Suche:      myDB       Filmlisten & Filmblogs       Foren       Schreiben Sie uns eine Mail!          Anmelden       Log In       Zugangsdaten vergessen ?   
Filmstreifen unten
Hauptseite von 25frames.org  Home
Film-Bereich  Film
   Datenbank
   Neu im Kino
   Leser-Kritiken
   Kritiken-Archiv
   TV-Serien
   Awards
DVD-Bereich  DVD
   Datenbank
   Neu auf DVD
   Leser-Kritiken
   TVonDVD
Blu-Ray Medien Datenbank  Blu-Ray
   Blu-Ray-Liste
   Blu-Ray-Starts
HD-DVD Datenbank  HD-DVD
   HD-DVD-Liste
   HD-DVD-Starts
Ihre persönliche DVD-Datenbank auf 25frames.org  mydb
   MitgliederAlben
   DVDs verwalten
   Flohmarkt
   DVDVorschlag
   Buddies
Stellen Sie persönliche Filmlisten zusammen...  myMovieLists
   MitgliederListen
   Listen bearbeiten
Dier 25frames.org Community  Community
   Foren
   Anmelden
Besser einkaufen mit 25frames.org  Shopping
   Shop-DB
   Schnäppchen
 Mehr...
   Magazin
   News-Archiv
   Impressum








 Kritik    Cast&Crew    Leser    Forum    DVD    Filmlisten- & Tagebücher  
Audition
Original-Titel: Odishon
Land/Jahr: Japan / 1999
Genre: Horror
Mit: Ryo Ishibashi .... Shigeharu Aoyama
Miyuki Matsuda .... Ryoko Aoyama
Eihi Shiina .... Asami Yamazaki
Regie: Takashi Miike
Community Klicken Sie hier um eine Inhaltsangabe zu diesem Film zu erstellen !
Klicken Sie hier um eine Leserkritik zu diesem Film zu erstellen !
Hier gelangen Sie zu den bisher eingetragenen Leser-Kritiken
Mehr zu Daten zu Cast&Crew finden Sie hier
Erwirb alle Produkte zum Titel
Erhältlich: DVD UK Intro Edition
Bei: Amazon (UK) Beyond Media
    Miike Takahashis Horrorfilm umgeht und zerstückelt das Genre, um dann doch mitten ins Grauen vorzustoßen: Ein Thriller sondergleichen. Und ganz sicher nichts für Zartbesaitete. Ganz, ganz sicher.

    Eine Kritik von Christoph Huber , 18.05.2001
 
Inhalt
 
 
Der Witwer Aoyama (Ryo Ishibashi ) ist auf der Suche nach einer Frau. Als TV-Produzent hält er gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen (Miyuki Matsuda ) ein Vorsprechen für eine Serie ab mit dem Hintergedanken, eine Lebenspartnerin zu finden. Schon aufgrund der Bewerbungsunterlagen hat die hübsche, stille Asami (Eihi Shiina ) sein Interesse geweckt. Er arrangiert weiter Treffen mit ihr und eine Romanze beginnt. Doch zugleich offenbaren sich Ungereimtheiten in ihrem Lebenslauf. Und tatsächlich hält die Dame noch ganz andere Überraschungen in petto.
 
