„The Transporter“ ist das Regiedebüt des Franzosen
Louis Leterrier, aber das hat zunächst nicht viel zu sagen. Denn der Film trägt die Handschrift von Meister
Luc Besson 
und Stuntchoreograph
Corey Yuen 
.
Diese Kombination aus filmischer und physischer Ästhetik scheint zumindest momentan ein guter Nährboden zu sein. Verfolgungsjagd und Schusswechsel wurden explosiv in Szene gesetzt, die Kampfsequenzen sind ebenso knochenhart wie komisch arrangiert. Dabei erinnern gerade Letztere sehr an eine stilistische Fusion von Steven Segal und Jackie Chan, wobei
Jason Statham 
dabei eine mehr als gute Figur macht. Zudem gelingt es dem Briten, seinem Einzelgänger mit stoischem Gemüt und knappen, trockenen Sätzen die Attitüde eines
Steve McQueen 
oder
Bruce Willis 
zu verleihen. Nahezu weltfremd anmutend ist er doch immer Herr der Lage. Eben diesem Umstand ist es zu verdanken, dass sich der Zuschauer nach der ersten „Klopperei“ nicht mehr über den arg dünnen Plot ärgert, sondern nur darauf hofft, das Frank alsbald wieder von irgendeiner Witzfigur provoziert wird. Denn spätestens nach der ersten Klopperei hat jeder verstanden, dass unser Hauptheld ein echter Austeiler ist und dieser sich
stets durchsetzt. Ein gelungenes Spiel mit der Allmachtsphantasie des Zuschauers. So gesehen ist die Geschichte komplett durchgestylt und lässt keine wichtigen Elemente vermissen. Der Held hat einen (fast) ebenbürtigen schattenhaften Gegenspieler, eine Frau (Lai:
Shu Qi), einen verschroben Helfer (Kommissar Tarconi:
Francois Berléand) und nicht zuletzt eine Menge an Gründen, warum er seinem Gegner das Leben zur Hölle machen sollte. Darum ist nicht in erster Linie die Frau der Grund für seinen Sinneswandel, sondern sind es eher materielle und ehrenrührige Triebfedern. Erst der Bruch mit der eigenen kleinen Gesetzgebung und die dadurch losgetretene Lawine der Ereignisse machen diese auch für Außenstehende interessant.
Das die ganze Geschichte tatsächlich
von vorne bis hinten unlogisch, konstruiert und voller Sinnfehler ist, mag einerseits für einen Mann vom Schlage eines
Luc Besson 
unter Niveau sein, ist aber andererseits für die Wirkung des Ganzen nicht unbedingt verkehrt. Der Zuschauer kommt erst gar nicht in Versuchung, die hintergründigen Motive zu suchen oder eine kritisch vermittelte Botschaft zu erkennen. Sie ist nebensächlich oder es gibt sie einfach nicht. Selbst der gegenständliche Menschenhandel á la
Lethal Weapon 4 ist nur „Mittel zum Zweck“, diesen moralischen „Saubermann“ streift Statham ganz lässig ab. Er ist schlichtweg davon genervt, einen Fehler gemacht zu haben, der ihn nun zwingt, die Suppe auszulöffeln. Warum dann alles so geschieht, wie es geschieht, bleibt in der Tat weitgehend im Dunkeln. Was aber erkennbar bleibt, ist eine Konzentration auf das Wesentliche: coole Sprüche, harte Action, ästhetische Körper.
Testosteron pur.
"The Transporter" ist ein Genrewerk, das exakt die Regeln von Timing und Tempo befolgt und weitestgehend auf visuelle Computereffekte verzichtet. Geboten wird tolle B-Movie-Action im Edelgewand. Der beste Beweis, dass Filme auch ohne anspruchsvollen Plot hervorragend funktionieren können. Letztlich trübt wohl nur das allzu plötzliche Ende im Anschluss an eine LKW-Action, die so auch schon in
Mad Max 2 zu sehen war, das insgesamt amüsante Bild.
Fazit: Schnell, simpel, unterhaltsam. Macht Spaß!!