Roman Polanski 
kommt einfach nicht vom Thema des Okkulten und Übersinnlichen los. Nach
Rosemaries Baby 
und
Tanz der Vampire 
beschäftigt sich der französische Regisseur auch in
Die neun Pforten mit dem Bösen auf dieser Welt. Dabei spielt der Film wie
Frantic hauptsächlich Frankreich, was ihm zusätzlich das gewisse Etwas gibt. In der Hauptrolle agiert ein herrlich schmieriger Johnny Depp in einer seiner wohl besten Rollen. Als kettenrauchender Arsch zeigt er, was schauspielerisch in ihm steckt.
Ehrlich gesagt, ich mag diesen Film sehr.
Die neun Pforten ist eine Mischung aus Film Noir, Detektiv Story und Okkultthriller. Polanski schafft es geschickt, den Zuschauer im Unsicheren über die wahre Macht der Bücher zu lassen. Ist die Teufelsbeschwörungstheorie nur Humbug oder steckt wirklich etwas dahinter? Nicht einmal das völlig offene Ende gibt Aufschluss. Das einzig Überirdische in diesem Film ist die geheimnisvolle Fremde, gespielt von Emmanuelle Seigner. Irgendwie hat man das Gefühl, das sie von irgendjemandem den Auftrag hat, Corso zu den Büchern zu führen. Alle anderen Akteure scheinen nur Marionetten in einem Spiel zu sein, welches von höherer Macht geleitet wird.
Das Drehbuch nach einem Buch von Arturo Pérez-Reverte ist geschickt aufgebaut und enthüllt bis zum Ende immer mehr vom großen Geheimnis (ohne es je aufzulösen). Polanski setzt hier aber weniger auf Action, sondern mehr auf Suspense. Wem kann Corso trauen? Warum wollen alle die Bücher? Was haben die Signaturen unter den Zeichnungen in den Büchern zu bedeuten? Aufgrund der Sympathie für den Antihelden und der starken Atmosphäre wird man in diesen Film regelrecht hineingesaugt und erlebt deshalb die Story, als würde man selbst mitspielen. Das Einzige, was man etwas kritischer betrachten könnte ist, dass der Film doch eher ein Sammelsurium aus früheren Polanski Filmen ist. Da das aber gut gemacht ist, kann man wohl getrost darüber hinwegsehen.
Großes Lob muss man auch
Darius Khondji 
aussprechen. Seine düsteren Bilder tragen viel zur gruseligen Atmosphäre bei. Wie schon in
Sieben 
,
Alien: Resurrection 
und
Delicatessen 
steht er für gedeckte Braunfarben, die im etwas körnigen Bild eingebettet sind. Auch die Musik von Wojciech Kilar passt sich perfekt der Atmosphäre an. Technisch gibt´s also nichts auszusetzen.
Schauspielerisch kann man auch nicht meckern. Neben der schon erwähnten Traumleistung Depps, können auch Frank Langella, Lena Olin und Emmanuelle Seigner voll überzeugen. Sowieso ist jede Rolle mit sehr guten Charakteren besetzt, die sich perfekt ins Gesamtbild einfügen.
Fazit: Nicht ganz innovativer, jedoch perfekt umgesetzter Okkultthriller vom französischen Regiemeister.