kritiken-Archiv
   TV-Serien
   Awards
DVD-Bereich  DVD
   Datenbank
   Neu auf DVD
   Leser-Kritiken
   TVonDVD
Blu-Ray Medien Datenbank  Blu-Ray
   Blu-Ray-Liste
   Blu-Ray-Starts
HD-DVD Datenbank  HD-DVD
   HD-DVD-Liste
   HD-DVD-Starts
Ihre persönliche DVD-Datenbank auf 25frames.org  mydb
   MitgliederAlben
   DVDs verwalten
   Flohmarkt
   DVDVorschlag
   Buddies
Stellen Sie persönliche Filmlisten zusammen...  myMovieLists
   MitgliederListen
   Listen bearbeiten
Dier 25frames.org Community  Community
   Foren
   Anmelden
Besser einkaufen mit 25frames.org  Shopping
   Shop-DB
   Schnäppchen
 Mehr...
   Magazin
   News-Archiv
   Impressum








 Kritik    Cast&Crew    Leser    Forum  
The Life Of Oharu
Original-Titel: Saikaku ichidai onna
Land/Jahr: Japan / 1952
Genre: Drama
Mit: Kinuyo Tanaka .... Oharu
Regie: Kenji Mizoguchi
Community Klicken Sie hier um eine Inhaltsangabe zu diesem Film zu erstellen !
Klicken Sie hier um eine Leserkritik zu diesem Film zu erstellen !
Mehr zu Daten zu Cast&Crew finden Sie hier
 
Inhalt
 
 
Oharu (Kinuyo Tanaka), eine abgehalfterte Prostituierte, buhlt nahe eines verlassenen Tempels erfolglos um Kunden. Als sie ins Innere des Schreins geht, erscheint ihr auf einer Statue das Gesicht ihres ersten Liebhabers (Toshirô Mifune ). Damals, 13jährig, wurde sie vom Kaiserhof verbannt, als ihre Beziehung zu einem Samurai niederer Kaste offenbar wurde, der Mann wurde enthauptet. Jahre später sucht ein Fürst eine Frau von außergewöhnlicher Schönheit als Mätresse, um einen Nachfolger zu zeugen. Oharu wird ihm von ihren mitverbannten Eltern auf dem Tablett serviert: Sie versprechen sich eine gesicherte Zukunft. Doch als sie ihm schon nach einen Jahr einen Sohn gebiert, stößt sie nicht nur auf den Neid der anderen Konkubinen, sondern auch das Kind wird ihr weggenommen. Oharu verlässt den Hof, ihr Vater, der in Erwartung fürstlicher Entlohnung auf Pump gelebt hat, überredet sie, ins Freudenviertel zu gehen, um die Existenz der Familie zu sichern. Dort sinkt sie, von einem Schicksalsschlag nach dem anderen getroffen, immer tiefer, bis sie, verarmt, gealtert, zerrüttet, zu den billigsten Straßenmädchen gehört. Doch der Fürst ist inzwischen gestorben, ihr Sohn hat den Palast geerbt. Sie wird zurück an den Hof gerufen...
 
