Nach
"Erkan & Stefan
" lässt
Michael Herbig 
nun einen weiteren Teil seiner Comedy-Sendung Bullyparade in Spielfilmlänge auf den Zuschauer los. Nach dem überraschend flott gelungenen Erstling des Bayern war die Erwartungshaltung für das Indianerepos
Der Schuh des Manitu natürlich umso größer. Herbig enttäuscht zwar mit seinem neuen Film nicht, zu Lachstürmen kann er aber auch nicht hinreißen.
Die Scherze mögen ja als einzelne Sketche in einer Comedy-Show durchaus wirken, aneinandergereiht und auf Spielfilmlänge gestreckt kommt aber nicht wirklich Stimmung auf. Zu abgenutzt wirken die Scherze, wobei auch so mancher Fäkalwitz dazwischenrutscht. Wenn zum hundertstenmal ein Cowboy furzt, worauf sich ein anderer darüber aufregt, dann wirkt das Ganze eher als Lückenfüller, um den "Alle-10-Sekunden-Lacher"zu garantieren. Dabei hat der bayrische Dialekt in einem Western durchaus seinen Charme und könnte für sich allein schon eine amüsante Komödie mit gutem Wortwitz tragen, was aber nur selten wirklich passiert. So zum Beispiel, wenn Winnetouch, Abahachis schwuler Zwillingsbruder, sagt: "Trinkts, so jung kumma nimma zsamm." Diese alltäglichen Aussagen reichen schon, um jemanden zum Schmunzeln zu bringen. Herbig verlässt sich aber nicht auf Dialoge, sondern versucht sich eher am
Nackte Kanone-Stil, wobei dieser Zug schon vor Jahren abgefahren ist.
Beim Cast gibt es eigentlich nur eine "Gegen den Strich"-Besetzung, und das ist der deutsche Wannabe-Hollywoodstar
Sky Du Mont, der nach eigenen Aussagen sogar Stanley Kubrick umgestimmt haben soll, als es um die Darstellung seiner Rolle in
Eyes wide shut ging. Er ist die einzige wirklich satirische Figur in diesem Film, wobei er nicht gerade mit starker Konkurrenz gestraft ist. Die anderen Schauspieler fügen sich brav ins Gesamtbild ein, was nicht positiv gemeint ist.
Schließlich ist noch zu sagen, dass mM nach
Michael Herbig 
als Regisseur wirklich Talent besitzt. Die Inszenierung selbst ist nämlich, wie schon in
Erkan und Stefan, grundsolide. Vielleicht sollte er für seinen nächsten Film das Niveau ein bisschen anheben und sich selbst dabei nicht so unterschätzen, denn die guten Ansätze sind nicht zu verleugnen.
Fazit: Nicht der erwartete Knaller.
Der Schuh des Manitu wird aber trotzdem (allein schon wegen des Hypes) sein Publikum finden.