Wie gehen Menschen mit dem Schmerz und der Trauer nach dem Tod eines geliebten Menschen um? Dieser Frage nähert sich Regisseur, Autor und Hauptdarsteller Nanni Moretti  ( Caro Diario) mit großer Sensibilität. Ohne Schnörkel, aber mit großer Emotionalität erzählt er die Geschichte vom Tod eines jungen Mannes und den Auswirkungen auf dessen Familie – und man ist versucht zu glauben, dass dieser Ausnahmeregisseur nicht nur in seiner Filmrolle Psychoanalytiker ist, so glaubhaft lässt er seine Protagonisten agieren.
Mit einem für das italienische Kino eher untypischen Realismus wagt Moretti sich an das Thema Tod heran und schafft es, ohne Kitsch oder Sentimentalität in die Seelen der Betroffenen zu blicken. Das Publikum ist trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen zu Tränen gerührt.
Moretti gelingt, was nur ganz wenigen großen Filmemachern gelingt: Regie zu führen, das Drehbuch zu verfassen, für die Produktion des Filmes mitverantwortlich zu sein und auch noch als Hauptdarsteller zu überzeugen. Seine Darstellung des pragmatischen Giovanni, der sich lieber die Probleme seiner Patienten anhört als über seine eigenen zu reden und dann beinahe am Tod seines Sohnes zerbricht, trifft mitten ins Herz. Auch Laura Morante berührt mit ihrer Darstellung von Giovannis Frau Paola, die, anders als ihr Mann, den Tränen freien Lauf lässt und so auf ihre Weise mit der Trauer um ihren Sohn fertig wird.
Selten hat man im Kino Trauer so nachvollziehen können, und selten geschah das so unprätentiös wie hier.
Fazit: Ein berührender und zutiefst menschlicher Film, der mit Recht in diesem Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme für den Besten Film ausgezeichnet wurde.
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