Kritik
 
 
Blockade und Bewegung: Zwei Konstanten im Schaffen Mizoguchis. Zum einen die elegante Aussparung, entscheidende Taten verborgen hinter Möbelstücken, Wandschirmen, Bäumen, Büschen, Wänden. Zum anderen der gleitende Fluss, das langsame Entfalten des Films nach der Tradition des e-makimono, des japanischen Rollbilds. Sei es in Form getragen bewegter Plansequenzen, sei es im Gang der Figuren, oft in ferner Distanz: Die Protagonisten Mizoguchis setzen ihre Fähigkeit zur Mobilität oft als letzte Ausflucht gegen die Starrheit des Systems.
Das System ist häufig das der Feudalzeit, die Protagonistin zumeist weiblich. Das Leiden der Frau, Mizoguchis Hauptthema, steht auch im Zentrum von The Life Of Oharu, um dessen Realisierung er jahrelang kämpfen musste. Zur Handlungszeit des Films, in der Genroku-Epoche, gilt die Frau noch selbstverständlich als Leibeigentum des Mannes: Verraten, verkauft, geschändet von Liebhabern, Dienstherrn, dem Vater und dem Ehemann, sinkt Oharu Stück um Stück auf der Gesellschaftsleiter. Mizoguchi, Meister der fließenden Distanz, variiert die immergleiche Grundsituation der Demütigung episodisch stets aufs Neue, quer durch die Geschichte des sozialen Abstiegs: Die Unterdrückung zieht sich durch alle Klassen, alle Orte. Als könnte man der Verzweiflung dieser Spirale nur mit größter Stringenz entgegenwirken, hält Mizoguchi dabei der Aussichtslosigkeit der Story höchste Inszenierungskunst entgegen: Die Würde und Schönheit, die die Heldin (außergewöhnlich: Kinuyo Tanaka) verliert, schlummern in den zahllosen, manchmal komischen, zumeist tragischen Details - eine elektrisierende Geste weiblicher Solidarität angesichts des Alters, die Kirschblüte, die sich in einer langen, eine lebensentscheidende Jagd begleitenden Kamerafahrt vor die Handlung schiebt, der Blutstropfen am Schwert des Henkers nach vollzogener Enthauptung. Mizoguchi arrangiert Symbole der Vergeblichkeit, testet seine Thesen innerhalb der Szenen auf ihre Anwendbarkeit: Der reiche Kunde, den Oharu eben noch so herablassend behandelt hat und zu dem sie dann unterwürfig zurückgeschickt wird ist ein Fälscher, ihre Argumentation über Würde und Käuflichkeit sinnlos.
Und tatsächlich gönnt Mizoguchi seiner Heldin kein Glück und keine Rechtfertigung. Oharu, die geknechtete Schönheit, die zur hutzligen Hure wird, begreift ihr Dilemma nicht, sondern fügt sich in ihr Schicksal, hoffnungslos, stumm. Wenn sie ausgedient hat, verlässt sie den Ort der Demütigung und nichts bleibt von ihr zurück. Sie muss immer weiter gehen: vom Kaiserhof, von ihrem Mann, ins Freudenhaus, weiter in den privaten Dienst. Von dort vertrieben, geht sie unfreiwillig mit einem Mann, der wegen ihr zum Dieb wurde. Als sie auch den verliert, geht sie neben den Ruinen eines alten Tempels herum, selbst schon eine Ruine. Am Ende, in einer der größten Szenen von Mizoguchis Gesamtwerk will sie schließlich auf das zugehen, was ihr geblieben ist. In einer makellosen Sequenz inszeniert Mizoguchi die Annäherung und Entfernung aus einem majestätischen Arrangement von Einstellungen, die unzählige Blickwinkel suggerieren: In erhabener Distanz, in verzweifeltem Kriechgang, versteckt hinter Pfeilern, getrennt durch Brücken und Treppen, ein hundertfaches Arrangement aus Bewegung und Blockade, verstärkt durch rhythmische Musik. Als auch der letzte Traum gescheitert ist, und Oharu nichts mehr bleibt, spielt sie das Inszenierungsprinzip selbst durch. Mizoguchis Lieblingsfilm im eigenen Schaffen endet ganz natürlich in einer Auslöschung. Oharu versteckt sich vor den Männern, blockiert sich aus dem Bild. Als die weg sind, bleibt ihr nur noch der letzte Schritt: Da geht sie aus dem Film.


The Life Of Oharu
Oharu: Kinuyo Tanaka, vor dem Fall

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 8/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 7

Schnellwertung:


Amazon.de Top-Hits

Werbung

Hinweise
  Druckversion
  Seite verschicken
  Filmeinladung verschicken
  Die letzten Leserkritiken
  Die Top 10 unserer Leser
  Leserkritik verfassen
  Inhaltsangabe verfassen
  Datenfehler melden