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Solaris
Original-Titel: Solyaris
Land/Jahr: Russland / 1972
Genre: Drama, Science Fiction
Mit: Natalya Bondarchuk .... Khari
Donatas Banionis .... Kris Kelvin
Regie: Andrei Tarkovsky
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    Die Konfrontation mit einer absolut fremden Lebensform wird für die Besatzung eines Raumschiffs zur metaphysischen Reise in die Innenwelt ihrer eigenen Kultur. Ein brilliant inszenierter, äußerst reicher und vielschichtiger Film, der die Hybris traditionellen Fortschrittglaubens infrage stellt.

    Eine Kritik von Ralf Schwalbe, 04.02.2003
 
Inhalt
 
 
Auf einer Station, die über dem endlosen Ozean des Planeten Solaris schwebt, versetzen irre Trugbilder die Crew in Panik. Die Erforschung von Solaris stagniert, kostet aber Unsummen. Nach dem Tod eines Wissenschaftlers soll der Psychologe Kris Kelvin (Donatas Banionis ), der um seine Frau trauert, den Spuk aufklären. Er entdeckt, dass Solaris die Wünsche und Ängste der Personen in der Raumstation in die Realität umsetzt. Die beiden bereits auf der Station lebenden Wissenschaftler sind im ersten Augenblick sehr geheimnistuerisch. Als Kelvin dann aber seine Frau an Bord trifft, die seit sieben Jahren tot ist, fängt er an, die verblüffende Natur der fremden Intelligenz zu schätzen.
 
Kritik
 
 
Das „Original“, wie es immer so schön heißt, wenn aus Hollywood eine Monsterproduktion ins Haus steht: In ruhigen, hypnotischen Bildern, fast ohne jegliche Effekte, hinterfragt Tarkovsky  das Streben nach Erkenntnis. Dabei bedient er sich weder superlativer Bildgewalt, noch besonderer Beleuchtungs- oder Soundtechnik.
Die russische Antwort auf 2001?, wie man es oft hört. Nein, das ganz sicher nicht! Aber trotzdem genauso denkwürdig und strittig. Der russische Regisseur Andrei Tarkovski schaffte mit der Adaptation des Romans von Stanislaw Lem ein sehr bewusstes und bedächtiges Filmjuwel. Man unterstellte den damals sowjetischen Filmemachern eine unzufriedene Haltung zu Kubricks "2001 - Odysee im Weltraum ". Hier sollte die Grundidee des Weltraum-Epos, verbunden mit religiösen Grenzerfahrungen und dem Kontakt zu einer höheren Stufe der Intelligenz, auf eine viel menschlichere Art und Weise transportiert werden. Der Verzicht auf Special-Effects ist der Stimmung daher durchaus zuträglich. Ganz klar sollte hier keine kommunistische Version eines Sci-Fi-Klassikers gemacht werden, sondern eben ein „Original“.

Ein Fazit oder eine Lehre aus dem Film muss jeder für sich selbst ziehen. Da man nach einmaligem Sehen die ganze Tragweite des Themas weder verstanden geschweige denn verarbeitet haben wird, bleibt hier auf jeden Fall Raum für individuelle Interpretationen. Keine vorgeschriebene Moral oder Brechstangenlehre, wie es dem Kino des ehemaligen Sowjetreichs so oft nachgesagt wurde, trübt hier Aussicht auf einen Filmgenuss der (wirklich) besonderen Art. Tarkovski manipuliert den Zuschauer nicht, er eröffnet einfach mehrere Möglichkeiten des Erlebens.

Am 4.4. wäre Regisseur Tarkovsky 70 geworden. Kollege Steven Soderbergh  kommt im Frühjahr 2003 mit einem Remake in die Kinos. Bleibt zu hoffen, dass er etwas vom Flair des puristischen Originals herüberretten kann.

Fazit: Ein echter Klassiker, leider kaum in die Finger zu bekommen.


Solaris
Kelvin ist nicht allein

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 7/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 6

Schnellwertung:


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