Ein Säbelzahnhörnchen namens Scrat, das durch seine tapsigen und ungelenken Bewegungen auf der Jagd nach einer Eichel bereits in diversen Trailern des Zuschauers Aufmerksamkeit auf das erste Animationsabenteuer der Fox Studios gelenkt hat, reflektiert die stille Katastase in einem sonst eher
durchschnittlichen Machwerk. Ja, Scrat, der als einziger des mit viel Spitzfindigkeit und Liebe fürs Detail geschnitzten Tiermärchens den ganzen Streifen lang stumm bleibt, erinnert als Running Gag vom Reißbrett am ehesten an die legendäre Zeichentrickära Hollywoods in den 50ern und 60ern in ihren anarchistischen und zeitkritischen Manövern im Stile von
Hanna/
Barbera oder
Chuck Jones-Produktionen. Wie letztlich der Hunger eines unauffälligen Nagers unglücklicher Auslöser eines Klimawandels und Schaffung einer neuen Weltepoche ist, lässt
Chris Wedges 
– als Regisseur eines Langfilms zum ersten Mal im Einsatz – Ambitionen als flapsige Auseinandersetzung mit historischen Unverrückbarkeiten aufblitzen. Leider nur ein Sonnenstrahl in einem sonst eher
glatten Technikexempel.
Den Großteil ihres Trips bestreiten die 3 Viecher zwar mit allerlei mehrheitlich gelungenen Kalauern (Tiger Diego hat keinen Appetit auf Sid: „I don’t need junkfood“) – wobei der Witz hier vor allem in der Charakterdivergenz zwischen redseligem Faultier und schwermütigen Mammut zu finden ist – und mit auf grandios abgestimmter Gelenkigkeit beruhendem
Grimassen-Slapstick, der seinen Grund in der menschlich überzeichneten Visage der Helden hat, doch fügt sich
"Ice Age
" letztlich stets dem Erwartungsdruck seiner Konsumenten. Als Molekül der Spaßgesellschaft muss auch er Unfolgsamkeit hinter
politische Korrektheit stellen. Übrig bleiben
Anspielungen auf Zeitgeistphänomene wie American Football und moderne Architektur wie
Zitierungen von Mainstream-Kollegen (
"Matrix
" oder
"Der Herr der Ringe: Die Gefährten
": Sid gelingt es per Zufall, ein Feuer zu entzünden, was ihm den Titel „Lord of the fire“ einbringt), die zwar stets ein Lächeln abringen, dabei jedoch immer im Rahmen des Jugendschutzes bleiben.
Was Ice Age auch für Über-18-jährige interessant macht, ist sein
Charme und seine
Leichtigkeit, was vor allem der findigen Animationswerkstätte der Blue Sky Studios zu verdanken ist, die ihren Figuren die Warmherzigkeit haben angedeihen lassen, die dem Skript auf einer langen Wegstrecke mitunter abhanden gekommen ist.
Fazit: Leichte, niemals aneckende Animations-Unterhaltung für kleine und große Kinder.
Wer nicht unbedingt ein Hardcore-Fan des ostfriesischen Blödlers Otto Waalkes ist, dem sei auch hier wieder ein Besuch der Originalfassung – die Hauptfiguren werden grandios gesprochen von John Leguizamo
, Ray Romano
und Denis Leary
– wärmstens empfohlen.