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Spy Kids
Original-Titel: Spy Kids
Land/Jahr: USA / 2001
Genre: Action, Komödie
Mit: Robert Patrick .... Mr. Lisp
Antonio Banderas .... Gregorio Cortez
Regie: Robert Rodriguez
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    Robert Rodriguez wagt sich aufs Agententerrain.

    Eine Kritik von Markus Steiger, 22.08.2001
 
Inhalt
 
 
Gregorio (Antonio Banderas ) und Ingrid Cortez (Carla Gugino ) sind Spione im Ruhestand. Ihre beiden Kinder Carmen und Juni (Daryl Sabara ) wissen nichts von der früheren Tätigkeit ihrer Eltern und wachsen wie normale Teenager auf. Carmen als Ältere muss auf ihren kleinen ängstlichen Bruder aufpassen, was ihr nicht ganz so schmeckt. Eines Tages erhalten die beiden Eltern einen Auftrag von Gregorios Boss. Einige Agenten sind verschwunden und die beiden Ex-Spione sollen sie finden. Bei ihrer Suche werden sie vom Spielzeug-Mastermind Fegan Floop (Alan Cumming ) und seinem Assistenten Minion (Tony Shalhoub ) gefangen. Floop und Minion wollen mit Hilfe des dritten Gehirns, welches eine nussgroße Erfindung ist, die die Intelligenz der besten Spione enthält, Kinderroboter zum Leben erwecken, welche dann die Sprösslinge berühmter und mächtiger Menschen ersetzen sollen. Die beiden Bösen haben aber nicht mit den „Spy Kids“ gerechnet. Carmen und Juni verfolgen die Spur ihrer Eltern bis zu Floops Versteck, wo es zum Endkampf kommt.
 
Kritik
 
 
Man könnte nur am Cast erraten, dass es sich hier um einen Film von Robert Rodriguez  handelt. Antonio Banderas , Cheech Marin , Danny Trejo  und schließlich auch George Clooney  in einer Mini-Rolle sind die einzigen Überbleibsel aus den ach so glorreichen Independent-Filmen des texanischen Regisseurs, der nach "The Faculty " nun schon den zweiten Kommerzfilm nachschiebt.

Man kann "Spy Kids " nun aus zwei Blickwinkeln betrachten. Die Befürworter dieses Filmes würden die geniale Optik, die tollen Erfindungen und das hohe Tempo des Filmes loben; die Raunzer hätten eher etwas dagegen, dass Rodriguez  hier ein Kaugummi-Set von Jeunets  Die Stadt der verlorenen Kinder und allen Terry Gilliam -Filmen nachbildet, das Tempo so stark anheizt, dass es doch etwas zu schnell geht und Computereffekte einsetzt, die zeitweise wirklich schlecht sind.

Ich würde mich in der goldenen Mitte positionieren. Der Film beginnt mit furiosen 15 Minuten, in denen das Kennenlernen der beiden Spionageeltern geschildert und das Alltagsleben der beiden Kinder durchleuchtet wird. Hier geht die Post ab. Mit viel Witz erklärt Rodriguez  die Verhältnisse der Charaktere. Mit der Auftragserteilung geht’s dann aber mM nach ein bisschen bergab, wobei die Qualität indirekt proportional zum Tempo um einiges abnimmt. Die Kinder necken sich, finden Superwaffen und bekämpfen damit die Bösewichte (wäre auch eine Zusammenfassung). Das es hier keine logischen Zusammenhänge gibt, ist klar, jedoch schadet dieser irrwitzige Speed dem Film, da der Regisseur von einer Szene zur nächsten hetzt, ohne sich wirklich mit etwas näher zu befassen. Es kommt nie ein Gefühl für einen roten Faden auf, ein blöder Gag reiht sich an einen Guten, und tolle Actionszenen werden von schlechten abgelöst. Rodriguez findet einfach nicht ganz zu einem Stil.

Durchgehend gut gelungen ist dafür das Set-Design, dass keine Wünsche offen lässt. Comic-hafte Räume, kunterbunte Klamotten, lustige Waffen und ziemlich schräge Helferchen der Bösewichte lassen den Zuschauer hier und da wirklich staunen. Besonders eigenartig sind dabei die Thumb-Thumbs, die nur aus Daumen bestehen und sich auch dementsprechend ungeschickt verhalten. Auch die verwandelten Agenten flössen einem einen leichten Schauer ein, da sie ziemlich abgefahren aussehen. Jeanette Scott, die schon bei "The Faculty " für das Set-Design zuständig war, leistet hier ganze Arbeit.

Ein richtig dickes Plus ist natürlich die Besetzung. Vorne weg die beiden Kinder, die ihren erwachsenen Kollegen hier und da schon einmal die Schau stehlen. Dann die beiden Bösen. Alan Cumming , der nervige Boris Grischenko aus "Golden Eye ", verkörpert den Kindershowmaster Fegan Floop wirklich überzeugend und Tony Shalhoub  (mit Brille zuerst gar nicht wiederzuerkennen) gibt mit seinem Anzug wohl einen modernen Dr. No, der am Ende zwangsläufig viele seiner Gesichter zeigt. Teri Hatcher  hat leider nur kurze Auftritte und dasselbe gilt auch für den grandiosen Robert Patrick , der den Oberauftraggeber Mr. Lisp spielt. Alleine schon eine Bank sind natürlich die Auftritte der Stars des härteren Genres in einem Kinderfilm wie "Spy Kids ". Wer hätte schon von Danny Trejo  erwartet, dass er am Ende seinem Bruder tränenüberströmt in den Armen liegt oder das Cheech Marin  den „netten“ Onkel der Familie Cortez mimt. Carla Gugino  als Ingrid ist eine nette Abwechslung zu den schon bekannten Gesichtern Hollywoods, obwohl sie eigentlich schon lange im Geschäft ist.

Schließlich muss man sagen, dass "Spy Kids " kein Superhit ist. Er wirkt etwas blutleer und manchmal schlecht durchdacht. Trotzdem macht der Film Spaß, da einige Gags zünden und die Schauspieler sichtlich mit Freude an der Arbeit sind.

Fazit: Gut, aber nur knapp am Durchschnitt vorbei.


Spy Kids
Kung Fu Fighting

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 5/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 4.8

Schnellwertung:


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