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Was Frauen wollen
Original-Titel: What Women want
Land/Jahr: USA / 2000
Genre: Komödie, Romantik
Mit: Helen Hunt .... Darcy McGuire
Mel Gibson .... Nick Marshall
Regie: Nancy Meyers
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    Nick kann nach einem Stromschlag die Gedanken von Frauen lesen.

    Eine Kritik von Markus Steiger, 22.01.2001
 
Inhalt
 
 
Nick Marshall (Mel Gibson ) ist der Inbegriff eines Machos. Aufgewachsen in einem Varieté in Las Vegas und verhätschelt von den Tänzerinnen, konnte auch nichts anderes aus ihm werden. Er arbeitet höchst erfolgreich in einer der größten Werbeagenturen Amerikas und es ist ein offenes Geheimnis, dass er zum nächsten "Creative Director" befördert werden wird. Sein Chef (Alan Alda ) hat da aber etwas dagegen. Die 80er mit ihren Marlboro rauchenden und Weiber begaffenden Männern sind längst vorbei. Das neue Zielobjekt der Werbung ist die junge, dynamische und zielstrebige Frau. Und um Werbung für Frauenprodukte zu machen, ist ein Mann, der lauter Bikinischönheiten an seiner Bürowand hängen hat, nicht der Richtige. Deshalb wird die erfolgreiche Darcy McGuire (Helen Hunt ) an den Posten gesetzt, den Nick schon sicher in der Tasche geglaubt hat. Als erste Übung gibt Darcy den Mitarbeitern der Agentur die Aufgabe, typische Frauenprodukte zu bewerben. Nick, der völlig von dieser Aufgabe überfordert ist, besäuft sich zu Hause und probiert die Damenprodukte an sich aus, wobei er versehentlich ausrutscht und mit seiner vollen Badewanne und dem Föhn gleichzeitig Bekanntschaft macht. Nachdem er vom elektrischen Schlag aufwacht, kann er plötzlich die Gedanken aller Frauen in seinem Umkreis hören. Nach kurzer Verwirrung macht er sich sofort daran, mit seiner neuen Gabe den Posten von Darcy zu übernehmen.
 
Kritik
 
 
Mel Gibson, einer der männlichsten Männer Hollywoods mit lackierten Fingernägeln und Strumpfhose im Bad? Unmöglich, sagen Sie? Dann sehen Sie sich diesen Film an. Gibson verarscht das Image des Übermachos mit ungewöhnlich großem Einsatz. Unter der Regie von Nancy Meyers , deren letzte Regiearbeit eine Doppelte Lottchen-Adaption war, spielt er einen Mann, der sein ganzes Verhalten ändern muss, um nicht in der heutigen "Women´s World" unter zu gehen. Dabei verkommt der durchaus Potential besitzende Film zu einer One-Man-Show Gibsons, für die er sogar für den Golden Globe nominiert ist.

Meyers schickt ihren Star als Prototyp eines Machos ins Rennen, wobei die Besetzung der Hauptrolle wohl noch das Subtilste an dieser Verfilmung ist. Ansonsten bedient sich Meyers stinknormaler Slapstickeinlagen und Szenen, die durch das Thema zwangsläufig entstehen müssen. Witzigerweise hinterlässt der Film gerade bei Letzterem seine besten Eindrücke beim Zuseher. Wenn Nick die Gedanken seiner beiden Sekretärinnen lesen will, jedoch völlige Funkstille besteht, dann muss man wirklich schmunzeln. Das Gegenteil bewirken die Szenen, in denen Gibson Frauenprodukte ausprobiert und wie ein Idiot mit lackierten Fingernägeln in der Gegend herumhampelt. Da hat sich die Regisseurin wohl gedacht: "Das ist sicher lustig, wenn er Sachen macht, die ganz extrem gegen sein Naturell gehen." Um uns diesen "genialen" Witz näher zu bringen (falls ihn beim ersten Mal nicht alle verstanden haben), baut sie ihn kurz darauf noch ein zweites Mal in ihren Film ein. Das ist doch wohl etwas billig.

So geht´s dann einige Zeit dahin, und ich muss sagen, dass das Ganze auch eine gewisse Kurzweiligkeit besitzt. Zum Ende hin verliert Meyers jedoch noch ihren letzten Rest an Kreativität. Nick wird ein geläuterter Mensch und kümmert sich um alle. Er fährt sogar zur Wohnung der Agenturgehilfin, da er in ihren Gedanken Selbstmordabsichten entdeckt hat. Als sie eines Tages nicht mehr zur Arbeit erscheint, macht er sich auf den Weg, um sie zu retten. Außerdem kittet er die Beziehung zu seiner Tochter, welche ihn nicht als Vater, sondern eher als entfernten Freund sieht. Die Szenen mit seiner Tochter haben jedoch einen gewissen Witz, da man von Mel Gibson weiß, dass er im wirklichen Leben die Freunde seiner Töchter genau unter die Lupe nimmt, bevor diese mit ihnen ausgehen dürfen. Schlussendlich verschafft er Darcy ihren Job wieder, da er ihn ihr durch seine Gedankenleserei abspenstig gemacht hatte. In dieser Passage erinnert der Film stark an Und täglich grüßt das Murmeltier , wo der Held auch durch ein übersinnliches Ereignis ein besserer Mensch wurde. Im Gegensatz zu Harold Ramis ´ Werk driftet What Women want aber in heillosen Kitsch ab, der den restlichen Film viel schlechter aussehen lässt, als er ist. Das Ende wirkt außerdem ziemlich zusammengeschustert, wobei man nicht gerade von einem Spannungsbogen sprechen kann.

Mel Gibson spielt die Rolle des Nick mM nach viel zu übertrieben. Ein bisschen Zurückhaltung hätte seinem Charakter gut getan. Zu erwähnen ist aber noch seine Tanzszene á la good old Frankieboy. Die passt zwar nicht in den Film, ist jedoch von Gibson hervorragend absolviert. Hut ab und wieder auf. Helen Hunt merkt man die Spielfreude wirklich an. Für mich ist sie der heimliche Star des Filmes. Schade, dass ihrem Charakter nicht mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Sie ist wirklich eine Erscheinung. Alan Alda fällt nur durch seine Brille auf, und Marisa Tomei spielt die Rolle, die sie immer spielt. Die alleinstehende, ein bisschen ausgeflippte Frau, die einen Mann sucht.

Fazit: Nicht wirklich gut, aber auch nicht schlecht.


Was Frauen wollen

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 4/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 5.9333333333333

Schnellwertung:


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