Auf
Clerks bin ich erst vor kurzem gestoßen.
Vor knapp einem halben Jahr, um genau zu sein. Eigentlich eine Schande, denn Clerks ist einer der Filme, die ein anspruchsvoller Filmfan im Schrank stehen haben sollte.
Für 85.000 Dollar in eigentlich nur einem Set (dem Quick Stop) gedreht und mit unbekannten Darstellern in den Haupt- und Nebenrollen, ist Clerks eigentlich kein "Muss-unbedingt-gesehen-werden"-Film. Doch immerhin heißt der Regisseur
Kevin Smith 
, der Mann, dem wir Chasing Amy und
Dogma 
zu verdanken haben. Kevin Smith ist - und das muss mal gesagt werden - einer der begnadetsten Autoren der Neunziger. Mit wunderbarem Humor, der so ziemlich das politisch unkorrekteste ist, was sich neben South Park finden läßt, verwandelt Smith einen Film ohne Story (was Clerks übrigens ist) in ein Machwerk, das man immer wieder ansehen kann, ohne dass es langweilig wird.
Die Schauspieler, obwohl nicht gerade "erfahren" im Filmbusiness, gefallen auch:
Allen voran Jeff Anderson, der den zynischen Videoverkäufer herrlich, nun ja...politisch unkorrekt darstellt. Wenn er für eine Frau einen Kinderfilm für ihr zweijähriges Kind bestellen soll, dass sie zufällig gerade im Arm hat, und er bei der Zentrale gleich noch das so ziemlich Widerwärtigste an Pornovideos mitbestellt und dann mit einer Unschuldsmiene die verdutze Mutter fragt "Wie hieß der Film doch noch gleich?", funktioniert das perfekt und sorgt dafür, dass man auch noch Stunden nach Filmende auf dem Boden liegt.
Brian O’Holloran sorgt als dauergenervter Dante mit seinem
"I’m not even supposed to be here today!" für eines der besten Zitate in der Filmgeschichte. Richtig lustig wird es aber erst, wenn Anderson und O’Holloran die Streitgespräche zwischen ihren Figuren darstellen, was - zusammen mit dem schon angesprochenen Talent zum Dialogschreiben von Smith - dem Film den letzten Schliff zum absoluten Renner verpasst.
Kurz und knapp: Clerks gehört in jede Videosammlung