Produzent
Brian Grazer 
wird in Blue Crush als eine der ersten Personen genannt…Klar, er hat ja auch einen bekannten Namen. Fakt ist aber, das Brian nur einer von sieben Produzenten der Produktion ist und mit dem Verlauf des Films vermutlich relativ wenig zu tun hatte. Auf der einen Seite verständlich, weil sich die Namen der Regisseure
John Stockwell 
, der eigentlich als Schauspieler gehandelt wird, und
John P. Johnson, der ein bisher völlig unbeschriebenes Blatt ist, nicht unbedingt als marketingträchtige Schirmherren eignen, auf der anderen Seite drängt sich aber auch die Vermutung auf, dass man hier wieder einmal einen großen Namen als Aufhänger für einen kleinen Film brauchte. So weit so normal…so funktioniert eben Hollywood.
Doch nun zur Story.
Vermutungen über die Entstehungsgeschichte von Blue Crush könnten ungefähr so lauten: John P. Stockton, selbst leidenschaftlicher Surfer, hat im Urlaub auf Hawaii einen klitzekleinen Zeitungsartikel von
Lizzy Weiss 
gelesen, in dem es um surfende Frauen geht. Da diese Frau auch die Vorlage für das geniale Drehbuch von
Adaptation geliefert hat, könnte man den Namensvorteil doch irgendwie ausspielen und in einen Film ummünzen.
Was also haben wir? Eine Geschichte über surfende Frauen. Hmm, etwas mager, also: aufpolieren! Und zwar mit einer 08/15 Kombination aus einer Lovestory, Schema „Boy meets Girl“ und einer Aufsteigergeschichte a la „Karate Kid“.
Zack, fertig ist das Drehbuch! Fehlen nur noch die Dialoge, aber da kann man sich ja aus dem „Handbuch für Dialogschreiber“ bedienen, da stehen ja sämtliche Klischee Phrasen drin.
So weit die Story, mehr Worte kann man darüber nicht verlieren, es ist einfach zu schlecht, undurchdacht, langweilig und vorhersehbar…Klassischer Fehlstart Herr Johnson!
Nur ein Beispiel des wohl gröbsten Patzers: Anne Marie wird als die heißeste Titelaspirantin für den Pipe Wettbewerb gehandelt. Seltsamerweise surfen aber alle, wirklich alle! anderen Teilnehmer und auch Hobbysurfer besser als sie…bis zum finalen Rennen, bei der sie tatkräftige Unterstützung von ihrer Gegnerin erfährt, die scheinbar auf den Titel nicht allzu viel Wert legt. Arg fragwürdig…
Nun aber weg von der Story, denn Blue Crush hat durchaus auch Qualitäten und zwar in filmischer Hinsicht.
Die dokumentarisch anhauchenden Aufnahmen der Surfer und die beeindruckend großen Wellen, bei denen glücklicherweise auf CGI´s größtenteils verzichtet wurde, sind atemberaubend anzuschauen und lassen einen in Kombination mit dem bombastischen Sound die volle Macht der Naturgewalten deutlich im Kinositz spüren. Schöne Unterwasseraufnahmen und Landschaftsdarstellungen geben ein richtiges Feeling von Sonne, Strand und Urlaub. Schön anzuschauen, klasse anzuhören, aber leider viel zu kurz, obwohl man sich auch hier gegen Ende des Films teilweise fragt, ob man diese oder jene Szene nicht vor fünf Minuten schon mal gesehen hat…ein gewisser Überdruss macht sich breit.
Die aber dennoch wirklich tollen Surfaufnahmen nehmen nur maximal ¼ der Gesamtspielzeit ein und wären optimal geeignet für einen etwas längeren Werbefilm (Sponsoren sieht man reichlich) oder beispielsweise als Vorfilm zu „Fluch der Karibik“ oder wegen örtlicher Nähe von "Pearl Harbor", aber als Full Time Streifen mit ¾ Banalität pur? Nein Danke!
Fazit: 25 min gelungener Dokumentarfilm mit 79 min vollkommen misslungener Story. Wenn überhaupt, dann nur im Kino!