Chunhyang, der nahezu hundertste Film von Altmeister Im Kwon-Taek, erzählt seine Geschichte einer vom Schicksal bedrohten Liebe (sozusagen das dortige Äquivalent von Romeo und Julia) auf zweierlei Weise: Als prächtiges, in satten Farben ausladendes Historiengemälde einer berauschenden Fabelwelt und als Dokument einer Tradition. Zu Beginn ein Pansori auf der Bühne, der traditionelle Erzähler, der allein zur Trommel mit rhythmischem Mantra die Geschichte vorträgt, dann erst, überlappend, der eigentliche Film. Immer wieder lägt sich die Erzählstimme vibrierend über die opulente Exotik der Erzählung und während sich die Legende fast schon wie ein überschwängliches Musical entfaltet, tut es auch die Rahmenhandlung: Ein modernes Zuhörerpublikum wird von der Darbietung mitgerissen wie die Bevölkerung in der eigentlichen Story von der Macht der Liebe. Die Erzählung und der Akt des Erzählens werden eines: ein großer Film eines großen Regisseurs. |