Ein Mann wartet vor einer Uhr. Ray Millands  Frist läuft ab, er wird aus dem Irrenhaus entlassen, geht auf einen Flohmarkt mit reizenden alten Damen und entdeckt das England der Kriegsjahre als getarntes Nest der Spionage. Ein Thriller, der auch Meister Alfred Hitchcock  gut zu Gesicht gestanden wäre, lässt zwei Meister der verdrängten Schuld, Regisseur Fritz Lang und Romanautor Graham Greene aufeinandertreffen und zur gegenseitigen Höchstleistung anstacheln. Der rasend schnelle, von einer verschwörerischen Unglaubwürdigkeit in die nächste taumelnde Plot balanciert ständig an der Grenze zur Selbsttäuschung: Ist der Held wahnsinnig oder ist seine verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit die einzig Richtige? Lang gibt ihm recht (und damit seinen Kommentar zur Weltlage) und inszeniert eine an seine Stummfilmmeisterwerke gemahnende, abstrakt halluzinatorische Abfolge der rätselhaften Zeichen. Blinde können sehen, Freunde sind Verräter, die Räume in kargstem Dekor auf ein Minimum an verwirrenden Vertikalen und Horizontalen reduziert. Schneider Dan Duryea spielt bedrohlich mit einer überdimensaionalen Schere, Alan Napier schreibt Anti-Nazi-Bücher, auf deren Rückseite ein riesiges Hakenkreuz prangt und in einem der großen Showdownmomente der Filmgeschichte kann nur noch das Licht, ganz bildlich und wie durch ein Wunder erstrahlend, den Helden aus den Fängen der Dunkelheit retten. |