Hier kann man schnell dem Irrtum aufsitzen, Regisseur
Robert Rodriguez 
sei Mexikaner. Stimmt nicht, er ist Texaner. Was wir im Hollywood-Kino als plakativen Patriotismus kennen, können ist auch hier zu finden, den Stolz auf sein Vaterland mit der dazugehörigen Portion Kritik. Im Unterschied zur Vaterlandsliebesbekundungen beim großen Nachbarn im Norden sind es hier nicht die schönen, vollmundigen Reden, sondern die Taten, auf die es ankommt.
Wie gewohnt übernimmt Rodriguez in seinem Projekt alle Schlüsselfunktionen selbst, wenn du willst, dass es richtig gemacht wird, mach es selbst. So zeichnet der Busenfreund von
Quentin Tarantino 
hier allen Ernstes verantwortlich für
Regie, Drehbuch, Kamera, Produktionsdesign, Schnitt ja sogar die
Musik. So war wohl beim „… Rebell without a Crew“ nicht viel los am Set, zumindest nicht hinter der Kamera, denn davor geht die Post ab. Dafür verantwortlich zeichnen wiederum die 30 Mio. Dollar Budget, die bereits in der Inhaltsangabe angeklungene Starbesetzung und natürlich jede Menge Blei aus allen erdenklichen Handfeuerwaffen. Ein weiterer Pluspunkt ist die besondere Bildästhetik, die der Einsatz einer digitalen Hi-Def-Kamera mit sich bringt. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Der dritte Teil der „Mariachi-Trilogie“ muss hohen Ansprüchen gerecht werden. Das gelingt leider in vielerlei Hinsicht nur bedingt. Dazu gleich mehr. Das Rodriguez mit seiner „Mariachi-Trilogie“ eine Hommage an
Sergio Leone 
s „Dollar-Trilogie“ unternimmt, ist unübersehbar, genau wie die Parallelitäten im Titel zu Leones Meisterwerk
"Once upon a Time in America
" (zu deutsch:
"Es war einmal in Amerika
"). Warum sich die Verantwortlichen für die Vergabe des deutschen Filmtitels dieser Beziehung nicht bewusst waren und hier „Irgendwann“ statt „Es war einmal …“ als die bessere Übersetzung empfanden, bleibt wohl deren Geheimnis.
Wie in seinen Vorbildern geht es in Rodriguez’ Film um den moralischen Kodex einer Gesellschaft zu Zeiten einschneidender Veränderungen. Dabei sehen wir eine Geschichte, wie sie einfacher nicht sein könnte und die doch durch eine komplexe Peripherie von Intrige und Klüngelei so undurchsichtig wird, wie die tatsächlichen politischen Verhältnisse.
Doch was sind nun die genannten Schwächen des Films? Zunächst einmal ist da die Actionchoreographie.
"Desperado
", der zweite Teil der Trilogie konnte in dieser Hinsicht Maßstäbe setzen, das gelingt hier leider nicht. Tatsächlich kann „Irgendwann in Mexiko“ seinem Vorgänger auf diesem Sektor nicht das Wasser reichen, trotz der acht Jahre die dazwischen liegen und der enorm fortschrittlichen Aufnahmetechnik (Digitalkamera). So bleibt der Abschluss dieser Reihe abgesehen von ein paar kleinen Lichtblicken auf diesem Sektor nur durchschnitt. Ein weiteres Problem steckt in der Besetzung. Was auf der einen Seite großartig ist, stört andererseits die filmische Harmonie. Man weiß nicht, auf wen man sich Konzentrieren soll. Einerseits Sands, der gewitzt und obercool als Ami durch Mexiko wandelt, sorgt für die komischen Elemente, während El Mariachi, der zutiefst gedemütigte ernsthaft und überlegt nach Rache sinnt und versucht Mexiko zu retten. Zwei Hauptdarsteller zeigen im Grunde zwei Filme, die nicht so recht zusammenpassen wollen. Und schließlich weiß die Geschichte, die versucht mit Klischees und Stereotypen zu spielen, nicht zu überzeugen. Rodriguez, der sich bei seinen filmischen Seitenhieben in Art und Anspruch an seinem Mentor Tarantino orientiert, spielt (die Fans mögen mir verzeihen) nicht ganz in dieser Liga. So kommt es, das der Streifen zwar Spaß macht, mehr aber auch nicht. Wieder einmal zeichnet
Johnny Depp 
hier für die Highlights verantwortlich, gut für ihn, schlecht für den Film, dessen erklärtermaßen anspruchsvollerer Teil zur Nebensächlichkeit verkommt.
Fazit: Für Fans großartig für den Rest wohl nur Durchschnitt.