Bridget Jones’s Diary ist die alljährliche „englische Komödie“, die vollständig aus amerikanischen Geldtöpfen finanziert wird. Von
"Ganz oder gar nicht
" bis
"Vier Hochzeiten und ein Todesfall
" konnten die amerikanischen Produzenten noch mit jedem dieser falschen Engländer riesige Erfolge feiern. Auch
Schokolade zum Frühstück wurde von Presse und Publikum heftigst bejubelt, und das zu Recht.
Regisseurin Sharon Maguire beweist eine sichere Hand bei der Inszenierung und bereichert den eher banalen Plot mit herrlich getimten Szenen und Peinlichkeiten jeglicher Art. Natürlich enthält dieser Film alle Versatzstücke seiner „Vorgänger“ wie die etwas schrägen Freunde Bridgets (die hier eher überflüssig wirken) und eine hoffnungslos sympathische Schauspielerriege. Aber gerade die herrlich aufgelegten Schauspieler machen aus
Bridget Jones’s Diary eine unvergessliche Komödie, die nicht nur für die hier porträtierte Bevölkerungsschicht (Singlefrauen in ihren 30ern) Wiedererkennungswert besitzt.
Ich treffe nun eine etwas extreme, aber durchaus gerechtfertigte Annahme:
Schokolade zum Frühstück wäre mit einem anderen Cast eine weitere Durchschnitts-Liebeskomödie, die nach 2 Wochen aus unseren Kinos wieder verschwinden würde. Der Film lebt alleine von den besten Schauspielerleistungen in einer Komödie seit
"Ein Fisch namens Wanda
".
Beginnen wir bei
Renée Zellweger 
. Ihr Mut ist bewundernswert. Wenn sie mit 10 Kilo Übergewicht im Bunny-Kostüm herumläuft oder mit dem Hintern voraus eine Feuerwehrstange herunterrutscht, ist man wirklich baff. Es war höchste Zeit, dass man einer Hauptdarstellerin ein paar Kilos hinzugeschrieben hat, denn auch die Filmindustrie trägt zum heutigen Schlankheitswahn gehörig bei. Nun haben auch die normal aussehenden Frauen eine Heldin und das befriedigt auch einen Mann wie mich, der sich immer wieder das Gezeter von „normalen“ (sprich: gutaussehenden) Frauen anhören muss, sie seien zu dick.
Traumhaft britisch ist
Colin Firth 
als Marc Darcy, der mit seinem ruhigen Spiel und seiner etwas verschlafenen Miene stark an den amerikanischen Liedermacher und Schauspieler Lyle Lovett erinnert. Darcys Minenspiel (er hat nämlich keines) ist ein Genuss für alle Liebhaber des britischen Humors.
Den Vogel schießt aber
Hugh Grant 
ab. Jeder, der ihn bisher nicht mochte, da er immer den nervös mit den Augen zwinkernden Schüchternen gespielt hat, sollte ihm in diesem Film noch eine Chance geben. Die Art, wie er souverän den schmierigen, gutaussehenden Playboy Daniel Cleaver spielt, ist oscarwürdig. Erinnerungen an
Kevin Klines 
Figur des Otto West aus
"Ein Fisch namens Wanda
" werden wach. Auch die restliche Riege fügt sich perfekt in die hervorragende, mit toller Musik veredelte Inszenierung ein.
Einige kleine Kritikpunkte versagen dem Film aber die Höchstwertung. Erstens geht ihm nach einer Stunde etwas die Luft aus. Zweitens gleitet das Ganze zum Schluss doch etwas zu sehr in einen schmalzigen Liebesfilm ab und drittens lässt die Qualität der Witze am Ende stark nach, was ganz besonders auffällt, wenn Bridgets Freunde auftauchen. In einem Film, wo die Hauptdarsteller schon eigenartig sind, benötigt es keine
Goofy Characters, um Lacher zu erzeugen. Außerdem finde ich es doch zu offensichtlich, aus Gründen der political correctness dem Freundeskreis mindestens einen Homosexuellen hinzuzufügen, wobei dieser sich dann auch noch dementsprechend tuntig verhalten muss. So verstärkt man nur noch das Klischee von der exaltierten Fummeltante.
Fazit: Bridget Jones’s Diary ist ein Pflichttermin für jeden, der wirklich gute Komödien liebt und den härtesten Straßenkampf seit
"Fight Club
" sehen will.