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Die Wutprobe
Original-Titel: Anger Management
Land/Jahr: USA / 2003
Genre: Komödie, Drama
Mit: Jack Nicholson .... Dr. Buddy Rydell
Adam Sandler .... Dave Buznik
Marisa Tomei .... Linda
Regie: Peter Segal
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    Ein Duckmäuser wird umerzogen: Wie viel Zorn braucht die Kombination Nicholson-Sandler, um interessant zu werden?

    Eine Kritik von Thomas Taborsky, 07.05.2003
 
Inhalt
 
 
Dave Buznik (Adam Sandler ) ist freundlich, hilfsbereit - und nicht in der Lage, irgendeine Konfrontation einzugehen. Deshalb lässt er sich in der Arbeit zum Lakaien seines inkompetenten Chefs machen und traut sich nicht einmal, seine Freundin Linda (Marisa Tomei ) in der Öffentlichkeit zu küssen.
Auch auf einem Flug versucht er, ja keinen Streit mit seinem lauten Sitznachbarn anzufangen. Statt dem ersehnten Kopfhörer bekommt er aber schließlich einen Elektroschocker zu spüren, und wird wegen Angriffs auf eine Stewardess zu einer Aggressionstherapie verurteilt. Dave, der nicht weiß, was er dort überhaupt soll, trifft bei der Therapie auf seinen Sitznachbarn. Der heißt Buddy Rydell - Doktor Buddy Rydell (Jack Nicholson ). Der Psychologe denkt anscheinend anders über den harmlosen Dave, und teilt ihm einen Partner aus der Gruppe zu: Chuck (John Turturro ) weiß sich kaum zu bändigen, und zusammen mit dem jähzornigen Kerl gerät Dave in eine Barschlägerei mit einem Blinden - Ergebnis: Dave bleibt das Gefängnis nur erspart, wenn er sich einer persönlichen Intensivbehandlung unterzieht. Wie persönlich die wird, weiß er erst, als sich Dr. Rydell bei ihm ein nistet und in der Nacht kuscheln will...
 
Kritik
 
 
Man nehme einen Komiker, der längst über seinen Horizont hinaus lugt (Sandler ), einen Schauspielgott, der auch keine Lust mehr auf die ewig selben Rollen hat (Nicholson ), gebe Marisa Tomei  einen Batzen Geld wie bei "Der Super-Guru ", um einfach neben sich und den anderen zu stehen und vertraue das Ganze Peter Segal  an, dem Regisseur, der der Nackten-Kanone-Reihe den Gnadenstoß gegeben hat und auch dem Verrückten Professor zu seinem garantiert letzten Auftritt verhalf: Solche Gedanken lösen bei Die Wutprobe Angstschweiß aus, noch während sich das Happy Madison-Logo seinen Weg auf die Leinwand bahnt.

Dabei brauchen ausgerechnet die keine Furcht mehr vor Adam Sandler  und seinen Filmen zu haben, die jetzt noch die Augen verdrehen, wenn eines seiner Frühwerke im Fernsehen wiederholt wird: Anger Management - so der Originaltitel - ist eine in Zügen skurrile, aber handzahme Angelegenheit. Nur bei den Gastrollen bricht noch das Rotzfreche durch, das bei "Happy Gilmore " oder auch noch "Little Nicky " Programm war: Wenn Woody Harrelson  auf Drag Queen macht, ist das fast ein Hilferuf vor der der endgültigen Niederlage gegen den Mainstream; ebenso die Glanzminiaturen von Luis Guzman, John C. Reilly  oder John Turturro , die offensichtlich Spaß dabei haben, unter Freunden zu spielen. Was traurigerweise fehlt, ist der übliche Auftritt für Steve Buscemi , doch gerade sein Fehlen ist bezeichnend für das Ende der Spaß-zentrierten Sandler-Komödien. Demnächst wird wohl auch sein fast schon ewiger Begleiter Kevin Nealon nicht mehr mit von der Partie sein.

Milde Eskalation heißt forthin das Motto, artig vorgeführt. Die Wutprobe ist noch dazu der erste echte Sandler-Film, dessen Geschichte Sinn macht. Dafür ist die Sozialkritik verborgener denn je: Nur verhalten traut man sich, gegen die Ellenbogen-Gesellschaft ein Fingerchen zu erheben. Lieber singt man I Feel Pretty - Ist noch nicht lang genug her, dass sich Robert DeNiro an dem Stück versuchte. Auch sonst besteht die Unterhaltung weitestgehend aus einzelnen Fällen von Situationskomik, unerfüllten Phantasien von Lesben, einer züchtig bedeckten Heather Graham  und schon erwähnten Gästen; Selbst der New Yorker Ex-Bürgermeister Giuliani gab sich für eine Szene her. Die scheinen sogar wichtiger zu sein als Jack Nicholson  richtig in Fahrt kommen zu lassen. Wer also fertig ist, Promis zu zählen und sich darüber zu freuen, sie entdeckt zu haben, sucht meist vergeblich nach einem weiteren Höhepunkt in diesem weiteren Kapitel der Verharmlosung eines vormaligen Hoffnungsträgers der subversiven Unterhaltung.


Die Wutprobe
... Und wenn das noch nicht reicht, denk einfach an die Pensionsreform.

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 3/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 3.0384615384615

Schnellwertung:


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