Mitunter reichen ein paar Sprichworte aus, um einen Film recht treffend zu beschreiben. So auch in diesem Fall: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!" - und: "Never touch a running System!". Während sich Ersteres auf den Inhalt bezieht, spiegelt die zweite Weisheit dessen Aufbereitung wieder. Die Story von
Domestic Disturbance, zu deutsch
Tödliches Vertrauen, funktioniert nach dankbar einfachem Muster: Danny, ein Scheidungskind und deshalb anscheinend potentieller Problemfall, lügt immer dann, wann ihm etwas nicht passt. Als er eines Tages behauptet, sein neuer Stiefvater wäre ein Mörder, glaubt ihm natürlich niemand - fast niemand. Denn schließlich vergisst Regisseur
Harold Becker 
, der seine Figuren als Archetypen anlegt, nicht auf den liebenden Vater, der selbst in Zeiten höchsten Zweifels zu seinem Sohne steht. Also beginnt schon bald ein beherzter
John Travolta 
mit den Ermittlungen auf eigene Faust. Als Ausgangspunkt seiner Recherchen dient ihm dabei die Person Ray Colemans (
Steve Buscemi 
). Tauchte der doch ungeladen auf der Hochzeit seines alten Bekannten Rick auf, was diesem wiederum gar nicht zu gefallen schien. Frank scheint nicht nur ein guter Boostbauer, sonder auch messerscharfer Beobachter zu sein, denn schon bald erweist sich Ray als alter Bekannter aus Ricks krimineller Vergangenheit. Über derartige Typen wissen wir bereits aus zahlreichen anderen Filmen ein paar Dinge: Sie sind erstens böse, stehen zweitens auf Prostituierte und erscheinen drittens, wenn überhaupt, nur dann, wenn sie vorhaben Geld zu erpressen – all das auch hier. Selbst wenn Buscemi also seine Rolle in gewohnt zögerlicher Manier ausfüllen würde, wäre es ihm wohl kaum gelungen,
Domnestic Disturbance zu retten. Viel zu stereotyp windet sich der Plot voran, und es überrascht wohl kaum, dass Rick mit dem Geld natürlich nicht rausrücken will, sondern seinem einstigen Partner lieber ein Messer in den Rücken jagt.
So weit, so langweilig! Doch gerade als man denkt,
Domestic Disturbance hält bestimmt keine Steigerung an dramaturgischen Banalitäten mehr parat, kommt es ganz dick: Via Recherche im
Internet(!!!) entdeckt Frank die wahre – und damit kriminelle – Identität Ricks.
Manche Filme kennt man eben schon bevor man sie gesehen hat – und
Domestic Disturbance haben wir alle schon mehrmals gesehen!