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Hulk
Original-Titel: The Hulk
Land/Jahr: USA / 2003
Genre: Abenteuer, Drama, Science Fiction, Action, Horror
Mit: Eric Bana .... Bruce Banner/The Hulk
Jennifer Connelly .... Betty Ross
Regie: Ang Lee
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    Die dritte große Verfilmung eines klassischen Marvelcomics. Wieder ein großer Regisseur, wieder eine hochklassige Besetzung, ... wieder ein guter Film trotz größter Skepsis im Vorfeld?

    Eine Kritik von Ralf Schwalbe, 08.07.2003
 
Inhalt
 
 
Ein junger Wissenschaftler macht Mitte der 60er Jahre Experimente mit Genen von Quallen und Seesternen, die eine überdurchschnittliche Regenerationsfähigkeit haben. Seine Aufgabe bestand darin, Mittel und Wege zu finden, um den menschlichen Körper durch Genmanipulation leistungsfähiger zu machen. Eines Tages wurde er angewiesen seine Arbeiten unverzüglich einzustellen. Sie seien zu riskant und zu unmoralisch. Besessen von seinem Schaffen führte er seine Experimente im Verborgenen weiter. Schließlich macht er Selbstversuche, doch der erwünschte Erfolg bleibt aus. Doch als seine Frau schwanger wird, schwant ihm böses, und tatsächlich hat er Teile seiner manipulierten Gene an seinen Sohn weitergegeben. Bruce Banner (Eric Bana ) führt eigentlich ein recht unscheinbares Leben. Er ist ruhig, besonnen und hoch intelligent. Er ist verknallt in die schöne Betty Ross (Jennifer Connelly ) und die würde ihn wohl auch nehmen, wenn er nur nicht so gefühlsarm wäre. Doch so normal wie es scheint, ist sein Dasein nicht. Seine leiblichen Eltern hat Bruce nie kennen gelernt, an seine Kindheit kann er sich so gut wie gar nicht erinnern. Die Arbeit steht für den jungen Strahlenwissenschaftler über allem anderen. Zusammen mit seinem Team experimentiert er mit Gamma-Strahlung und deren Einfluss auf lebende Organismen. Eines Tages geht eines ihrer Experimente schief und Bruce wird durch einen Unfall einer eigentlich tödlichen Dosis Gamma-Strahlung ausgesetzt. Er überlebt jedoch unverletzt und fühlt sich stärker und besser denn je. Doch seitdem geschieht seltsames. Albträume plagen ihn, er wacht mit völlig zerrissener Kleidung auf, Gedächtnislücken – irgendetwas ist bei dem Unfall mit ihm geschehen. Oder wurde nur etwas in ihm freigesetzt, das schon immer tief in seinem Innersten schlummerte? Als ob dies nicht schon schlimm genug wäre, ist da noch dieser Mann, der ihn seit neuestem auf Schritt und Tritt zu verfolgen scheint. Dieser Mann ist sein Vater David (!) Banner (Nick Nolte ), der ihn aufklärt, was und wer er ist. Und auch Bettys Vater (Sam Elliott) nimmt plötzlich Notiz von Bruce’ seltsamen Verhalten. Er hat bereits vor 30 Jahren David Banner aus dem Verkehr gezogen und versucht dies nun auch mit Bruce. Doch je mehr man versucht ihn einzuengen, desto mehr macht es ihn wütend. Schließlich ist da noch Glen Talbot (Josh Lucas ), ein gieriger Wissenschaftler, der im Auftrag des Militärs ebenfalls nach selbstregenerativen Genveränderungen forscht. Er sieht in Bruce nicht mehr den Menschen, sondern einzig und allein den Hulk, das Monster, das man als Waffe ausbeuten kann, das es um jeden Preis und ohne Rücksicht auf Verluste zu erforschen und letztendlich zu vernichten gilt. Der Kampf kann beginnen...
 
Kritik
 
 
Als Stan Lee  im Jahre 1962 auf die Idee kam den Wissenschaftlers Bruce Banner wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde mit seinen zwei Identitäten zum ersten Comic-Antihelden werden zu lassen, hätte er sich den kommenden Erfolg wohl nicht in seinen kühnsten Träumen ausgemalt. Noch heute, über 40 Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Hulk-Comics, erscheinen neue Geschichten vom Mann mit den Selbstbeherrschungsproblemen, der bei Wutanfällen oder Stress zum grünen Monster mutiert. Da war es keine Frage, dass auch dieses Marvel-Comic heute, da der Erfolg nahezu garantiert und die technischen Möglichkeiten endlich gegeben sind, auf größtmöglichem Hollywood-Niveau aufs Zelluloid gebannt wird. Seine Vorgänger Spiderman und "Daredevil " haben es eindrucksvoll vorgemacht. Doch etwas unterscheidet Hulk von den anderen. Während der Spinnenmann und der blinde Anwalt ihre Superkräfte zur Rettung anderer und eventuell der ganzen Welt einsetzen, ist dieses grüne Ungetüm größtenteils mit sich selbst beschäftigt. Hulk ist kein Superheld! Obwohl natürlich auch er herzensgut ist, steht sein Nutzen in keinem Verhältnis zu dem Schaden, den seine Metamorphosen verursachen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass seine Gegner (abgesehen von Glen Talbot) auch nicht mit der üblichen Weltherrschaftsmotivation ausgestattet sind. So steht hier auch nicht der klassische Kampf „Gut gegen Böse“ im Vordergrund, sondern ein abgeschwächter „Gefährlich gegen nationale und persönliche Interessen“.

