Wirklich schlechte Filme macht man nicht einfach, sie passieren (nichts ruiniert den Spaß an einem schlechten Film so sehr, wie wenn der Trashfaktor erzwungen ist). Dem unbegabten Fernsehregisseur Roger Christian und der Triebfeder
John Travolta 
ist es zu verdanken, dass mit
Battlefield Earth jetzt der heißeste Anwärter auf den Ed-Wood-Gedenkpreis seit
Megaforce entstanden ist (dass er im Gegensatz zu zahlreichen unlustigen, langweilig schlechten Filmen nicht zu uns in die Kinos kam, sollen die zuständigen Personen bei
Warner Bros. im ewigen Höllenfeuer bereuen). Wie alle wirklich großen schlechten Filme stellt einen
Battlefield Earth vor schier unbewältigbare Beschreibungsaufgaben: Wo anfangen? Bei der Tatsache, dass jede Einstellung ohne ersichtlichen Grund verkippt ist? Zu künstlerisch. Bei den Dialogen, die einem die Zehennägel aufrollen, die wie fluoreszierender Urin aussehende Flüssigkeit, an der sich die Außerirdischen hier delektieren, hineingießen, dann die Nägel wieder zurollen und fest nieten? Zu einfach. Beim armen Barry Pepper, der schreiend, fuchtelnd und etepetete dreinblickend die Befreiungsarmee der Erdenmenschen anführt, verfolgt von ihrem Kampfruf "Piece of cake?" Zu ungerecht: Wo bleibt da die Erwähnung der beiden Oberfieslinge, der äußerst belämmert dreinsehenden Außerirdischen, die ständig überlegen lachen, selbst wenn sie gerade ihren Heimatplaneten in die Luft sprengen? (Bei dieser Gelegenheit sollte man anmerken, dass die Beziehung zwischen Oberschurke Travolta und Scherge
Forest Whitaker 
bedenkliche Parallelen zum Verhältnis von Käpt´n Zapp Branagan und seinem unseligen außerirdischen Adjutanten von
Futurama aufnötigt.) Vielleicht doch lieber die Spezialeffekte, die gerade zu teuer für einen Fernsehfilm, aber bei weitem zu erbärmlich für eine noch-so-low-budget-Hollywoodproduktion sind? Ach nein,
Battlefield Earth ist wie Omas unerschöpflicher Vorrat an Lieblingskuchen: für jeden ist hier ein Leckerbissen des freudigen Gelächters dabei, fast ohne Pause. Mein Lieblingsstück: Travolta, der übergroße Außerirdische, haut sich unmotiviert den Kopf an der Decke an und erfreut uns mit den unvergessßichen Worten "Crap, lousy ceiling!" (glücklichen Besitzern der Kanada-Import-DVD sei auch das "Idiot plafond!" der französischen Sprachfassung ans Herz gelegt) - und zwischen dem Missgeschick und dem Ausruf ist sogar noch ein Schnitt, weil es Travolta nicht mal in einem Take hinbekommen hat. Dafür hat er einen zweiten Teil angekündigt: Wir nehmen ihn beim Wort.