Das schönste Nebenwerk der letzten Jahre, ein Film für zwei Schauspieler, zwei Kondome und Hunderte von Autos: fast keine Geschichte ( Valérie Lemercier  verlässt ihre Wohnung, weil sie am nächsten Tag zu ihrem Verlobten ziehen wird, trifft in Vincent Lindon einen nicht minder schweigsamen Mann und verbringt die Nacht mit ihm), aber genug Atmosphäre für drei andere Filme. Es beginnt unheimlich, nahezu surreal, in einem Verkehrschaos und endet nach der zauberhaften Illustration des Näherkommens mit einem umwerfend banalen Glücksgefühl. Beeindruckend ist weniger das haltlos unmodische Konzept als die beiläufige Meisterschaft, mit der Denis und ihre superbe Kamerafrau Agnés Godard den Alltag so lange sezieren, bis er magische Qualitäten gewinnt: Kuschelsex in voller Bekleidung setzt sich aus schaurig-schönen, viel zu nahe gefilmten Körperteilen zusammen, Lampenschirme fliegen durch die Wohnung wie im Traum, die Befreiung aus der Blechlawine ist eine rasende Kamerafahrt, die einem den Atem stocken lässt und die Zeit von Freitagnacht bis Samstagmorgen ein subjektiver Wirbel der Ellipsen, Träume, melancholisch vergrößerten Details. |