Graham Hess (
Mel Gibson 
) war Pater in einer kleinen Gemeinde irgendwo in den Südstaaten. Als seine Frau bei einem tragischen Verkehrunfall ums Leben kam, beschloss er keine Sekunde seines Lebens mehr ans Beten zu „verschwenden“. Also legte er den weißen Kragen ab und lebt seither mit seinen beiden Kindern und seinem Bruder zurückgezogen auf einer Farm. Außerhalb dieses kleinen Universums macht das alles freilich keinen Unterschied. Weiterhin wird Graham von seinen Mitbürgern als „Father“ tituliert und wenn es grad mal ganz dringend ist, dann nimmt er zwischendurch auch noch schnell mal eine Beichte ab. Eigentlich will er aber nur seine Ruhe. Gerade die ist im neuesten Werk des mit
"The sixth sense
" zu spontanem Erfolg gelangtem Regisseurs
M. Night Shyamalan 
aber keinem vergönnt. Diesmal sind es nämlich nicht bloß ein paar herumlaufende Tote, die für Aufsehen sorgen, sondern gleich „echte“ Außerirdische. Zu Beginn wird die kleine Gemeinde zwar lediglich durch ungewöhnliche – und für den Film namensgebende –
Zeichen in einem Maisfeld in Unruhe versetzt. Schon sehr bald aber wird die Bedrohung konkreter und da Shyamalan anscheinend keinen Zweifel daran hat, dass alles was nicht von dieser Welt ist, zwangsläufig Böse sein muss, vermutet selbst der ehemalige Pfarrer von Anfang an nichts Gutes. Gemeinsam mit seinem leicht dümmlich wirkenden Bruder (
Joaquin Phoenix 
) ersinnt er diverse Verteidigungsmaßnahmen. Wie auch schon in seinen letzten Arbeiten setzt Shyamalan auf konsequente Reduktion, wenn es darum geht, Bedrohungen zu umreißen. Ein paar Geräusche, eine grüne Hand da, ein vorbeihuschendes Wesen dort - mehr darf nicht ins Bild gelangen. Verdrängt ins Off soll die Angst des Zusehers wachsen – bloß sie tut es diesmal einfach nicht. Viel zu simpel, viel zu abgelutscht und ausgezehrt wirken Thematik und Inszenierung. So verwundert es schließlich auch kaum, dass die Außerirdischen, wenn sie dann doch mal ganz ins Bild dürfen, von ganz und gar anthropomorpher Gestalt sind. Große, grüne Männchen sozusagen. Bei soviel Einfallslosigkeit wurde schließlich selbst dem Regisseur langweilig und er schlüpfte kurzerhand in die Rolle des Unglückspiloten, der Grahams Frau auf dem Gewissen hat.
Signs skizziert ein Bedrohungsszenario, das geradezu sprichwörtlich aus heiterem Himmel über die Welt herfällt. Die omnipräsenten „CNN-Breaking News“ werden dabei als wesentliche Informationsquelle integriert und machen sehr schnell deutlich, dass mit der Welt hier in erster Linie die Vereinigten Staaten gemeint sind. Im Grunde ist dann aber alles halb so wild, denn wenn man sich im Häuschen einsperrt, Fenster und Türen zunagelt und den bösen, fremden Wesen mit dem Baseballschläger ordentlich eins überbrät, dann ziehen sie ebenso plötzlich wieder ab, wie sie gekommen sind.
Alles in allem also eine recht konventionelle und mäßig spannende Angelegenheit, inszeniert von einem Regisseur, der aufgrund dramaturgischer Kniffe in seinen letzten Filmen (vor allem im bereits erwähnten
Sechsten Sinn) sowie thematisch tief gehender Implikationen wie der Gut-Böse-Dialektik in
"Unbreakable
" auf eine kleine Brise frischen Windes aus Hollywood hoffen ließ.