Mit
Terminator 2 ist
James Cameron 
der große Wurf gelungen und er empfahl sich nachdrücklich als der Science-Fiction-Regisseur der achtziger und neunziger Jahre. Der Film entpuppt sich zudem als eine der seltenen Ausnahmen, in denen die Fortsetzung eines erfolgreichen Films sowohl in finanzieller als auch in qualitativer Hinsicht noch einen drauf setzt. Für das Genre des Science-Fiction-Films erwies sich dieser actionhaltige Thriller so wertvoll wie zuvor nur noch
Alien 
und
Blade Runner 
von
Ridley Scott 
.
Wie im bemerkenswerten
zweiten Teil der Alien-Reihe 
schaffte er es auch hier ein überzeugend wirkendes Stück Zukunftsvision anzuliefern. Abgesehen von den Fallstricken des Zeitparadoxaproblems (wenn es Skynet nicht mehr geben kann, wieso sind die beiden Terminatoren nach der Explosion des Labors dann noch da?) gibt es keine der bei Science-Fiction-Filmen so oft üblichen ärgerlichen Momente der Unlogik. Man erinnere sich nur an solch Machwerke wie Disneys "Das schwarze Loch" oder die "Kampfstern Galactica-Serie".
Cameron ist eben Perfektionist, und das drückt seinen Filmen einen unverwechselbaren Stempel auf. Da er in diesem Fall auch wieder das Buch verfasst hat, konnte er seine visuellen Vorstellungen gradlinig in die Regiearbeit umsetzen. Zudem hatte er das Glück, auch finanziell aus dem Vollen schöpfen zu können. Die bis dahin spektakulärsten Special Effects der Filmgeschichte stehen konsequent im Dienste der Story und nicht umgekehrt. Die Helden dieser düsteren anarchistischen Fabel sind allesamt Verfemte. Eine für verrückt gehaltene Frau, deren rebellischer Sohn und eine umprogrammierte Maschine, die gegen ihre eigene Art kämpft. Die sonst übliche Symbolik wird einfach umgedreht.
Dies wird noch auf die Spitze getrieben durch die Figur des T-1000, der über weite Strecken des Films in Polizeiuniform auftritt. Die "gute Maschine" hingegen ist in schwarze Lederkluft gekleidet, fährt zu Beginn ne Harley, knackt Autos und "kümmert sich um die Polizei" in recht eigenwilliger Weise. Ein Trick, den übrigens schon
George Lucas 
in
Star Wars 
benutzte, in dem er die "bösen" Sturmtruppen in jungfräulich weiße Rüstungen steckte.
Zwei der interessantesten Themen der SF werden in diesem Film zur gelungenen Synthese gebracht. Zeitreise und künstliche Menschen oder anders ausgedrückt Roboter. Die Figur des synthetischen Menschen zieht sich durch die Science Fiction und die übrige Phantastik seit jeher. Ob es sich nun um Alraune, Homunkulus oder um den Golem handelt, oder wie in neuerer Zeit um Frankensteins Geschöpf oder den Roboter aus Fritz Langs Metropolis, sie alle boten schon reichlich Stoff für gute Geschichten. Auch die Zeitreise hat viele inspiriert und eignet sich hervorragend für die filmische Umsetzung.
Time bandits 
und
Bill und Teds fantastische Reise 
sind nur zwei Beispiele, die allerdings im Sektor Humor angesiedelt sind.
In Camerons Zukunftsvision kämpft die Menschheit gegen die Maschinen einen verzweifelten Kampf. Doch ebenso wie in Frankenstein sind die Probleme letztendlich von den Menschen selbst produziert worden, doch siegt hier eindeutig das Prinzip Hoffnung. Die Protagonisten erkennen, daß nichts geschrieben steht, und sie den Sieg erringen können. Es ist zwar recht düster in Camerons Universum, spärlich erhellt durch den Schein der Explosionen, aber nicht hoffnungslos. Ein Kind führt die verzweifelte Sarah wieder auf den rechten Weg. So ist es zum Schluß ein deutlicher Sieg der Menschlichkeit über die Maschine. Diese Botschaft schwingt mit, für einen Hollywoodfilm erstaunlich gelungen transportiert Camerons Film jede Menge anarchistische Sprengsätze. Denn seine Helden kämpfen die ganze Zeit gegen das System, vertreten durch eine unmenschliche Maschine. Während im ersten Teil noch die fürsorgliche Polizei auftrat, gibt es jetzt nur noch andere Outsider die mit Waffen und Autos aushelfen. Auch ist es kein strahlender Held der cool mit der Kippe im Hals den Erfolg erringt sondern eindeutig das Ergebnis von Teamwork. Ein Team, in dem ein zehnjähriger Junge ganz selbstverständlich als vollwertiges Mitglied mitwirkt. Den Kindern gehört die Zukunft.
Neben der erstklassigen Arbeit von Regisseur und Buchautor Cameron darf man aber nicht die Arbeit der übrigen Beteiligten vergessen. Arnold Schwarzenegger in seiner wohl besten Rolle hat hier viele positiv überrascht. Aber auch die übrigen Akteure liefern mehr als überzeugende Beweise ihres Könnens. Natürlich tragen auch der Spitzensound und die Special Effects zum überwältigenden Kinoerlebnis bei. Die genial arrangierte und komponierte Musik von
Brad Fiedel 
und last but not least
Stan Winston, kreativer Kopf hinter den Terminatoren, (teilweise mit Stop-Motion-Technik) der ja schon fast eine lebende Legende ist, vollenden mit ihrer Kunst das Ganze.
Eine persönliche Bemerkung noch: Für einen dritten Teil wird es meiner Meinung nach sehr schwer wenn nicht unmöglich werden, diesen Film würdig fortzusetzen.
Fazit: Ein absolutes Muß für Science Fiction Freunde der aber auch Action-Freaks und Thriller-Fans anspricht. Ein cineastischer Höhepunkt der neunziger Jahre.