Ein weiteres Problem des Kolosses (so „Hulk“ übersetzt) ist seine absolute Übermacht. Was stellt man jemandem als Gegner gegenüber, der unverwundbar ist? Kugeln prallen von ihm ab, Raketen fängt er auf und Panzer wirft er weg. Sogar Kampfhubschrauber fängt er aus der Luft. Er ist resistent gegen jede physische und chemische Waffen des Militärs. Da es aber auf die Dauer nicht spannend ist, zu beobachten, wie Hulk nichts passiert, waren die Filmemacher, allen voran Regisseur Ang Lee  genötigt, dem grünen Wüterich ebenbürtige Gegner zu erschaffen. Diese Not ist gleichzeitig eine der größten Schwächen des Films. Die mit seinen Genen manipulierten Hunde sind ihm zwar ebenbürtig, aber wirken aufgesetzt und wie ein Fremdkörper in der Geschichte, ebenso wie der „Endkampf“, auf den aus Spoiler-Gründen nicht weiter eingegangen werden soll.

Wie bereits erwähnt, ist Figur des Hulk eine der erfolgreichsten Comicfiguren der Geschichte. Neben den Heften und der obligatorischen Zeichentrickserie kann der „Unglaubliche Hulk“ sogar auf eine echte Fernsehserie aus den Ende 70er –Anfang 80er Jahren zurückblicken. Diese zwar für heute lächerliche Interpretation hat eine durchaus nicht zu unterschätzende Fangemeinde gewonnen. Dennoch fingen schon dort die Probleme einer Comicadaption an. Da es vor 25 Jahren noch keine tauglichen Computereffekte gab, musste der Hulk durch einen „echten“ Menschen dargestellt werden. Anders, als in den ersten Comics, ist der Serienhulk nicht mehr politisch motiviert, der kalte Krieg ist Ende der 70er kein ernstzunehmendes Thema mehr. Und auch der Name des Helden ist paradoxerweise nicht Bruce sondern David Banner. Der Grund dafür ist nicht überliefert, wahrscheinlich aber sollte nur die Marvel-typische Namensalliteration (Bruce Banner, Peter Parker, Matt Murdock, Lana Lang) umgangen werden. Lou Ferrigno  ist durch diese Rolle bis heute eine Kultfigur, der sich auch Stan Lee  nicht entziehen konnte. So hat der gute Lou in den ersten Minuten des Films einen kleinen Cameo-Auftritt bekommen, der für ein sympathisches Raunen im Kino sorgt. Doch der eigentliche Held des Films ist heute ein rein computergenerierter. Und wer sich fragt, wen man dort sieht, nicht Eric Bana , sondern Regisseur Ang Lee  persönlich stand Model für Mimik und Motion-Capturing! Wenn du willst, dass etwas gut wird, mach es selbst. Hervorgehoben werden sollte noch die Verwandlung von Wissenschaftler Bruce Banner zum Hulk. Dies ist den Grafikdesignern von „Industrial Light and Magic“ wirklich gut gelungen. Die Haut unseres Protagonisten läuft langsam grün an, seine Muskeln schwellen an, er beginnt zu wachsen, die Kleidung spannt auf der Haut und beginnt letztlich zu reißen. Die gesamte Umwandlung wirkt sehr harmonisch auch in ihrer Umkehrung. Einzig das Phänomen der „superelastischen Hose“ bleibt auch hier erhalten, und ungeklärt.

Ist man skeptisch, kann man, zweifelsohne zu Recht, behaupten, dass Hulk auf einem banalen Plot aufbaut. Hält man sich aber vor Augen, dass es sich hierbei immer noch um eine Comicumsetzung und nicht um eine anspruchsvolle Literaturverfilmung handelt, geht das vollkommen in Ordnung. Das war auch bei anderen Genrevertretern nicht anders. Regisseur Ang Lee  und Drehbuchautor James Schamus  ist gelungen, was den bisherigen Comic-Verfilmungen stellenweise fehlte: der eigentliche Comic-Flair. Um diesen aufkommen zu lassen, benutzte er Split-Screen Techniken, bei denen er teilweise zwei Personen an unterschiedlichen Orten optisch zusammenbrachte oder verschiedene Einstellungen derselben Szene zeigte. Schuss-Gegenschuss nunmehr nur noch räumlich nicht aber zeitliche getrennt. Außerdem lies er des Öfteren scheinbar unpassende Vorder- und Hintergründe verschmelzen oder tauschte schlichtweg nur den Hintergrund aus. Für die akustische Untermalung von Ang Lees Bildern sorgte Qualitätsmusiker Danny Elfman , der wie gewohnt die passenden Töne anschlug. Ang Lee gelingt es also, seinen künstlerischen Anspruch mit dem kommerziellen der Universal-Studios zu verschmelzen und den Hulk als Hauptdarsteller in einem Drama mit Actionelementen zu zeigen. Alles ist allem ist Lee’s Interpretation von Lee’s Comic von der ersten bis zur letzten Minute eine Hommage an das Comic-Genre. Gut gewählte Darsteller, die ihre Fähigkeiten zeigen, tolle Effekte und Schnitte bilden die positiven Aspekte der insgesamt gelungenen Verfilmung. Stellenweise etwas langatmige Sequenzen am Anfang und die bereits erwähnten „Problemgegner“ markieren die Schwächen. Letztendlich wird es bei solchen Werken immer ein weites Spektrum an Meinungen geben, aber wirklich enttäuscht sollte niemand sein.

Fazit: Auch Marvels Antiheld kann überzeugen


Hulk
reiz mich nicht!!

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 5/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 2.2131147540984

Schnellwertung:


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