Ein Text in Klammern bietet Zusatzinformation; Unverzichtbar ist sie nicht, aber manchmal interessant.
Mit "Mademoiselle " verhält es sich ähnlich. Klammer auf: Eine Frau sitzt in einem Familien-Van und wartet offensichtlich. Gegenüber, im Schaukasten eines kleinen Theaters, sieht sie ein Plakat, auf dem zwei Dinge auffallen: der Name des Regisseurs und ein großer Leuchtturm. Der Blick der Frau wandelt sich, und man weiß instinktiv: Sie denkt an etwas Schönes in der Vergangenheit zurück, das mit dem Mann und dem Leuchtturm zu tun hatte. Tatsächlich hat es Philippe Lioret  geschafft, mit dieser kaum eine halbe Minute langen Szene seinen gesamten Film zu erzählen. Natürlich gibt es eine zweite Klammer am Ende und die Geschichte des Liebespaares für einen Augenblick dazwischen; Nie wieder wird der Film aber diese nonverbale Aussagekraft erreichen. Vielmehr läuft eine sehr konventionelle Kette von gewollten und ungewollten Zufällen ab, die Sandrine Bonnaire  in der Rolle einer verheirateten Geschäftsfrau für eine Nacht aus ihrer anscheinend glücklichen Ehe ausbrechen und in die Arme des Improvisationskünstlers Pierre ( Jacques Gamblin  ) gleiten lassen. Die Figuren überschreiten durch ihre Begegnung die Schranken ihrer bisherigen Existenz, die Handlung leider nicht: Alles wird als natürlich und schicksalhaft präsentiert, hat keine nachteilige Konsequenz. So bleibt am Ende der Gedanke an einen warmen Sommerregen zurück: Mit einigen gewandten Wortflüssen erfreut der Film kurzzeitig, ohne jedoch nachhaltige Wirkung auf die Großwetterlage im Gemüt ausüben zu können. |