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Hero
Original-Titel: Ying xiong
Land/Jahr: Hong Kong/China / 2002
Genre: Action
Mit: Jet Li .... Nameless
Tony Leung Chiu Wai .... Broken Sword
Maggie Cheung .... Flying Snow
Donnie Yen .... Sky
Regie: Yimou Zhang
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    Wahre Helden brauchen keinen Namen! Episches Meisterwerk mit gewaltigen Bildern, Tiefgang und historischem Bezug...und natürlich jeder Menge Action!

    Eine Kritik von Marcus Schäferbarthold, 05.06.2003
 
Inhalt
 
 
Das historische China, im dritten Jahrhundert vor Christus, ist in sieben Königreiche zersplittert: Der König von Qin (Chen Dao Ming), dem bereits sechs der sieben Provinzen untertan sind, will sich auch des letzten Einflussgebietes außerhalb seiner Herrschaft ermächtigen, um China zu einen und das erste Kaiserreich zu errichten. Er gilt allerdings als der grausamste Herrscher seiner Zeit, der Militärgewalt in den Vordergrund stellt und daher gibt es seit Jahren Pläne, ihn zu ermorden und vom Thron zu stürzen. Vor allem drei Widersacher trachten ihm nach dem Leben: Broken Sword (Tony Leung Chiu Wai ), Flying Snow (Maggie Cheung ) und Sky (Donnie Yen ). Nach einem gescheiterten Attentatsversuch scheint es unmöglich, dem Despoten nahe zu kommen, denn bis auf seine direkten Bediensteten darf sich keiner näher als 100 Schritte an den König heranwagen ohne von seiner Leibgarde getötet zu werden. Bis eines Tages ein Namenloser (Jet Li ) auftaucht, der vorgibt, die drei gefährlichsten Attentäter des Landes getötet zu haben und bittet um Audienz beim König, denn dem Gesetz nach darf sich der Mörder der Assassinen seiner Majestät bis auf 10 Schritte nähern…
 
Kritik
 
 
Der historische Hintergrund von Ying Xiong (so heißt Hero im Original) wurde in ähnlicher Form bereits zum Handlungsschauplatz in "Der Kaiser und sein Attentäter " und spielt zur Zeit des ersten Kaisers Ying Zheng in der Quin-Dynastie, kurz vor der Grundsteinlegung der chinesischen Mauer.
Der dreifach Oscarnominierte Regisseur Yimou Zhang  inszenierte Hero mit einem Budget von 30 Mio. US $ und ist somit der teuerste und gleichzeitig auch erfolgreichste chinesische Film aller Zeiten. Das sieht man Hero dann auch in jeder Szene an, ohne dass er dabei zu Effektüberladen wirkt, zumal ja sämtliche Kampfszenen nicht auf CGI´s basieren, sondern der typischen, chinesischen Seiltechnik zugeschrieben werden müssen. Wenn man sich das vor Augen hält, wirken die Kämpfe noch atemberaubender, denn im Unterschied zu den meisten amerikanischen Produktionen sehen wir hier, dass die Schauspieler wirkliche Martial Arts Experten sind. Die Schwertkämpfe sehen allesamt unglaublich ästhetisch aus und ähneln, wie schon bei "Tiger and Dragon ", eher einem Balletttanz als einer martialischen Kung-Fu Choreographie und strotzen nur so von „Kinnlade-auf-dem-Boden“ Szenen und guten Ideen. Natürlich muss man sich dabei auf die altchinesische Mystik einlassen, dass die Kämpfer nicht den physikalischen Gesetzen unterworfen sind und schon fast fliegen können. Speziell die Kämpfe von Nameless (Jet Li ) sind ein wahrer Augenschmaus. Dem in nichts nach stehen die epischen Schlachtszenen, in denen hunderte von Komparsen am Kaiserpalast kämpfen oder einen Tempel mit tausenden von Pfeilen spicken. Wahnsinn!

Kein Heldenfilm ohne Pathos, das suggeriert bereits der Name und ist auch ganz eindeutig beabsichtigt, was hier allerdings nicht negativ zu sehen ist. Hero spielt mit etlichen, extrem pathetischen Elementen, in denen es um ehrenhaftes Handeln geht. Beispiel: Sky kämpft gegen erst einen, dann zwei, dann vier Gegner gleichzeitig und ist absolut überlegen. Die Gegner sehen das ähnlich und geben auf. Beide Parteien wenden einander die Rücken zu, aber wir wissen trotzdem, dass keiner dem anderen in den Rücken fällt. Warum? Es gibt in Hero keinen eindeutigen Gut/Böse Konflikt, obwohl uns der Titel etwas ganz anderes erzählt, denn was wäre schon ein Held, wenn er nicht gegen das abgrundtief Böse zu kämpfen hätte? Wie alles im Leben ist aber Gut und Böse nicht mehr als eine Definition aus einer subjektiven Perspektive. So auch in Ying Xiong.

Die Geschichte um die Jagd nach den drei Attentätern wird aus unterschiedlichen Blickpunkten erzählt, die jeweils ihre eigene, filmische Farbgebung haben. Die Version von Nameless ist in ein emotionales Rot getaucht, die des Königs in ein stählernes Blau, während die letztendliche Wahrheit ein leuchtendes Weiß als Farbkleid erhält. In der wahren Geschichte sehen wir außerdem noch die Schilderung von Broken Sword, die ganz in einem pastelligen Jadegrün erscheint. Diese malerische Interpretation sieht nicht nur unglaublich schön aus, sie macht vor allem auch Sinn und verleiht jeder einzelnen Szene den gewünschten Effekt. Wenn sich beispielsweise die gold-gelben Blätter (übrigens handverlesen!) eines Waldes während des Kampfes von Moon und Flying Snow im Augenblick höchster Emotion rot färben, läuft einen schon mal der eine oder andere Schauer über den Rücken.

Die Sprache des Films ist an die altertümliche, sehr höfliche und melodische Sprache klassischer Shakespeare Dramen angelehnt und verschmilzt mit der klassischen Musik zu einer stimmungsvollen Komposition. Die Liebesgeschichte von Broken Sword und Flying Snow erinnert an Romeo und Julia und fügt sich mit den bombastischen Kulissen, den ausgewählten Kostümen, den beeindruckenden Kampfszenen und der künstlerischen Farbgebung zu einem passenden Ganzen zusammen und macht aus Hero ein episches Meisterwerk.

Fans von "Tiger and Dragon "und "Once upon a time in China " dürfen Hero nicht verpassen, alle anderen müssen eigentlich auch einen Blick auf die Leinwand riskieren, denn: Solche Bilder sieht man nur sehr selten!

Fazit: Hero ist bildgewordene Poesie. Einfühlsam. Melodisch. Gewaltig!


Hero
Moon will ihren Herren rächen.

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 7/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 6.2765957446809

Schnellwertung:


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