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Full frontal
Original-Titel: Full Frontal
Land/Jahr: USA / 2002
Genre: Komödie, Drama, Romantik
Mit: Blair Underwood .... Nicholas/Calvin
Julia Roberts .... Catherine/Francesca
David Hyde Pierce .... Carl
Catherine Keener .... Alice
Mary McCormack .... Linda
Regie: Steven Soderbergh
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    Unbefriedigendes, aber nicht uninteressantes Digitalvideoexperiment von Steven Soderbergh: Wo ist die Grenze zwischen Film und Leben? Gibt es das in Hollywood überhaupt?

    Eine Kurzkritik von Christoph Huber , 22.09.2002
 
Kurzkritik
 
 
Zwischen seinen Großproduktionen schiebt Steven Soderbergh  immer gern einen Billigfilm ein – sein Anspruch auf Autorenstatus, quasi. Leider ist er technisch wesentlich begabter denn als Denker. Das sieht man auch in diesem Durcheinander, einem Reigen für 6 Personen, gewissermaßen nach adaptierten „Dogma“-Regeln inszeniert und geradezu inflationär in seiner Verwendung von Hollywood-Insider-Gags. Die sind allerdings bei weitem nicht so clever, wie sie sein sollten – und auch die Erzählung von unglücklichen Individuen, die alle gerne auf die Party eines wichtigen Produzenten (David Duchovny ) eingeladen werden möchten, ist eher banal. Der überraschend ruhige Teil über die Einsamkeit der Figuren funktioniert jedenfalls wesentlich besser als der komödiantische Aspekt. Im Gegensatz zu Richard Lester , an den Soderbergh hier offensichtlich anknüpfen möchte (insbesondere "Petulia "), überwiegt bei Full Frontal vor allem das Gefühl von Profi-Nabelschau mit naheliegenden Pointen. Insofern überrascht es wenig, dass vor allem auf das „Filmische“ großen Wert gelegt wird: Gegen die körnigen, farblich nachbearbeiteten Bilder der „Realität“ setzt Soderbergh Ausschnitte aus dem fiktiven Projekt Rendezvous und dessen Dreharbeiten (Julia Roberts  hinterlässt in beiden Fällen keinen besonders guten Eindruck) und es ist vor allem dieses Ineinaderschieben von Realitätsebenen, die für den Zuseher etwas hergeben, auch wenn sie am Schluss alle in die gleiche Bedeutungslosigkeit verbannt werden. Davor sorgen unter anderem Nicky Katt (als „Ninja-Hitler“ in einem Theaterstück namens „The Sound and the Fuhrer“), Catherine Keener  und David Hyde Pierce  dafür, dass dieser unausgegorene Mischmasch aus Psychotherapie und Filmwitzen teilweise zu Leben erwacht.


Full frontal
Blair Underwood und Julia Roberts in Rendezvous

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 4/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 3

Schnellwertung:


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