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Irgendwann in Mexico
Original-Titel: Once Upon a Time in Mexico
Land/Jahr: Mexico/USA / 2003
Genre: Action
Mit: Antonio Banderas .... El Mariachi
Salma Hayek .... Carolina
Regie: Robert Rodriguez
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    Dritter und letzter Teil der "Mexico-Trilogie" von Robert Rodriguez. Wieder einmal mit Top-Stars im Low-Budget-Look.

    Eine Kritik von Ralf Schwalbe, 08.10.2003
 
Inhalt
 
 
Der CIA-Agent Sands (Johnny Depp ) will aus dem geplanten Sturz des mexikanischen Präsidenten (Pedro Armendáriz ) durch ein Zweckbündnis zwischen dem skrupellosen General Marquez (Gerardo Vigil) und dem Drogenbaron Barillo (Willem Dafoe ) politisches und persönliches Kapital schlagen. Nicht, das ihm El Presidente besonders am Herzen liegen würde, doch sein Sturz durch Barillo und Marquez will Sands nutzen, um beide los zu werden und eine neue Regierung zu installieren. Um einen Joker in der Hand zu haben, will sich Sands des legendenumwobenen El Mariachi (Antonio Banderas ) bedienen, dessen Frau Carolina (Salma Hayek ) und Tochter durch Marquez ermordet worden waren und der schon lange auf eine Gelegenheit wartet, sich an Marquez zu rächen, sprich: ihn in die ewigen Jagdgründe zu katapultieren. Sands Mittelsmann ist ein Barbesitzer namens Belini (Cheech Marin ), der 10.000 Dollar für entsprechende Informationen über El Mariachi erhält. Außerdem will Sands den Ex-FBI-Agenten Jorge (Ruben Blades) für seine Machenschaften einspannen. Barillo darf nicht nur auf die Hilfe von Marquez hoffen; ihm zur Seite steht Billy (Mickey Rourke ), der Mann mit dem Hündchen auf dem Arm. Und auch eine schöne, aber nichtsdestotrotz skrupellose Lady namens Ajedrez (Eva Mendes ), Mitglied einer mexikanischen Spezialeinheit, und der Berater des Präsidenten Dr. Guevara (Miguel Couturier) mischen in dem durch Intrigen durchsetzten Spiel kräftig mit. El Mariachi lässt sich einspannen. Er will Marquez töten und er will den Präsidenten schützen. Nun darf gekämpft, geballert und intrigiert werden
 
Kritik
 
 
Hier kann man schnell dem Irrtum aufsitzen, Regisseur Robert Rodriguez  sei Mexikaner. Stimmt nicht, er ist Texaner. Was wir im Hollywood-Kino als plakativen Patriotismus kennen, können ist auch hier zu finden, den Stolz auf sein Vaterland mit der dazugehörigen Portion Kritik. Im Unterschied zur Vaterlandsliebesbekundungen beim großen Nachbarn im Norden sind es hier nicht die schönen, vollmundigen Reden, sondern die Taten, auf die es ankommt.
Wie gewohnt übernimmt Rodriguez in seinem Projekt alle Schlüsselfunktionen selbst, wenn du willst, dass es richtig gemacht wird, mach es selbst. So zeichnet der Busenfreund von Quentin Tarantino  hier allen Ernstes verantwortlich für Regie, Drehbuch, Kamera, Produktionsdesign, Schnitt ja sogar die Musik. So war wohl beim „… Rebell without a Crew“ nicht viel los am Set, zumindest nicht hinter der Kamera, denn davor geht die Post ab. Dafür verantwortlich zeichnen wiederum die 30 Mio. Dollar Budget, die bereits in der Inhaltsangabe angeklungene Starbesetzung und natürlich jede Menge Blei aus allen erdenklichen Handfeuerwaffen. Ein weiterer Pluspunkt ist die besondere Bildästhetik, die der Einsatz einer digitalen Hi-Def-Kamera mit sich bringt. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Der dritte Teil der „Mariachi-Trilogie“ muss hohen Ansprüchen gerecht werden. Das gelingt leider in vielerlei Hinsicht nur bedingt. Dazu gleich mehr. Das Rodriguez mit seiner „Mariachi-Trilogie“ eine Hommage an Sergio Leone s „Dollar-Trilogie“ unternimmt, ist unübersehbar, genau wie die Parallelitäten im Titel zu Leones Meisterwerk "Once upon a Time in America " (zu deutsch: "Es war einmal in Amerika "). Warum sich die Verantwortlichen für die Vergabe des deutschen Filmtitels dieser Beziehung nicht bewusst waren und hier „Irgendwann“ statt „Es war einmal …“ als die bessere Übersetzung empfanden, bleibt wohl deren Geheimnis.
Wie in seinen Vorbildern geht es in Rodriguez’ Film um den moralischen Kodex einer Gesellschaft zu Zeiten einschneidender Veränderungen. Dabei sehen wir eine Geschichte, wie sie einfacher nicht sein könnte und die doch durch eine komplexe Peripherie von Intrige und Klüngelei so undurchsichtig wird, wie die tatsächlichen politischen Verhältnisse.

Doch was sind nun die genannten Schwächen des Films? Zunächst einmal ist da die Actionchoreographie. "Desperado ", der zweite Teil der Trilogie konnte in dieser Hinsicht Maßstäbe setzen, das gelingt hier leider nicht. Tatsächlich kann „Irgendwann in Mexiko“ seinem Vorgänger auf diesem Sektor nicht das Wasser reichen, trotz der acht Jahre die dazwischen liegen und der enorm fortschrittlichen Aufnahmetechnik (Digitalkamera). So bleibt der Abschluss dieser Reihe abgesehen von ein paar kleinen Lichtblicken auf diesem Sektor nur durchschnitt. Ein weiteres Problem steckt in der Besetzung. Was auf der einen Seite großartig ist, stört andererseits die filmische Harmonie. Man weiß nicht, auf wen man sich Konzentrieren soll. Einerseits Sands, der gewitzt und obercool als Ami durch Mexiko wandelt, sorgt für die komischen Elemente, während El Mariachi, der zutiefst gedemütigte ernsthaft und überlegt nach Rache sinnt und versucht Mexiko zu retten. Zwei Hauptdarsteller zeigen im Grunde zwei Filme, die nicht so recht zusammenpassen wollen. Und schließlich weiß die Geschichte, die versucht mit Klischees und Stereotypen zu spielen, nicht zu überzeugen. Rodriguez, der sich bei seinen filmischen Seitenhieben in Art und Anspruch an seinem Mentor Tarantino orientiert, spielt (die Fans mögen mir verzeihen) nicht ganz in dieser Liga. So kommt es, das der Streifen zwar Spaß macht, mehr aber auch nicht. Wieder einmal zeichnet Johnny Depp  hier für die Highlights verantwortlich, gut für ihn, schlecht für den Film, dessen erklärtermaßen anspruchsvollerer Teil zur Nebensächlichkeit verkommt.

Fazit: Für Fans großartig für den Rest wohl nur Durchschnitt.


Irgendwann in Mexico
Action! ... ist hier Programm

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 5/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 3.2093023255814

Schnellwertung:


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