Suche:      myDB       Filmlisten & Filmblogs       Foren       Schreiben Sie uns eine Mail!          Anmelden       Log In       Zugangsdaten vergessen ?   
Filmstreifen unten
Hauptseite von 25frames.org  Home
Film-Bereich  Film
   Datenbank
   Neu im Kino
   Leser-Kritiken
   Kritiken-Archiv
   TV-Serien
   Awards
DVD-Bereich  DVD
   Datenbank
   Neu auf DVD
   Leser-Kritiken
   TVonDVD
Blu-Ray Medien Datenbank  Blu-Ray
   Blu-Ray-Liste
   Blu-Ray-Starts
HD-DVD Datenbank  HD-DVD
   HD-DVD-Liste
   HD-DVD-Starts
Ihre persönliche DVD-Datenbank auf 25frames.org  mydb
   MitgliederAlben
   DVDs verwalten
   Flohmarkt
   DVDVorschlag
   Buddies
Stellen Sie persönliche Filmlisten zusammen...  myMovieLists
   MitgliederListen
   Listen bearbeiten
Dier 25frames.org Community  Community
   Foren
   Anmelden
Besser einkaufen mit 25frames.org  Shopping
   Shop-DB
   Schnäppchen
 Mehr...
   Magazin
   News-Archiv
   Impressum








 Kritik    Cast&Crew    Leser    Forum    DVD  
From Hell
Original-Titel: From Hell
Land/Jahr: USA / 2001
Genre: Thriller, Krimi, Horror
Mit: Johnny Depp .... Inspector Frederick George Abberline
Heather Graham .... Mary Kelly
Ian Holm .... Sir William Gull
Regie: Albert Hughes
Allen Hughes
Community Klicken Sie hier um eine Inhaltsangabe zu diesem Film zu erstellen !
Klicken Sie hier um eine Leserkritik zu diesem Film zu erstellen !
Hier gelangen Sie zu den bisher eingetragenen Leser-Kritiken
Mehr zu Daten zu Cast&Crew finden Sie hier
Erwirb alle Produkte zum Titel
Erhältlich: Soundtrack Buch Buch (E) DVD Weitere Produkte
Bei: Amazon (D) Amazon (D) Amazon (D) Froeschl Hier klicken
    Ansehnliche Jack-The-Ripper-Variante mit Johnny Depp: Ein sympathischer, slicker Horror-Thriller nach einem unendlich überlegenen Comic.

    Eine Kritik von Christoph Huber , 10.03.2002
 
Inhalt
 
 
London, 1888: Im Slumgebiet Whitechapel geht unter den Prostituierten die Angst um. Auch Mary Kelly (Heather Graham ) ist verunsichert: Die Entführung ihrer Freundin Anne (Katrin Cartlidge ) hat sie auf die Spur einer gigantischen Verschwörung gebracht – und unmittelbar darauf beginnt die außergewöhnlich blutige Mordserie an Frauen ihres Gewerbes, für die der bis heute unbekannte Jack The Ripper zeichnet. Mary hat Angst, zuviel zu wissen, und ebenfalls auf der Abschussliste des Mörders zu stehen. Hoffnung schöpft sie nur angesichts von Inspektor Abberline (Johnny Depp ), der mit der Untersuchung des Falls beauftragt ist, jedoch seine eigenen Dämonen mit sich herumschleppt. Bald werden seine unkonventionellen Ermittlungen von höchster Stelle behindert: Eine Gruppe von Freimaurern, der auch der Leibarzt der Königin, Sir William Gull (Ian Holm ) angehört, scheint eigenes im Schilde zu führen. Die Zeit läuft ab: Wird Abberline Mary vor der Hand des unsichtbaren Vollstreckers schützen können?
 
Kritik
 
 
”One Day man will look back and say I gave birth to the 20th century” - Jack the Ripper

Recht eindrucksvoll prangt dieses Zitat zu Beginn von From Hell auf der Leinwand – und weckt kurz Hoffnung unter denen, die mit Alan Moores gigantischer gleichnamiger graphic novel vertraut sind. Was Moore dort, in einem der besten Bücher der vergangenen Dekade, gelang - die Verbindung aus kriminalistischer Feinarbeit, sozialer/philosophischer Reflexion einer ganzen Epoche, ironisch-faszinierter Behandlung der Jack-The-Ripper-Verschwörungstheorien in erschöpfendem Ausmaß und vor allem: Aufbau einer düsteren Atmosphäre, deren in Blut geschriebene Höhepunkte dem obigen Zitat wahre Resonanz gaben – ist aber die Sache des Films nicht. Einfach gesagt: hat man sich erst einmal damit abgefunden, dass From Hell für Kenner des Comics eine persönliche Beleidigung darstellt, kann man sich gut mit dem amüsieren, was er ist – ein nett gestrickter, ein wenig durchschaubarer whodunit, visuell überzeugend inszeniert, gut gespielt und auf oberflächliche Horrorkrimi-Eleganz ausgerichtet. In anderen Worten: Ein durchaus zu würdigender Versuch einer Modernisierung der Hammer-Studio-Reißer, dabei nicht ganz so überzeugend wie Tim Burton s wesentlich eigensinnigerer "Sleepy Hollow ".

