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Old School - Wir lassen absolut nicht anbrennen
Original-Titel: Old School
Land/Jahr: USA / 2003
Genre: Komödie
Mit: Luke Wilson .... Mitch Martin
Will Ferrell .... Frank
Vince Vaughn .... Beanie
Regie: Todd Phillips
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    Sex, Alk und Rock ’n’ Roll – wenn das die echte alte Schule ist, dann gute Nacht. Diese Probleme möchte man haben …

    Eine Kritik von Ralf Schwalbe, 04.06.2003
 
Inhalt
 
 
Die drei Freunde Mitch (Luke Wilson ), Frank the Tank (Will Ferrell ) und Beanie (Vince Vaughn) haben die magische Grenze der Dreißig überschritten.
Mitchs Beziehung geht gerade den Bach runter, weil seine Freundin (Juliette Lewis ) nymphoman ist und auf ausgefallene Partnerspiele steht. Doch wer wird da gleich verzagen. Auf dem Campus mietet sich Mitch ein Haus und seine Freunde Beanie und Frank haben ganz eigene Ideen, was man hier so alles aufziehen könnte (nämlich das, was in der Studienzeit so lief). Somit wird es nichts mit Mitch´s beschaulichen Plänen.
Bei der mehr als turbulenten Einweihungsfeier fühlt sich Frank an seine besten Zeiten erinnert: feiern, saufen und nackt durch die Straßen laufen. Leider ist Frank the Tank der Einzige, der nackt durch die Straßen läuft und wird dabei von seiner frischangetrauten Ehefrau nebst Freundinnen aufgegriffen. Somit geht die zweite Ehe den Bach runter.

Damit nicht genug, bekommt Mitch Probleme, weil das Haus der Uni gehört und nur an Studentenverbindungen vermietet werden darf. Also muss auf Biegen und Brechen eine Studentenverbindung her - die ratz fatz aus dem Boden gestampft wird. Jeder Trottel darf mitmachen, wenn er die Mutproben übersteht. Leider ist der Dekan der Uni, Gordon Pritchard (Jeremy Piven ) ein ehemaliger Widersacher des Trios und hat nichts Genüsslicheres zu tun, als all seinen Elan daran zu verschwenden, der Verbindung das Aus zu bescheren - es sei denn die Verbindung besteht Tests in mehreren Disziplinen …
 
Kritik
 
 
"Old School - Wir lassen absolut nichts anbrennen" besonders der deutsche Zusatztitel ist Programm. Old School ist eine Komödie, die mit derbem, aber eben auch sehr seichtem Humor und viel Rockmusik auftrumpft. Wer glaubt, die Zeit am College bestehe aus Partys, Drogen und Bikini-Catchen, sieht seine Meinung bestätigt.
Köstliche Lacher über gerade noch so an der Peinlichkeitsgrenze vorbeigeschlitterte Gags treffen auf abgelutschte Klischees, die selbst für den Zuschauer peinlich sind, wie die Szene, in der ein Schwuler Hausfrauen Nachhilfe im Blasen gibt. Wow.
Auf eine eingehendere Charakterisierung der Hauptdarsteller wird weitestgehend verzichtet. Auch die Zusammenstellung der fürchterlich stereotypen Mitglieder der „Studentenverbindung“ lässt keine Wärme aufkommen. Eine Horde ausgegrenzter Versager formiert sich, um gegen den Strom schwimmend Sympathieträger zu werden. So wird Mitch zum "Godfather " und die ganze Verbindung ein Art "Fight Club " ohne Prügeln und Weltveränderungssideologie.
Wer’s glaubt.

Regisseur Todd Phillips  ("Road Trip "), der nicht unbedingt bekannt für tiefgehenden, subtilen Humor ist, hat seine Kenntnisse über Studentenverbindungen als Bereich der sozialen Zusammenkunft eingebracht. Bereits 1998 drehte er Frat House, eine Dokumentation über Bruderschaften an US-Universitäten. Als Aufnahmeprüfung müssen die Jungs saufen, bis der Arzt kommt! Harter Stoff - den Phillips für Old School jugendtauglich entschärfte und in ein lustiges Kleidchen steckt. Der Clou seiner Darstellung auf den Mythos des wilden Studentenlebens ist nämlich, dass die Helden das College längst verlassen haben und zu Biedermännern mutiert sind, die ihrer verflossenen Jugend nachtrauern und gleichzeitig noch mal an der süßen Verantwortungslosigkeit schnuppern wollen. Mit diesem Thema geht Phillips sogar recht ernsthaft um, was den Gesamteindruck ein wenig stört.

Dabei sind manche der sehr ausgelassenen Gags in ihrer Übertreibung tatsächlich richtig komisch. Nur hätte Phillips auf sein Zugeständnis an verliebte Teenager und reminiszierende Mittdreißiger, eine kaum entwickelte Liebesgeschichte zwischen Mitch und Nicole (Ellen Pompeo) verzichten sollen. Die aufgesetzten und recht uninspirierten Gefühlswandlungen hemmen den sowieso schon recht stockend verlaufenden Witzfluss.

"Old School" nutzt er jede noch so an den Haaren herbeigezogene Gelegenheit, um alte Gags und Slapstickelemente wieder aufleben zu lassen. Das verspricht klingelnde Kinokassen, insbesondere bei der von The Matrix-Reloaded möglicherweise überforderten Zielgruppe der 14- bis 19-Jährigen. Doch abgesehen vom anklingenden Charme der gesetzten Hauptdarsteller bleibt der willenlose Mix aus albernen Kalauern und Midlife-Crisis-Farce letztlich fade. Am Ende steht die nüchterne Moralerkenntnis: Saufen allein macht nicht glücklich.

Fazit: Wer auch ohne subtilen Humor herzlich lachen kann, findet hier bestimmt den einen oder anderen Brüller. Es gab schon Schlechteres in diesem Sommer!


Old School - Wir lassen absolut nicht anbrennen
oops, was machen wir mit der hier?

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 3/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 6.04

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