Man nehme einen Komiker, der längst über seinen Horizont hinaus lugt (
Sandler 
), einen Schauspielgott, der auch keine Lust mehr auf die ewig selben Rollen hat (
Nicholson 
), gebe
Marisa Tomei 
einen Batzen Geld wie bei
"Der Super-Guru
", um einfach neben sich und den anderen zu stehen und vertraue das Ganze
Peter Segal 
an, dem Regisseur, der der
Nackten-Kanone-Reihe den Gnadenstoß gegeben hat und auch dem
Verrückten Professor zu seinem garantiert letzten Auftritt verhalf: Solche Gedanken lösen bei
Die Wutprobe Angstschweiß aus, noch während sich das
Happy Madison-Logo seinen Weg auf die Leinwand bahnt.
Dabei brauchen ausgerechnet die keine Furcht mehr vor
Adam Sandler 
und seinen Filmen zu haben, die jetzt noch die Augen verdrehen, wenn eines seiner Frühwerke im Fernsehen wiederholt wird:
Anger Management - so der Originaltitel - ist eine in Zügen skurrile, aber handzahme Angelegenheit. Nur bei den Gastrollen bricht noch das Rotzfreche durch, das bei
"Happy Gilmore
" oder auch noch
"Little Nicky
" Programm war: Wenn
Woody Harrelson 
auf Drag Queen macht, ist das fast ein Hilferuf vor der der endgültigen Niederlage gegen den Mainstream; ebenso die Glanzminiaturen von
Luis Guzman,
John C. Reilly 
oder
John Turturro 
, die offensichtlich Spaß dabei haben, unter Freunden zu spielen. Was traurigerweise fehlt, ist der übliche Auftritt für
Steve Buscemi 
, doch gerade sein Fehlen ist bezeichnend für das Ende der Spaß-zentrierten
Sandler-Komödien. Demnächst wird wohl auch sein fast schon ewiger Begleiter
Kevin Nealon nicht mehr mit von der Partie sein.
Milde Eskalation heißt forthin das Motto, artig vorgeführt. Die Wutprobe ist noch dazu der erste echte
Sandler-Film, dessen Geschichte Sinn macht. Dafür ist die Sozialkritik verborgener denn je: Nur verhalten traut man sich, gegen die Ellenbogen-Gesellschaft ein Fingerchen zu erheben. Lieber singt man
I Feel Pretty - Ist noch nicht lang genug her, dass sich
Robert DeNiro an dem Stück versuchte. Auch sonst besteht die Unterhaltung weitestgehend aus einzelnen Fällen von Situationskomik, unerfüllten Phantasien von Lesben, einer züchtig bedeckten
Heather Graham 
und schon erwähnten Gästen; Selbst der New Yorker Ex-Bürgermeister
Giuliani gab sich für eine Szene her. Die scheinen sogar wichtiger zu sein als
Jack Nicholson 
richtig in Fahrt kommen zu lassen. Wer also fertig ist, Promis zu zählen und sich darüber zu freuen, sie entdeckt zu haben, sucht meist vergeblich nach einem weiteren Höhepunkt in diesem weiteren Kapitel der Verharmlosung eines vormaligen Hoffnungsträgers der subversiven Unterhaltung.