Folgendes Szenario: Ein Kollöege fragt: "In einer Zeit, in der nur noch miese Teenieslasher, Teeniekomödien und unromantische Teenieliebesfilme aktuell sind, gibt es da nicht einen Film, der zwar jugendliche Darsteller zeigt, aber dennoch weit abseits der Masse und gut ist?"
Eigentlich müsste ich dann aufschreien, mir eine Ohrfeige verpassen und dem Fragesteller die
Dead Man in Campus-Kassette in die Hand drücken. Noch schlimmer ist zwar die Version "Was ist denn
Dead Man on Campus?", aber das nur nebenbei. Also, wie schon gesagt, der Film zeigt jugendliche Hauptdarsteller. Diese sind glücklicherweise dem Highschoolalter entwachsen. Das muss ja nichts Gutes heißen, es gibt ja auch miese Collegefilme. Dass dieses Werk hier aber absolut jenseits der üblichen Klischees, Dialoge oder sonstigem steht, ist genauso faszinierend wie großartig. Tom Everett Scott, den manch einer noch aus der Gurke
An American Werewolf in Paris kennt, darf hier wieder mal seinen berühmt-berüchigten, gequälten Gesichtsausdruck präsentieren. Der passt hier ausnahmsweise, und weil er Josh sogar gut gibt, kommt er prompt von meiner Schwarzen Liste. Sein Leinwandkumpel Mark-Paul Gosselaar hingegen steht bei mit unter "Da kann noch mal was draus werden".
Der junge Fernsehschauspieler sieht zwar aus wie ein junger
Jim Carrey 
, dafür kann er keine Grimassen schneiden. Noch mal Glück gehabt. Stattdessen überzeugt er mit Mimik und perfekter Körpersprache (ich sage nur: "Hoppelhäschen" und "Was für ein wunderschöner Tag!"). Dann zu den Suizidkandidaten:
Noch nie hat eine Freakshow so viel Spaß gemacht. Egal ob paranoider Computerfreak, manisch-depressiver Rocker oder einfach ein, ähm, Irrer - alle drei kriegen ihr Ding auf die Reihe und sind für viele Lacher gut.
Damit hätten wir abgehakt:
-Klischees
-Schauspieler
-Dialoge
Jetzt fehlt nur noch der Soundtrack. Der erinnert zwar stellenweise wirklich als
einziges an einen Teeniestreifen, aber setzt eher auf unbekannte Interpreten. Was ihn meiner Meinung nach sogar noch anspruchsvoller macht als gewöhnlich. Man hört einfach etwas Neues.
Also, hier findet man ein Musterbeispiel für das Kapitel "Wie mache ich einen Teeniefilm, der nicht einfach nur bescheuert ist?" aus dem Handbuch für Jungregisseure.