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Star Trek 10 - Nemesis
Original-Titel: Star Trek: Nemesis
Land/Jahr: USA/USA / 2002
Genre: Action, Science Fiction, Thriller, Drama
Mit: Patrick Stewart .... Captain Jean-Luc Picard
Jonathan Frakes .... Commander William T. Riker
Brent Spiner .... Lt. Commander Data/B-9
Levar Burton .... Lt. Commander Geordi LaForge
Michael Dorn .... Lt. Commander Worf
Gates McFadden .... Commander Beverly Crusher, MD
Marina Sirtis .... Commander Deanna Troi, Counselor
Regie: Stuart Baird
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    Die letzte Reise einer Generation? Mal sehen.

    Eine Kritik von Thomas Taborsky, 15.01.2003
 
Inhalt
 
 
Counsellor Troi (Marina Sirtis ) und Commander Riker (William Frakes) haben geheiratet. Bevor sie jedoch ihren Dienst auf der USS Titan antreten können, wird die Enterprise nahe die Neutrale Zone gerufen, wo ein positronisches Signal geortet wurde. Auf dem Planeten findet das Außenteam einen Bruder von Data (Brent Spiner ), den Prototypen B-4. Der stellt sich aber bald als Falle des neuen Herrschers von Romulus heraus: Shinzon (Tom Hardy). Und ausgerechnet der lädt Captain Picard (Patrick Stewart ) auf einen Besuch ein, um ihm ein Geheimnis zu offenbaren: Shinzon ist Picards Klon.
 
Kritik
 
 
Star-Trek-Filme sind eine zwiespältige Angelegenheit: Fans freuen sich, dass die Abenteuer ihrer Lieblingsfiguren weiter gesponnen werden, nachdem die Serie schon lange aus ist. Auf der anderen Seite wird der Stoff, der fürs Fernsehen gemacht wurde, aus seinem angestammten 42-Minuten-Format gerissen, mit Spezialeffekten aufgepeppt und zum Event gemacht, für das man Eintritt zahlen muss, statt es gratis geliefert zu bekommen.

15 Jahre sind vergangen, seit sich die zweite Mannschaft in die unendlichen Weiten auf machte, und - glaubt man den Ankündigungen - ist Nemesis die letzte Reise der Next Generation. Unabhängig davon, dass die Schauspieler genug von ihren Sternenflotten-Uniformen haben, wurde es für die Schreiber über die Jahre immer komplizierter, zu erklären, warum Worf bei jedem Abenteuer trotzdem mit dabei ist, obwohl er längst seinen Dienst anderswo versieht, oder wie es die Crew geschafft hat, hartnäckig alle Karrierechancen abzulehnen. Bevor sich die Wege von Picard, Riker und Co. aber endgültig trennen (um in einem Reunion-Film 2012 wieder zusammen zu finden), werden sie aber noch gezwungen, wieder einmal ins Romulanische Imperium zu fliegen und Widersacher Shinzon kennenzulernen.

Nach 178 Folgen und drei Filmen sind die handelnden Personen bekannt. Unergründete Charakterzüge gibt es nicht, und das einzige, was man dem Bild noch hinzufügen könnte, sind obskure Fakten aus Picards Krankenblatt - was man natürlich auch gemacht hat. Eine interessante Frage wurde aber ebenso in den Raum gestellt: Was passiert, wenn die gleiche Person in einer völlig anderen Umgebung aufwächst, soll heißen: Inwieweit das Wesen eines Menschen angeboren oder durch sein soziales Umfeld geprägt? - Gesellschaftliche Fragestellungen in eine utopische Geschichte einzubauen: Das entspricht dem Vorhaben, das Gene Roddenberry  Mitte der 1960er hatte.

Was nicht sein Gedanke war, aber über die Jahre einfach passiert ist: Dass Star Trek sich mit seinem Techno-Geplapper, den Rassen und dem Insider-Wissen fast völlig von der Außenwelt abgekapselt hat. Jede Kinoreinkarnation versucht aufs Neue, die Isolationsschicht wenigstens in punkto Action zu durchbrechen und Nicht-Trekkies anzulocken. Planetar-Buggies, ein Weltraum-Ausflug Datas, die Enterprise als Rammbock: All das mutet wie eine Verzweiflungstat an, vor allem in der Form, wie diese Szenen ausgeführt wurden: mit zu geringem Budget, um anderen Effekt-Feuerwerken Paroli bieten zu können. Wehmut kommt da bei der Erinnerung an die Anfangsszene von First Contact auf, die mit ihrer imaginären Kamerafahrt noch versuchte, selbst Standards zu setzen.

Die Fans allerdings lechzen weniger nach dem Actionfaktor. Für sie sind die Details wichtig, die mehr verraten, an früher erinnern oder einfach Gags für die eingeweihte Schar sind; Etwa der Auftritt von drei Star-Trek-Serien-Kapitänen in unterschiedlicher Form: Admiral (!) Janeway darf Picard Instruktionen geben, nach Kirk wurde ein Manöver benannt und eine USS Archer wird auf einem Bildschirm im Hintergrund aufgelistet. Noch dazu macht das Ende den Film für treue Seher zum Pflichttermin.
Anders sieht es mit dem überwiegenden Rest der Menschheit aus: Am Ende einer 15-jährigen Reise kann man nicht mehr einfach einsteigen, geschweige denn, dass es einem die Handlung einfach machen würde. Das Dargebotene reicht für heutige Maßstäbe nur zum Fernsehfilm, nicht aber dafür aus, die Leinwände zu blockieren. Um zu vorher angesprochenen Effekten zurückzukehren: Man kann sogar von Peinlichkeit sprechen, wenn sich Data in den Weltraum stürzt, um zum nächsten Schiff zu schweben, oder wenn diverse Fahrzeuge eine halbherzige Verfolgungsjagd durchführen - und dabei schlechter aussehen als im legendären Musikvideo zu California Love. Und decken wir lieber den Mantel des Schweigens darüber, wie diese Hatz endet.

Vielleicht ist es wirklich höchste Zeit für die Leute von der Enterprise-E, abzutreten. Bevor sich keiner mehr für sie interessiert.


Star Trek 10 - Nemesis
Picard, der Geschwindigkeitsfanatiker

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 3/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 5.5555555555556

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