Die Eisenhower-Ära: Das perfekte Leben der Vorzeigefamilie „Mr. & Mrs.Magnatech“ (brillant: Julianne Moore  und Dennis Quaid  ) bricht auseinander. Der Mann ist heimlich homosexuell, die Frau sucht Trost in der Freundschaft einem schwarzen Gärtner ( Denis Haysbert). Prompt wird die örtliche Gerüchteküche aktiviert und macht den beiden das Leben endgültig zur Hölle. In Far from Heaven erweckt Todd Haynes  das Melodrama à la Douglas Sirk zu neuem Leben – die kunstfertige Rekreation der Pastellfarben, der Dekoreigenheiten (Objekte bekommen teilweise den Staus von Figuren) und der leuchtenden Kameraarbeit (hier: Ed Lachmann), den Eckpfeilern, des Genres ist atemberaubend genug, aber die wirkliche Leistung von Haynes besteht darin, diesen Stil gänzlich unironisch zu verwenden. Damit macht er klar, dass es hier um mehr geht als eine bloße hübsche Stilübung (und die Themen, die damals nur angedeutet hätten werden können, wirken trotz ihrer angeblich altmodisch, dabei höchst subversiven Behandlung, erschreckend aktuell), sondern darum, alte und – sieht man sich den heurigen Hollywoodoutput an - wahrscheinlich bessere, adäquatere Erzählweisen wieder zum Leben zu erwecken. Neben Gerry von Gus van Sant  der zweite große Beitrag zum gegenwärtigen Kino, der heuer aus Amerika kommt. |