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Vidocq
Original-Titel: Vidocq
Land/Jahr: Frankreich / 2001
Genre: Krimi, Thriller, Action
Mit: Gérard Depardieu .... Vidocq
Regie: Pitof
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    Vidocq, ein berühmter Detektiv, ist seit einigen Monaten hinter dem mörderischen Alchimisten her. Bei einem entscheidenden Zweikampf wird Vidocq getötet. Sein Biograph beginnt zu recherchieren. Spannender Thriller und technischer Meilenstein!

    Eine Kritik von Ralf Schwalbe, 04.02.2003
 
Inhalt
 
 
Vidocq (Gerard Depardieu), ein berühmter Detektiv, ist seit einigen Monaten hinter dem Alchimisten her, der für eine Reihe von Morden in der Pariser Bourgeoisie verantwortlich gemacht wird. Niemand weiß, wer dieser Alchimist ist, er versteckt sein wahres Gesicht hinter einer Maske aus Glas, die ihm nebenbei übermenschliche Kräfte zu verleihen scheint. Bei einem entscheidenden Zweikampf wird Vidocq in einer Glasfabrik in einen Feuerschacht geworfen und verbrennt. Sein junger Biograph Etienne Boisset (Guillaume Canet) beschließt, den Tod des Detektivs aufzuklären, beginnt zu recherchieren und stellt dabei sonderbare und verschwörerische Dinge fest. Alles hat den Anschein, als würde er einer übernatürlichen Verschwörung auf die Spur kommen. Während Etienne seine Anstrengungen unternimmt, wird in Rückblenden die Geschichte Vidocqs erzählt.
 
Kritik
 
 
Kein Zweifel, vom technischen Standpunkt her hat dieser Film eine neue Ära eingeleitet. Es ist der erste Film, der mit der High Definition Digital Camera eine revolutionäre neue Aufnahmetechnik verwendete und kommt somit George Lucas zuvor, der für "Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger " die gleiche Technologie verwendet hat. Das ermöglicht auch eine Kritik, die völlig losgelöst von der Narration des Films ist. Erwähnt sei lediglich, dass die Story weder schlecht noch simpel gestrickt ist. Hier ist ein durchaus ansehnlicher Thriller entstanden. Aber das Entscheidende an Vidocq ist zweifellos seine technische Umsetzung.

Die Herkunft des Regisseurs Pitof  offenbart sich in jeder Sekunde des Films. Er zeichnete bereits verantwortlich für die visuellen Effekte bei Alien 4: Resurrection und Die Stadt der Verlorenen Kinder. Jede Aufnahme beinhaltet Effekte. Das Ganze wird dann noch mit außergewöhnlichen Kamerafahrten, Soundeffekten, wohl choreographierten Kampfsequenzen, aufwändigen Kostümen und einem sehr schönen Set-Design versüßt. Die Einzigartigkeit der Bilder wird dem Zuschauer in den ersten Sekunden des Films bereits vor Augen geführt, und ist auch im Verlauf noch zu Steigerungen in unbekannte ästhetische Wohlgenüsse fähig. Das Zusammenspiel von Farben und Konturen des Sets, der Beleuchtung und dem Wechsel von Räumlichkeit und Zweidimensionalität (besonders in den senkrechten Draufsichten) steht zumindest im kommerziellen Film bisher einzigartig da. Dass da manchmal etwas übertrieben wurde, wenn es beispielsweise um die Färbung des Firmaments geht, ist offensichtlich, durchaus beabsichtigt und der Stimmung des Geschehens zuträglich. Oft ertappt man sich, ob der faszinierenden Bilder den Handlungsverlauf aus dem Fokus zu verlieren. Als ob Pitof  dies erwartet hätte, bietet der Film in den optisch aufregendsten Momenten Dialogpausen, in denen sich der Zuschauer seiner Lust am Schauen ungezwungen hingeben kann.

Da die technische Komponente für diesen Filmgenuss eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt hat, seihen noch ein paar Worte zur Umsetzung erlaubt: Nach Die Stadt der verlorenen Kinder entwickelte Pitof  Software für digitale Spezialeffekte auf der Basis mehrerer Auflösungen, die er für Feature-Filme nutzte. Da es kein ausgesprochenes Tool für Spezialeffekte auf dem Markt gab, entwickelte Pitof  Spezifikationen mit einer streng auf die Filmproduktion ausgerichteten Logik. Seine "Dutruc" Software wird in Kürze auch auf Mac OS X portiert!
Pitof  entschied sich bewusst für Apple Lösungen anstelle "wesentlich teurerer Hardware und viel komplizierterer Software". Pitof  sagt weiter: "Aus Gründen der Produktivität und der Kreativität entschieden wir uns für kleine Arbeitsplatzrechner und Standardsoftware. Der Einsatz kompakter Hardware ist eine Herausforderung, die dem Film eine kreative menschliche Dimension verleiht."
Die digitale Bearbeitung wurde daher auf einem Power Mac G4 mit Final Cut Pro Software und einer Cinewave-Karte durchgeführt. Anschließend wurde der Film direkt vom Computer auf HD-Band übertragen. Die farbliche Verarbeitung erfolgte ebenfalls auf einem Power Mac G4 mit Hilfe von discreet-Combustion, die Farbflächen-Effekte wurden in Adobe-Photoshop auf der gleichen Hardwareplattform erstellt. Im Ergebnis liefen damit Aufnahme und Post-Produktion praktisch parallel ab, sodass auf die externe Bearbeitung von Spezialeffekten völlig verzichtet werden konnte. Die ursprüngliche Aufgabe – das Drehen eines Abenteuerfilms mit menschlicher Dimension – war damit erfüllt. "Ich wollte die Fähigkeiten des Bedieners der Maschine ins rechte Licht gerückt sehen", erläutert Pitof  abschließend.

Man mag dem Regisseur eine oberflächliche Charakterzeichnung vorwerfen können, dennoch ist man bis zum Schluss gespannt, wer oder was "der Alchimist" ist und welche Ziele er verfolgt. Auch sonst hat die Handlung einige Überraschungen zu bieten. Was Pitof  mit seinen Regiedebut gelungen ist, mag (vor allem bei Liebhabern des Realismus) nicht auf unumstrittene Zustimmung stoßen, aber ein Dogma-Film sollte dies nicht werden. Alle Spezialeffekte sind absichtlich und wohl dosiert verwendet worden, ohne dabei den Eindruck einer Effekthascherei zu erzeugen, da sie sich ununterbrochen(!) durch den gesamten Film ziehen.

Fazit: Ein absolutes Muss für jeden, der die Möglichkeit hat, diesen Film in einem Kino zu sehen.


Vidocq
Paris im Jahre 1830

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 7/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 4.8918918918919

Schnellwertung:


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