Kritik
 
 
Mit Audition legt der japanische Regisseur Takashi Miike  die ultimative Lektion in Zuschauermanipulation vor: Nicht zu Unrecht begleitet seinen Film ein legendärer Ruf in Horrorkreisen. Und dabei geht alles gut achtzig Minuten ruhig, fast verhalten vor sich, allenfalls Realitätsbrüche in der Erzählung geben Hinweise darauf, dass etwas kommen wird. Und das kommt. Eine halbe Stunde lang. Und rechtfertigt jeden legendären Ruf in Horrorkreisen.
Audition ist - abgesehen von den klassischen Qualitäten in Miikes hervorragendem Auge für Komposition und schöner, eisiger Photographie durch Hideyo Yamamoto - von Beginn an mit Verfremdungstaktiken vollgepfropft. Die Eröffnungsszene zeigt Aoyamas Sohn Renji, wie er seine Mutter im Krankenhaus besuchen will - die ist bereits tot. Die Handlung setzt sieben Jahre später ein, während Aoyama noch immer eine Frau sucht. Die Eröffnungsszene ist also gewissermaßen hinfällig - und legt doch einen Schatten des Todes über die Handlung. Solche Strategien wird Miike im Laufe des Films immer wieder auskosten. Sein genüssliches Manipulieren des Zuschauers geht Hand in Hand mit den Manipulationsmanövern im Film. Nicht zufällig gibt das Vorsprechen, das Aoyama arrangiert, dem Film den Titel: erstens ist es ein abgekartetes Spiel (Aoyama hat sich schon von vornherein entschieden), andererseits bricht Miike die Situation. Zwischen der Montage der Bewerberinnen kommen immer wieder Einstellungen von Aoyama und seinem Freund: ihr Verhalten wird dem Zuschauer gewissermaßen zur Ansicht dargereicht - eine frappante Umkehrung des eigentlichen Geschehens.

Mit diesem Plan arbeitet sich Miike durch den Rest von Audition - zuerst ganz behutsam: eine stille Romanze mit ein paar komischen Einlagen beginnt, die zunehmend den Bezug zur Realität verliert. Szenen kehren in doppelter, widersprüchlicher Ausführung wieder, niemand ist, was er zu sein scheint: am allerwenigsten die entzückende Asami, hinter derer schüchterner Art sich bald Abgründe auftun. Miike zieht dem Zuseher graduell den Teppich unter den Füßen weg: Was ist Erinnerung? Was Traum oder Einbildung? Und von wem? Besonders perfide ist das, weil sich immer wieder Subtexte einzuschleichen scheinen, die man nicht festmachen kann: gelegentlich scheint Audition von japanischem Rollenverhalten zu erzählen, von der Unterdrückung der Frau oder dem Selbstbild des Mannes. Und dann kommt die Spiegelsequenz und dreht alles um.
Das ist aber letztendlich nur Vorbereitung für die letzte halbe Stunde, die die Meßlatte für zukünftige Thriller hoch legt. Nicht einmal, weil die Gewalt so blutig wäre. Sie ist vielmehr ruhig, realistisch und erschreckend präzise. Miike lässt seine Hauptfigur der Folter anheimfallen und gleichzeitig zersplittert die Erzählung in Fragmente: Die Zerstückelung betrifft das Realitätsgefüge, jede mögliche Interpretation und den Körper des Helden zugleich. Eben deswegen ist Audition die beste selbstreflexive Versuchsanordnung über Film der letzten Jahre: der Zuschauer wird konditioniert, das Schlimmste zu erwarten - und als es dann eintritt, findet er sich zu seiner Überraschung völlig im Recht. Er braucht nicht einmal Nadeln unter die Augen gestochen zu bekommen wie der Held (der bewegungslos aber bei völligem Bewusstsein - ganz wie der Zuseher - mitansieht, was mit ihm geschieht): Audition stellt ohne den erhobenen Zeigefinger von Funny Games oder NBK  das ganze Missbrauchspotential des Kinos aus, spielerisch und wunderschön. Als kriegte man ein besonders fein gedrechseltes Brett über den Kopf gezogen.



Audition
Experiment in Terror: die liebliche, gnadenlose Eihi Shiina

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 7/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 5.5384615384615

Schnellwertung:


Amazon.de Top-Hits

Werbung

Hinweise
  DVD-Start: Erhältlich
  Druckversion
  Seite verschicken
  Filmeinladung verschicken
  Die letzten Leserkritiken
  Die Top 10 unserer Leser
  Leserkritik verfassen
  Inhaltsangabe verfassen
  Datenfehler melden