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Das Zimmer meines Sohnes
Original-Titel: La Stanza del figlio
Land/Jahr: Italien / 2001
Genre: Drama
Mit: Nanni Moretti .... Giovanni
Laura Morante .... Paola
Regie: Laura Morante
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    Goldene Palme in Cannes für Nanni Morettis berührendes Meisterwerk.

    Eine Kritik von Susanne Wolf, 03.11.2001
 
Inhalt
 
 
Giovanni (Nanni Moretti ) führt mit seiner Frau Paola (Laura Morante ) und den Kindern Irene (Jasmine Trinca ) und Andrea (Giuseppe Sanfelice ) ein sorgenfreies Leben. Seine Arbeit als Psychotherapeut füllt ihn vollkommen aus – bis eines Tages sein Sohn Andrea bei einem Tauchunfall ums Leben kommt. Von da an ist nichts mehr so, wie es einmal war – jeder in der Familie versucht auf seine Weise mit der Trauer umzugehen. Giovanni und Paola entfremden sich zusehends, und niemand weiß, wie viel Zeit vergehen wird, bis die Familie wieder zusammenfindet...
 
Kritik
 
 
Wie gehen Menschen mit dem Schmerz und der Trauer nach dem Tod eines geliebten Menschen um? Dieser Frage nähert sich Regisseur, Autor und Hauptdarsteller Nanni Moretti  (Caro Diario) mit großer Sensibilität. Ohne Schnörkel, aber mit großer Emotionalität erzählt er die Geschichte vom Tod eines jungen Mannes und den Auswirkungen auf dessen Familie – und man ist versucht zu glauben, dass dieser Ausnahmeregisseur nicht nur in seiner Filmrolle Psychoanalytiker ist, so glaubhaft lässt er seine Protagonisten agieren.

Mit einem für das italienische Kino eher untypischen Realismus wagt Moretti sich an das Thema Tod heran und schafft es, ohne Kitsch oder Sentimentalität in die Seelen der Betroffenen zu blicken. Das Publikum ist trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen zu Tränen gerührt.

Moretti gelingt, was nur ganz wenigen großen Filmemachern gelingt: Regie zu führen, das Drehbuch zu verfassen, für die Produktion des Filmes mitverantwortlich zu sein und auch noch als Hauptdarsteller zu überzeugen. Seine Darstellung des pragmatischen Giovanni, der sich lieber die Probleme seiner Patienten anhört als über seine eigenen zu reden und dann beinahe am Tod seines Sohnes zerbricht, trifft mitten ins Herz. Auch Laura Morante berührt mit ihrer Darstellung von Giovannis Frau Paola, die, anders als ihr Mann, den Tränen freien Lauf lässt und so auf ihre Weise mit der Trauer um ihren Sohn fertig wird.
Selten hat man im Kino Trauer so nachvollziehen können, und selten geschah das so unprätentiös wie hier.

Fazit: Ein berührender und zutiefst menschlicher Film, der mit Recht in diesem Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme für den Besten Film ausgezeichnet wurde.


Das Zimmer meines Sohnes
Als die Welt noch in Ordnung war

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 6/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 3.8333333333333

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