Das recht finstere London zu Ende des vergangenen Jahrhunderts entpuppt sich dann als malerisches Ambiente aus Sonnenuntergängen, düsteren Kellerlöchern (in die die Kamera gerne hinabtaucht) und vielen stimmungsvollen gotischen Elementen: Wasserspeier, glitzerndes Chirurgenbesteck und Opiumhöhlen, in deren Hintergrund hübsche, nackte Frauen drapiert sind. Mehr Bild als Belang also, aber schön anzusehen: Depps Inspektor Abberline, der sich gleich Robert de Niro  in "Es war einmal in Amerika " des öfteren in dieser Sorte Sündenpfuhl einraucht, wirkt dabei allerdings weniger wie ein von Dämonen gehetzter Mann als eine britische Variante seine Raoul Duke in "Fear and Loathing in Las Vegas " - ein Hunter S. Thompson  mit Cockney-Akzent.
Viele moderne Assoziationen stehen also der ohnehin in fetziger state-of-the-art-Ästhetik abgewickelten Historiengeschichte im Weg, was aber vermutlich ohnehin Ziel des Unternehmens war: Warum sonst hätte man die vor allem für ihre Ghetto-Granaten bekannten Hughes-Brüder herbeizitiert, um sich in ein spätromatisches Schauerstück zu stürzen? Deren Regie ist nie weniger als souverän, aber nur gelegentlich inspiriert (ein Mord präsentiert sich in körniger Ästhetik als avanciertes Amateur-Home-Movie, ein anderer als Testlauf filmischen Vokabulars: Dem Schnitt durch die Kehle folgt ein Schnitt auf die Pfütze). Immerhin geht alles so geschwind voran, dass die zittrige Inklusion von Material aus dem Buch, das hier etwas unsicher in nicht weiter verfolgte Seitenfäden führt (Zwei Beispiele, die im Comic komplex eingeflochten sind: der Elefantenmensch wird hier nur kurz vorgeführt, die Freimaurer bleiben eben nur „die Freimaurer“, falls Sie – als Kenner zahlreicher mindermotivierter Verschwörungsszenarien aus Film, Funk und Fernsehen – wissen, was ich meine), nie unangenehm aufstößt.

Eher schon hätte man sich eine Vertiefung der Charaktere gewünscht – Depp, Graham, Holm sieht man gern dabei zu, wie sie ihre Genrecharaktere mit kleinen Idiosynkrasien beleben, die gewünschte überwältigende emotionale Greifbarkeit ihrer Triebe stellt sich aber nie so recht ein. Die feinste Darstellung im Film gehört Robbie Coltrane  als Abberlines Unterling: Seine Figur hat die ganze Tiefe einer professionell gehandhabten zweiten Geige – der massige Komiker besitzt tragikomische Größe als Pragmatiker, der sich vor der degenerierten Welt in fülliger Zurückgezogenheit versteckt, und sich im rechten Moment auch mit einem scharfen one-liner zu verteidigen weiß. Wie im schönsten Satz des Films: „´I must be cruel to be kind´, the poet said.“
Die Erforschung dieses Zusammenhangs – zwischen Grausamkeit und Zärtlichkeit, zwischen die Gesellschaftsregeln brechender Vision und Aufrechterhaltung der Ordnung, zwischen der Poesie des Tötens und ihrer prosaischen Unverteidigbarkeit, kommt in From Hell, dem Film, allerdings nie zu tragen. Man hat sich hier nur des (übrigens recht schlüssigen) Modells von Moore bedient, um die Geschichte von Jack The Ripper als Krimi aufzurollen. (Moore hingegen setzt in seinem ehrfurchtgebietenden Fußnotenapparat auseinander, warum er diese Wahl getroffen hat, präsentiert die Alternativen und wahrt zu allen Möglichkeiten liebevolle Distanz.) Funktioniert das, um Spannung zu erzeugen? Das kann ich nicht sagen, zumal mir die „Auflösung“ durch die Vorlage schon bekannt war, und dort die Identität des Mörders von Anbeginn an klar ist – Moore generiert die kathartische Ekstase seiner Erzählung mit wesentlich vielschichtigeren Methoden. Die flotten Schnittmuster und die mit Hingabe gestaltete Periode haben mich allerdings, von ein paar kleinen Ausrutschern (ein schwer unglaubwürdiges Einbruchsszenario und leider auch der etwas pathetische Schluss) abgesehen, zweit Sunden recht gut unterhalten. Vielleicht ist das Krimi-Element also gar nicht so wichtig: Letztendlich ist es, wie auch der ganze Stil des Films, clevere Spekulation.

Fazit: Visuell prächtig in Szene gesetzte B-Horror-Qualitätsware, die durchaus zu gefallen vermag. A propos Gefallen: Wer sich selbst einen tun will, sollte anschließend die überwältigende Vorlage lesen.



From Hell
EIn seltener Spaziergang im Sonnenlicht: Graham, Depp.

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 5/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 4.75

Schnellwertung:


Amazon.de Top-Hits

Werbung

Hinweise
  DVD-Start: Erhältlich
  Druckversion
  Seite verschicken
  Filmeinladung verschicken
  Die letzten Leserkritiken
  Die Top 10 unserer Leser
  Leserkritik verfassen
  Inhaltsangabe verfassen
  Datenfehler melden