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Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück
Original-Titel: Bridget Jones´s Diary
Land/Jahr: Frankreich/USA/Groß Britannien / 2001
Genre: Komödie, Romantik, Drama
Mit: Renée Zellweger .... Bridget Jones
Colin Firth .... Mark Darcy
Hugh Grant .... Daniel Cleaver
Regie: Sharon Maguire
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    Bridget ist nicht ganz so schlank, säuft, raucht und benutzt schmutzige Wörter. Um endlich einen Partner zu finden, will sie sich ändern.

    Eine Kritik von Markus Steiger, 18.07.2001
 
Inhalt
 
 
Bridget Jones (Renée Zellweger ) ist der typische weibliche Single in den 30ern. In London lebend säuft, frisst und raucht sie sich durch ihr eher tristes Leben, welches nur durch ihren feschen Chef Daniel Cleaver (Hugh Grant ) aufgehellt wird. Da Bridget ein paar Kilos zuviel auf den Rippen hat, ist es natürlich schwer, einen tollen Partner in unserer schlankheitswahn-verliebten Welt zu finden. Von Rückschlägen gebeutelt, entschließt sie sich, ihr Leben zu ändern und auch aktiver auf die Männerwelt zuzugehen. Der neue Stil trägt erste Früchte, als ihr Boss auf Bridgets Avancen reagiert und sich zwischen den beiden eine heftige Affäre entwickelt. Da Daniel aber ein ziemlicher Womanizer ist und sich nicht wirklich binden will, scheint diese Affäre nicht gerade dienlich, eine Beziehung fürs Leben zu aufzubauen. Eher passt da schon Marc Darcy (Colin Firth ) ins Bild, den Bridget schon seit ihrer Kindheit kennt, vor dem sie sich aber konstant lächerlich macht und der scheinbar auch nichts von ihr wissen will. Außerdem ist dieser sowieso schon mit der mondänen Natasha (Embeth Davidtz ) liiert. Erst als Bridgets Affäre mit ihrem Boss in die Brüche geht, bemerkt sie, dass Marc doch einige Sympathien für sie hegt.
 
Kritik
 
 
Bridget Jones’s Diary ist die alljährliche „englische Komödie“, die vollständig aus amerikanischen Geldtöpfen finanziert wird. Von "Ganz oder gar nicht " bis "Vier Hochzeiten und ein Todesfall " konnten die amerikanischen Produzenten noch mit jedem dieser falschen Engländer riesige Erfolge feiern. Auch Schokolade zum Frühstück wurde von Presse und Publikum heftigst bejubelt, und das zu Recht.

Regisseurin Sharon Maguire beweist eine sichere Hand bei der Inszenierung und bereichert den eher banalen Plot mit herrlich getimten Szenen und Peinlichkeiten jeglicher Art. Natürlich enthält dieser Film alle Versatzstücke seiner „Vorgänger“ wie die etwas schrägen Freunde Bridgets (die hier eher überflüssig wirken) und eine hoffnungslos sympathische Schauspielerriege. Aber gerade die herrlich aufgelegten Schauspieler machen aus Bridget Jones’s Diary eine unvergessliche Komödie, die nicht nur für die hier porträtierte Bevölkerungsschicht (Singlefrauen in ihren 30ern) Wiedererkennungswert besitzt.

Ich treffe nun eine etwas extreme, aber durchaus gerechtfertigte Annahme: Schokolade zum Frühstück wäre mit einem anderen Cast eine weitere Durchschnitts-Liebeskomödie, die nach 2 Wochen aus unseren Kinos wieder verschwinden würde. Der Film lebt alleine von den besten Schauspielerleistungen in einer Komödie seit "Ein Fisch namens Wanda ".

Beginnen wir bei Renée Zellweger . Ihr Mut ist bewundernswert. Wenn sie mit 10 Kilo Übergewicht im Bunny-Kostüm herumläuft oder mit dem Hintern voraus eine Feuerwehrstange herunterrutscht, ist man wirklich baff. Es war höchste Zeit, dass man einer Hauptdarstellerin ein paar Kilos hinzugeschrieben hat, denn auch die Filmindustrie trägt zum heutigen Schlankheitswahn gehörig bei. Nun haben auch die normal aussehenden Frauen eine Heldin und das befriedigt auch einen Mann wie mich, der sich immer wieder das Gezeter von „normalen“ (sprich: gutaussehenden) Frauen anhören muss, sie seien zu dick.

Traumhaft britisch ist Colin Firth  als Marc Darcy, der mit seinem ruhigen Spiel und seiner etwas verschlafenen Miene stark an den amerikanischen Liedermacher und Schauspieler Lyle Lovett erinnert. Darcys Minenspiel (er hat nämlich keines) ist ein Genuss für alle Liebhaber des britischen Humors.

Den Vogel schießt aber Hugh Grant  ab. Jeder, der ihn bisher nicht mochte, da er immer den nervös mit den Augen zwinkernden Schüchternen gespielt hat, sollte ihm in diesem Film noch eine Chance geben. Die Art, wie er souverän den schmierigen, gutaussehenden Playboy Daniel Cleaver spielt, ist oscarwürdig. Erinnerungen an Kevin Klines  Figur des Otto West aus "Ein Fisch namens Wanda " werden wach. Auch die restliche Riege fügt sich perfekt in die hervorragende, mit toller Musik veredelte Inszenierung ein.

Einige kleine Kritikpunkte versagen dem Film aber die Höchstwertung. Erstens geht ihm nach einer Stunde etwas die Luft aus. Zweitens gleitet das Ganze zum Schluss doch etwas zu sehr in einen schmalzigen Liebesfilm ab und drittens lässt die Qualität der Witze am Ende stark nach, was ganz besonders auffällt, wenn Bridgets Freunde auftauchen. In einem Film, wo die Hauptdarsteller schon eigenartig sind, benötigt es keine Goofy Characters, um Lacher zu erzeugen. Außerdem finde ich es doch zu offensichtlich, aus Gründen der political correctness dem Freundeskreis mindestens einen Homosexuellen hinzuzufügen, wobei dieser sich dann auch noch dementsprechend tuntig verhalten muss. So verstärkt man nur noch das Klischee von der exaltierten Fummeltante.

Fazit: Bridget Jones’s Diary ist ein Pflichttermin für jeden, der wirklich gute Komödien liebt und den härtesten Straßenkampf seit "Fight Club " sehen will.


Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück
Radeln to stand still

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 6/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 5.8987341772152

Schnellwertung:


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von hermann



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